Google rüstet Android gegen Smartphone-Diebstahl auf

Google führt KI-gestützte Diebstahlerkennung und erweiterte Authentifizierung ein, um den Zugriff auf gestohlene Android-Geräte zu verhindern.

Google verstärkt den Kampf gegen Smartphone-Diebstahl mit neuen Sicherheitsfunktionen für Android. Die Offensive soll Kriminellen den Zugriff auf gestohlene Geräte massiv erschweren. Damit zieht der Konzern mit Apples etabliertem „Schutz für gestohlene Geräte“ gleich.

Die neuen Maßnahmen reagieren auf raffinierte Methoden von Dieben. Smartphones sind nicht nur wegen ihres Materialwerts begehrt, sondern vor allem als Schlüssel zu persönlichen und finanziellen Daten. Die Updates zielen darauf ab, dieses digitale Einfallstor auch dann zu verschließen, wenn das Gerät bereits gestohlen wurde.

KI erkennt „diebstahltypische“ Bewegungen

Googles neue digitale Verteidigung setzt auf mehrere Ebenen. Ein zentrales Element ist die KI-gestützte Diebstahlerkennung. Sie analysiert über die Gerätesensoren Bewegungsmuster. Erkennt sie ein plötzliches Wegreißen des Telefons, sperrt sie den Bildschirm automatisch.

Weitere Neuerungen sind:
* „Failed Authentication Lock“: Diese mit Android 16 kommende Funktion sperrt das Gerät nach mehreren fehlgeschlagenen Anmeldeversuchen. Sie soll Brute-Force-Angriffe vereiteln, bei denen Diebe den PIN erraten wollen.
* Erweiterter „Identity Check“: Sicherheitskritische Aktionen – wie das Ändern der PIN oder der Zugriff auf Passwörter – erfordern künftig zwingend biometrische Authentifizierung. Das gilt besonders außerhalb vertrauter Orte wie Zuhause oder Arbeit.

Einige Funktionen werden auch für ältere Android-Versionen ab Android 10 über ein Update der Google Play Services verfügbar.

Apples Vorbild und die Basics für alle

Apple setzt mit „Schutz für gestohlene Geräte“ (seit iOS 17.3) bereits auf einen robusten Mechanismus. Ist ein iPhone an einem unbekannten Ort, erzwingt das System für kritische Änderungen die biometrische Authentifizierung. Zusätzlich tritt eine einstündige Sicherheitsverzögerung in Kraft. Nutzer müssen diese Funktion jedoch aktiv in den Einstellungen einschalten.

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Unabhängig vom Betriebssystem bleiben grundlegende Vorsichtsmaßnahmen essenziell:
* Smartphones nie unbeaufsichtigt lassen.
* Eine starke Bildschirmsperre nutzen – idealerweise Biometrie plus alphanumerisches Passwort.
* Ortungsdienste wie „Mein Gerät finden“ (Android) oder „Wo ist?“ (Apple) stets aktiviert lassen.

Was tun, wenn das Handy weg ist?

Trotz aller Vorsicht kann es passieren. Im Ernstfall ist schnelles Handeln entscheidend.

  1. Gerät remote sperren: Nutzen Sie sofort die Dienste „Mein Gerät finden“ oder „Wo ist?“, um den Zugriff auf Daten zu blockieren.
  2. Diebstahl anzeigen: Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei. Dafür benötigen Sie die 15-stellige IMEI-Nummer (abrufbar via *#06#).
  3. SIM-Karte sperren: Wenden Sie sich an Ihren Mobilfunkanbieter, um Missbrauch zu verhindern.
  4. Passwörter ändern: Setzen Sie die Zugänge zu wichtigen Diensten wie E-Mail, Banking und Social Media von einem anderen Gerät aus zurück.

Ein digitales Wettrüsten bahnt sich an

Die jüngsten Updates zeigen: Der Schutz vor Diebstahl ist ein Top-Thema für Hersteller. Das Wettrüsten zwischen Tech-Konzernen und Kriminellen dürfte sich weiter verschärfen. Zukünftige Entwicklungen werden wohl noch stärker auf Echtzeit-Analysen durch künstliche Intelligenz setzen.

Für Nutzer bedeutet das mehr Sicherheit, aber auch die Pflicht, sich mit den neuen Funktionen vertraut zu machen und sie zu aktivieren. Der wirksamste Schutz bleibt am Ende die Kombination aus technischer Innovation und wachsamer Vorsicht.