Google reduziert Gratis-Speicher: Nur noch 5GB ohne Handynummer

Google senkt den kostenlosen Cloud-Speicher für Neukunden auf 5GB. Die vollen 15GB erfordern künftig eine Handynummer zur Verifikation.

Google verschärft die Bedingungen für seinen kostenlosen Cloud-Speicher drastisch. Neukunden erhalten künftig nur noch 5GB statt der gewohnten 15GB – es sei denn, sie geben ihre Handynummer preis.

Der Schritt markiert eine Zäsur nach mehr als zwei Jahrzehnten weitgehend bedingungslosen Gratis-Speichers bei Gmail und Google Drive. Bestandskunden behalten vorerst ihre 15GB. Doch die aktualisierten Support-Seiten sprechen bereits eine andere Sprache: Dort ist nur noch von „bis zu 15 GB“ die Rede.

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Das neue Stufenmodell: 5GB Basis, 15GB nach Verifikation

Erste Nutzer entdeckten die Änderung Anfang der Woche. Am 15. Mai 2026 bestätigte Google die neue Anmelde-Praxis, die zunächst in ausgewählten Regionen getestet wird – darunter mehrere Länder in Afrika.

Neue Accounts starten demnach mit 5GB, die sich Gmail, Google Drive und Google Fotos teilen. Wer die vollen 15GB freischalten will, muss eine verifizierte Telefonnummer hinterlegen.

Google spricht von einem „experimentellen Schritt“ zur Verbesserung der Sicherheit und Datenwiederherstellung. Das Unternehmen betont: Die Telefon-Verifikation stelle sicher, dass der 15GB-Bonus nur einmal pro Person vergeben werde. Offenbar will der Konzern damit die Anlage von Massen-Accounts unterbinden.

Die sprachliche Grundlage dafür legte Google bereits im März. Archivierte Versionen der Support-Seiten zeigen: Seit dem 18. März 2026 heißt es dort nicht mehr „15GB kostenlos“, sondern vorsichtiger „bis zu 15 GB Cloud-Speicher kostenlos“. Die Formulierung gilt weltweit – ein klares Signal für eine mögliche globale Ausweitung.

Inaktivität wird gnadenlos bestraft

Parallel zu den neuen Hürden für Neukunden geht Google härter gegen alte, ungenutzte Accounts vor. Die Richtlinie ist eindeutig: Wer sich zwei Jahre lang nicht einloggt, riskiert die komplette Löschung – inklusive aller Mails, Drive-Dateien und Fotos.

Seit Ende 2025 verschickt Google in mehreren Wellen Warnungen an betroffene Nutzer. Selbst spezielle Test-Accounts erhielten im April 2025 finale Löschbescheide mit konkretem Datum. Ein dokumentierter Fall nannte den 15. Oktober 2025 als Stichtag.

Die Begründung ist nachvollziehbar: Verwaiste Accounts seien deutlich häufiger von Kompromittierung betroffen. Sie nutzten oft veraltete oder wiederverwendete Passwörter und keine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Als „Aktivität“ zählt übrigens bereits das Lesen einer E-Mail, das Anschauen eines YouTube-Videos oder der Login bei einem Drittanbieter über den Google-Account.

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Google One wird teurer – und umfangreicher

Auch die Bezahl-Angebote von Google verändern sich. Im Frühjahr 2025 zogen die Preise an: Der 200GB-Tarif stieg von 2,99 auf 4,99 Euro pro Monat. Seither setzt der Konzern verstärkt auf Bündel-Angebote.

Der Google One AI Pro-Tarif für 20 Euro monatlich wurde im Mai 2026 erweitert. Er enthält nun beide Premium-Dienste, die aus Nest Aware (jetzt Google Home Premium) und Fitbit Premium (jetzt Google Health Premium) hervorgegangen sind. Dazu gibt es 5TB Speicher und priorisierten Zugriff auf KI-Funktionen über Gemini.

Mit aggressiven Rabatten versuchte Google Anfang des Jahres, neue Abonnenten zu ködern. Neukunden erhielten im Winter 50 Prozent Rabatt auf die 2TB- und AI Pro-Tarife – der 2TB-Jahresvertrag kostete im ersten Jahr nur rund 50 Euro. Die Strategie ist klar: Basisspeicher wird zur Einstiegsdroge für ein ganzes Ökosystem aus KI-gestützten Produktivitäts- und Gesundheits-Tools.

Auch Unis und Firmen spüren den Druck

Die Verschärfung betrifft längst nicht nur Privatnutzer. Bildungseinrichtungen und Unternehmen müssen ebenfalls umdenken. Viele Universitäten, die jahrelang nahezu unbegrenzten Speicher boten, führten 2025 und 2026 strenge Quoten ein.

Die Brandeis University setzte zum 12. Januar 2026 neue Limits durch: zwischen 1GB für Hilfskräfte und 75GB für Professoren. Die UCLA kündigte für Mai 2026 einen neuen Zukauf-Prozess an – wer mehr Speicher braucht, muss zahlen.

Auf der Google Cloud Next am 22. April 2026 präsentierte der Konzern neue Werkzeuge für Admins. Das „AI Control Center“ soll als zentrale Schaltstelle für KI-Agenten im Workspace-Umfeld dienen. Zudem beschleunigt Google Migrationen von Microsoft 365 um das Fünffache – ein klarer Angriff auf den Konkurrenten.

Was bedeutet das für den Alltag?

Die Ära des bedingungslosen Gratis-Speichers neigt sich dem Ende zu. Mit dem 5GB-Standard und der 15GB-Verifizierungsstufe macht Google die Identitätsprüfung zur Voraussetzung für das volle kostenlose Erlebnis.

Für Durchschnittsnutzer wird das zur Herausforderung: Wer regelmäßig Mails mit Anhängen erhält oder Fotos in Originalqualität sichert, wird die 5GB schnell sprengen. Der natürliche Druckpunkt ist erreicht: Entweder man gibt persönliche Daten preis – oder wechselt in einen Bezahltarif.

Die Konsequenzen bei Überschreitung sind hart: Gmail stellt sofort den Versand und Empfang ein, Drive-Uploads werden blockiert. Zwar gewährt Google zwei Jahre Gnadenfrist vor der endgültigen Löschung – die funktionale Lahmlegung des Accounts tritt jedoch sofort ein. Wer seine digitalen Daten behalten will, kommt um regelmäßiges Aufräumen und eine bewusste Speicherstrategie nicht mehr herum.