Google-Regulierung: Britische CMA zwingt Opt-out für KI-Zusammenfassungen

Die CMA verpflichtet Google, Verlagen eine Abwahl von KI-Zusammenfassungen zu ermöglichen, ohne die klassische Sichtbarkeit zu beeinträchtigen.

Der Suchmaschinenriese muss Website-Betreibern künftig die Möglichkeit geben, ihre Inhalte von KI-generierten Zusammenfassungen auszuschließen – ohne Nachteile bei den klassischen Suchergebnissen befürchten zu müssen.

Die am 3. Juni 2026 veröffentlichten Auflagen betreffen Googles dominante Stellung im britischen Suchmarkt, wo das Unternehmen mehr als 90 Prozent aller Suchanfragen kontrolliert. Konkret muss Google klare Quellenangaben und Links zu den ursprünglichen Publikationen liefern, wenn deren Inhalte für KI-Antworten verwendet werden.

Neun Monate Zeit für die Umsetzung

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Google hat neun Monate Zeit, die geforderten Änderungen technisch umzusetzen. Zudem muss das Unternehmen alle sechs Monate einen Compliance-Bericht vorlegen. CMA-Chefin Sarah Cardell betonte, die Maßnahmen seien eine Reaktion auf aktuelle und erwartete Veränderungen in Googles Suchdiensten.

„Wir stellen sicher, dass Verlage ihre geistigen Eigentumsrechte schützen können, ohne ihre Sichtbarkeit in der Standardsuche zu verlieren“, so Cardell.

Neue Kontrollwerkzeuge für Verlage

Parallel zum regulatorischen Druck startete Google am 4. Juni 2026 Tests neuer Funktionen in der Search Console. Britische Website-Betreiber können dort erstmals einen speziellen „Opt-out“-Schalter für KI-Übersichten, den KI-Modus und KI-Übersichten in Discover aktivieren. Ein weltweiter Rollout soll in den kommenden Monaten folgen.

Die erweiterten Berichtsfunktionen liefern Daten zu Impressionen, Seitenaufrufen und geografischer Performance speziell für KI-gesteuerte Funktionen. Allerdings fehlt in den ersten Versionen noch die entscheidende Klickrate (CTR) – für Verlage ein zentraler Wert zur Erfolgsmessung.

Um die Bedenken der Verlage hinsichtlich des Traffic-Verlusts zu adressieren, baut Google zudem die Einbindung von Inline-Links und Website-Vorschauen in KI-Antworten aus. Der Konzern meldet, dass KI-Übersichten inzwischen 2,5 Milliarden monatliche Nutzer erreicht haben, der spezielle KI-Modus sogar mehr als eine Milliarde.

Vom SEO zur generativen Optimierung

Der Wandel im Suchverhalten hat eine neue Disziplin hervorgebracht: Generative Engine Optimization (GEO) – die gezielte Optimierung von Inhalten für KI-gestützte Suchmaschinen. Auf der Salesforce-Connections-Konferenz am 4. Juni 2026 berichteten Branchenexperten von einem Anstieg der KI-Suche als primäres Recherchewerkzeug um 200 Prozent im Jahresvergleich.

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Die Marktforschung zeigt ein gemischtes Bild: 73 Prozent der KI-generierten Antworten führen zu sogenannten „Zero-Click“-Ergebnissen – der Nutzer findet die Information, ohne die Quellseite zu besuchen. Andererseits erhalten Marken, die in den ersten beiden Sätzen einer KI-Antwort genannt werden, dreimal mehr Aufmerksamkeit von den Nutzern.

Erfolgreiche GEO-Strategien setzen daher auf die gezielte Ansprache sogenannter „Citation Cores“ – kleiner Gruppen vertrauenswürdiger Seiten, die KI-Plattformen wie ChatGPT, Claude und Gemini in bestimmten Branchen regelmäßig zitieren. Eine Untersuchung zeigte, dass alle drei Plattformen bei der Frage nach der besten Buchhaltungssoftware auf dieselbe Quelle verwiesen. Zudem steigerte die Einbindung von Statistiken und klarer Strukturierung in Pressemitteilungen die KI-Zitierhäufigkeit um das Fünffache.

Google-CEO Sundar Pichai räumte am 4. Juni 2026 ein, dass sich der Wandel von der klassischen Suche hin zum KI-Modus schrittweise vollziehen werde. Das Unternehmen wolle das Geschäftsmodell aus Werbung und Abonnements beibehalten, auch wenn die KI-gesteuerte Suche nahtloser werde.