Googles neue Speicherpolitik zwingt Millionen Nutzer zum Handeln. Ab sofort belegen Android-Backups Platz im kostenlosen Cloud-Kontingent.
Der Suchmaschinenriese hat am 15. Juli 2026 eine weitreichende Änderung angekündigt: Künftig werden SMS-Nachrichten, Anrufprotokolle, Geräteeinstellungen und App-Daten auf das 15-GB-Freikontingent angerechnet. Bislang waren diese Daten von der Speicherbegrenzung ausgenommen. Die neue Regelung tritt rund 45 Tage nach der Ankündigung in Kraft.
Branchenexperten schätzen, dass die Backups durchschnittlich 40 bis 80 Megabyte zusätzlichen Speicherplatz beanspruchen. Für Nutzer von Android 9 oder neuer gibt es in der Google-One-App detaillierte Schalter, um einzelne Backup-Kategorien gezielt zu deaktivieren.
Verschärfte Bedingungen für Neukunden
Die aktuelle Änderung ist nicht die erste Einschränkung in diesem Jahr. Bereits seit dem 9. März 2026 erhalten neue Google-Konten nur noch 5 GB kostenlosen Speicher. Immerhin: Wer seine Telefonnummer verifiziert, kann weitere 10 GB freischalten.
Was passiert bei Überschreitung des Kontingents? Google pausiert dann die Backups. Bleibt das Limit zwei Jahre lang überschritten, droht die Löschung der gespeicherten Inhalte – allerdings erst nach einer dreimonatigen Vorwarnfrist.
Speicherfresser identifizieren und beseitigen
Die Dateien-von-Google-App kann helfen, den Überblick zu behalten. Sie spürt nach Herstellerangaben bis zu 25 GB potenziell freigebbaren Speicherplatz auf – alte Screenshots, doppelte Dateien und selten genutzte Apps inklusive.
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Mit dem Update auf Play Services v26.26 vom 6. Juli 2026 hat Google zudem einen nativen Shop für Google One integriert, der Speicher-Upgrades vereinfacht.
Samsung-Nutzer haben Extrafunktionen
Besitzer von Samsung-Geräten profitieren von speziellen Werkzeugen in den „Gerätepflege“-Einstellungen von One UI. Dort lassen sich globale App-Caches leeren und Duplikate aufspüren. Das System bietet zudem eine Auslagerungsfunktion für Apps, die 30 Tage lang nicht geöffnet wurden.
Ein besonderes Feature: Samsung ermöglicht ein 30-tägiges Cloud-Backup-Fenster für Werksresets – ideal, wenn der kryptische „Sonstiges“-Speicher überquillt.
Neue Helfer von Drittanbietern
Auch externe Anbieter reagieren auf den Speicherdruck. Cloud Mail hat am 15. Juli 2026 eine „Phone Cleanup“-Funktion gestartet. Sie erkennt Fotos und Videos, die bereits in der Cloud gesichert sind, und löscht die lokalen Kopien – ohne die Mediendateien zu verlieren.
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Für iOS-Nutzer, die meist mit mageren 5 GB iCloud-Speicher auskommen müssen, gibt es neue Apps. Tiny Space etwa setzt auf Komprimierung: Die Software benötigt iOS 17 oder neuer und kann Fotos und Videos um bis zu 97 Prozent schrumpfen. Zusätzlich wandelt sie PNG-Dateien in JPEG um und entfernt Daten aus Live Photos.
Die größten Speicherfresser im Alltag
Technische Analysten haben die Hauptverursacher von Speicherproblemen identifiziert: Messaging-Apps wie WhatsApp und Messenger sammeln enorme Mengen an Cache-Daten an. Streaming-Dienste wie Netflix und Spotify lagern große Offline-Inhalte auf dem Gerät.
Meta arbeitet eigenen Angaben zufolge an einem eigenen Cloud-Speicher für WhatsApp-Backups. Das System soll Ende-zu-Ende-verschlüsselt sein und plattformübergreifende Wiederherstellung ermöglichen. Geplant sind rund 2 GB kostenloser Speicher sowie kostenpflichtige Optionen für größere Datenmengen. Die Entwicklung befindet sich jedoch noch in einer frühen Phase.

