Mit Gemini Intelligence will Google das Smartphone vom Werkzeug zum Assistenten machen. Die neue KI-Agentschicht soll noch diesen Sommer starten.
Google hat auf der Android Show am 12. Mai eine umfassende Neuausrichtung seines mobilen Betriebssystems präsentiert. Im Zentrum steht Gemini Intelligence – eine KI-Ebene, die nicht länger nur auf Befehle reagiert, sondern eigenständig komplexe Aufgaben übernimmt. Der Schritt kommt wenige Wochen vor der erwarteten Apple-Konferenz WWDC am 8. Juni, auf der der Konzern sein eigenes Siri-Update zeigen dürfte.
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Gemini Intelligence: Vom Chatbot zum digitalen Butler
Statt mühsam durch mehrere Apps zu navigieren, soll die neue KI künftig Reisebuchungen, Einkäufe oder Fahrdienstbestellungen komplett automatisieren. Möglich macht das eine tiefe Integration ins Betriebssystem: Gemini versteht visuelle Kontexte und handelt eigenständig.
Konkret zeigte Google mehrere neue Funktionen:
- Rambler: Ein Tool zur Sprachbereinigung für mehrsprachige Aufnahmen
- Create My Widget: KI-generierte Widgets für Android und Wear OS
- Gemini in Chrome: Basierend auf dem Modell Gemini 3.1 können Nutzer ab Ende Juni auf Geräten mit Android 12 und höher per „Auto-Browsing“ recherchieren und zusammenfassen lassen
Der Rollout von Gemini Intelligence beginnt im Sommer 2026 – zunächst auf Premium-Geräten wie dem Google Pixel und dem Samsung Galaxy S26. Später soll die Funktion auf weitere Android-Modelle ausgeweitet werden.
Googlebook: Android greift nach dem Laptop-Markt
Parallel zur Software-Offensive kündigte Google den Einstieg ins Laptop-Geschäft an. Die Googlebook-Initiative startet im Herbst 2026 in Zusammenarbeit mit Acer, Asus, Dell, HP und Lenovo. Die Geräte nutzen Prozessoren von Qualcomm und Intel.
Das Besondere: Ein Werkzeug namens Magic Pointer soll die Lücke zwischen Touch-Bedienung und klassischer Maussteuerung schließen. Ziel ist eine nahtlose Integration zwischen Smartphone und Laptop – ähnlich wie bei Apples Ökosystem.
Android Auto erhält das größte Update seit zehn Jahren
Das neue Design „Material 3 Expressive“ unterstützt verschiedenste Bildschirmformen und bietet randlose Navigation in Google Maps. Für Unterhaltung sorgt YouTube-Streaming in HD mit 60 Bildern pro Sekunde und Dolby Atmos – allerdings nur in stehenden Fahrzeugen. Dank Gemini lassen sich künftig auch Bestellungen bei Lieferdiensten per Sprachbefehl aufgeben.
Zwölf neue Sicherheitsfunktionen
Ein Schwerpunkt der Ankündigung lag auf dem Schutz der Nutzer:
- Verified Financial Calls: Ein System gegen Bankbetrug, das auf Geräten mit Android 11 und neuer startet. Partner sind Revolut, Itaú und Nubank.
- Live Threat Detection: Überwacht auf SMS-Weiterleitungsmissbrauch und missbräuchliche Nutzung von Bedienungshilfen – kommt mit Android 17 in der zweiten Jahreshälfte 2026.
- Theft Protection: Neue biometrische Anforderungen für die Gerätesperre, rückwärtskompatibel bis Android 10
- Privacy Controls: Einmalige Standortfreigabe, eingeschränkter Kontaktzugriff und dreistündiges Ausblenden von Einmalpasswörtern
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Creator-Tools: Screen Reactions und Adobe Premiere
Android 17 bringt Screen Reactions – eine Funktion zur gleichzeitigen Aufnahme von Bildschirm und Selfie-Kamera. Sie erscheint im Sommer 2026 zuerst auf Pixel-Geräten.
Die Instagram-App für Android erhält Unterstützung für Ultra HDR, Night Sight und verbesserte Videostabilisierung. Und: Adobe Premiere kommt im Sommer 2026 auf die Plattform, inklusive spezieller Vorlagen für YouTube Shorts.
Der Wettbewerb schläft nicht
Pünktlich zum Google-Event veröffentlichte Apple iOS 26.5 – allerdings ohne die erwarteten KI-Neuerungen. Das Update brachte vor allem die Beta-Version von Ende-zu-Ende-verschlüsseltem RCS-Messaging und neue Hintergrundbilder. Dafür bereitet Apple offenbar Werbung in Apple Maps für die USA und Kanada vor.
Beide Konzerne arbeiten an besseren Tools für den Plattformwechsel. Android übernimmt nun Passwörter, Fotos und eSIMs von iOS. Apple wiederum erlaubt die Auswahl bestimmter Zeiträume für Nachrichtenanhänge beim Umzug zu Android.
Ausblick: Der Sommer der KI-Assistenten
Mit Updates für Chrome im Juni, Gemini Intelligence im Sommer und neuer Hardware im Herbst setzt Google ein ambitioniertes Tempo. Ob die Agenten-Funktionen tatsächlich reibungslos funktionieren und das Googlebook-Konzept aufgeht, wird sich zeigen. Klar ist: Die Branche blickt gespannt auf den Juni, wenn Apple voraussichtlich zurückschlägt.

