Google bereitet offenbar eine signifikante Ausweitung seiner Sicherheitsfunktionen für Android-Nutzer vor. Wie Analysen der aktuellen Beta-Version der „Phone by Google“-App nahelegen, soll die KI-basierte Erkennung von Telefonbetrug künftig nicht mehr nur auf Google- und Samsung-Geräten verfügbar sein, sondern auch auf Smartphones des Herstellers vivo zum Einsatz kommen. Parallel dazu wird der Funktionsumfang technisch erweitert, um Nutzer auch bei selbst initiierten Anrufen besser zu schützen.
Expansion des Partner-Netzwerks auf vivo
Die als „Scam Detection“ bekannte Funktion nutzt künstliche Intelligenz, um potenzielle Betrugsversuche während eines Telefonats in Echtzeit zu identifizieren.
Ein aktueller Teardown der App-Version 234.0.9 durch Branchenexperten lieferte nun deutliche Hinweise darauf, dass vivo als dritter Hersteller in den Kreis der unterstützten Marken aufgenommen wird. Damit folgt das Unternehmen auf Samsung, das neben Googles eigenen Pixel-Smartphones bisher zu den wenigen Partnern gehörte, die diese spezielle Sicherheitslösung implementiert haben.
In den Programmcodes der Anwendung wird das Projekt unter dem Codenamen „Sharpie“ geführt. Die Entdeckung dieser Code-Fragmente deutet darauf hin, dass die technologische Grundlage für die Integration bei vivo bereits in der Software verankert ist, auch wenn eine offizielle Bestätigung der Partnerschaft durch die beteiligten Unternehmen noch aussteht.
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Überwachung ausgehender Telefonate durch „Sharpie“
Eine wesentliche Neuerung betrifft die Richtung der überwachten Gespräche. Bisher konzentrierte sich die Scam-Erkennung primär auf eingehende Anrufe, da das Risiko, von unbekannten Betrügern kontaktiert zu werden, statistisch am höchsten eingestuft wurde. Neue Code-Zeilen mit der Bezeichnung „enableSharpieOnOutgoingCalls“ belegen jedoch, dass Google die Analyse künftig auch auf ausgehende Telefonate ausweiten möchte.
Dieser Schritt adressiert Szenarien, in denen Nutzer beispielsweise nach einer betrügerischen SMS oder einer gefälschten E-Mail eine vermeintliche Service-Hotline zurückrufen. Durch die Erweiterung kann die On-Device-KI auch in diesen Fällen aktiv werden, sobald das Gespräch typische Muster eines Betrugsversuchs aufweist – etwa die Aufforderung zur Preisgabe sensibler Bankdaten oder der Installation dubioser Fernwartungssoftware.
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Fokus auf Datenschutz durch lokale Verarbeitung
Ein zentraler Aspekt der Technologie ist die Arbeit der Datenverarbeitung. Die Analyse der Gesprächsmuster erfolgt vollständig lokal auf dem jeweiligen Endgerät („On-Device-KI“). Laut den vorliegenden Informationen werden keine Audiodaten oder Transkripte der Gespräche an Server von Google oder die Smartphone-Hersteller übermittelt. Die KI vergleicht lediglich lokale Merkmale des Gesprächsverlaufs mit bekannten Betrugsmustern.
Wird ein solcher Betrugsverdacht erkannt, erhält der Nutzer in Echtzeit eine Warnmeldung auf dem Display. Trotz der fortgeschrittenen Integration in die Beta-Version der App ist ein konkretes Datum für den offiziellen Start der neuen Funktionen noch nicht bekannt.
Die Entdeckung in der Testumgebung spricht jedoch dafür, dass die Entwicklung weit fortgeschritten ist und die Verteilung für berechtigte Geräte in den kommenden Monaten erfolgen könnte. Eine offizielle Ankündigung seitens Google oder vivo zu diesem Vorhaben liegt zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vor.

