Google-Suche: KI-Oberfläche mit Nano Banana und Gemini startet

Google erprobt eine KI-zentrierte Suchoberfläche mit Bildgenerierung und Dateianalyse. Neue Einstellungen für Medien-Wasserzeichen sorgen für Kontroversen.

Google hat einen Testlauf für eine neue, auf künstlicher Intelligenz basierende Benutzeroberfläche seiner Suchmaschine gestartet. Im Rahmen dieses Versuchs wird die klassische Startseite für eine begrenzte Nutzergruppe grundlegend umgestaltet. Dabei rücken spezifische KI-Anwendungen in den Fokus, während gleichzeitig neue Optionen zur Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten eingeführt werden.

Umgestaltung der Suchoberfläche und neue Werkzeuge

In der aktuellen Testphase experimentiert Google damit, die herkömmliche Suchschaltfläche durch drei spezialisierte KI-Funktionen zu ersetzen. Nutzer finden auf der Startseite nun direkte Zugriffsmöglichkeiten, um Bilder zu erstellen, Dateien abzufragen oder Brainstorming-Prozesse anzustoßen.

Für die Bildgenerierung kommt dabei das Modell Nano Banana zum Einsatz, während die Funktionen zur Dateianalyse und zur Ideenfindung auf dem Gemini-Modell basieren. Die Option „Dateien abfragen“ ermöglicht es Anwendern unter anderem, PDF-Dokumente hochzuladen und gezielte Fragen zu deren Inhalten zu stellen.

Trotz der prominenten Platzierung dieser neuen Schaltflächen bleibt die klassische Suchfunktion erhalten, da Nutzer weiterhin durch das Betätigen der Eingabetaste eine herkömmliche Suche auslösen können. Auch die bekannte Schaltfläche „Auf Gut Glück!“ wird in der neuen Oberfläche beibehalten.

Transparenz und Sicherheit bei KI-Medien

Flankierend zur neuen Suchoberfläche führt Google die Einstellung „Medien-Wasserzeichen“ ein. Diese Funktion erlaubt es Anwendern, sichtbare Wasserzeichen bei Inhalten zu deaktivieren, die durch verschiedene Gemini-Modelle wie Nano Banana, Omni, Lyria oder Flow erzeugt wurden. Diese Neuerung zielt darauf ab, die visuelle Präsentation der Ergebnisse anzupassen, ohne dabei Sicherheitsaspekte zu vernachlässigen.

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Trotz der Deaktivierungsmöglichkeit für sichtbare Kennzeichnungen bleiben unsichtbare Sicherheitsmerkmale wie SynthID und der C2PA-Standard bestehen. Diese Technologien dienen der dauerhaften Identifizierung von KI-generierten Medien. Die Verfügbarkeit dieser Einstellungsoption ist jedoch geografisch stark begrenzt.

In Regionen mit gesetzlicher Kennzeichnungspflicht, wie etwa in der Europäischen Union oder in China, wird die Funktion nicht angeboten. In Ländern wie Indien, Südkorea und Vietnam ist der Zugriff auf diese Option zudem an ein spezielles Ultra-Abonnement gebunden.

Darüber hinaus weitet Google seine Kennzeichnungsbemühungen auf den Werbebereich aus. In den letzten Wochen begann der Rollout eines Systems zur Markierung von KI-erstellten Anzeigen. Innerhalb des Bereichs „Mein Anzeigen-Center“ werden Werbemittel, die mit Google-eigenen Werkzeugen erstellt wurden, automatisch gekennzeichnet.

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Für Anzeigen, die mit Hilfe von Drittanbieter-KI produziert wurden, ist eine manuelle Kennzeichnung vorgesehen. In bestimmten Regionen, darunter die Europäische Union und Indien, werden diese Markierungen durch sichtbare Overlays ergänzt.

Widerstand aus der Medienbranche

Die zunehmende Integration von KI in die Suchergebnisse stößt auf Kritik bei Presseverlagen. Die französische Pressevereinigung APIG, die rund 300 Zeitungen vertritt, fordert eine stärkere Regulierung der KI-basierten Zusammenfassungen in der Google-Suche.

Hintergrund sind Daten der Medienaufsichtsbehörde Arcom, die einen deutlichen Rückgang des Nutzerverkehrs auf Nachrichtenseiten verzeichnen. Laut diesen Erhebungen sank der Traffic um 33 bis 38 Prozent, da die KI-Übersichten die Informationsbedürfnisse der Nutzer oft bereits auf der Suchseite befriedigen, ohne dass ein Klick auf die Originalquelle erfolgt.

In diesem Zusammenhang wird auf frühere rechtliche Auseinandersetzungen verwiesen, in deren Folge Google bereits eine Strafe in Höhe von 576,8 Millionen US-Dollar zahlen musste. Zudem wurde angekündigt, dass die Technologie Credentio als Open-Source-Projekt zur Verfügung gestellt werden soll, um die Transparenz in der Branche zu fördern.