Google plant für den 1. Oktober 2026 den Start seines ersten Testsatelliten im Rahmen des Projekts Suncatcher. Der Satellit soll an Bord einer SpaceX-Falcon-9-Rakete im Rahmen der Mission Transporter-18 von der Vandenberg Space Force Base in den niedrigen Erdorbit befördert werden. Mit der Mission will der Konzern erproben, ob sich spezialisierte KI-Hardware unter den extremen Bedingungen des Weltraums betreiben lässt.
Der von Planet gebaute MVP-Satellit ist mit vier Tensor-Processing-Units (TPUs) von Google ausgestattet, die zusammen etwa die Rechenleistung eines herkömmlichen Rechenzentrumsservers erreichen. Für die Energieversorgung sorgen Solarzellen mit einer Leistung von rund 1 kW.
Das Hauptziel der Testmission besteht darin zu prüfen, wie die Prozessoren die mechanischen Belastungen des Raketenstarts sowie Strahlung und extreme Temperaturschwankungen im Orbit bewältigen. Nach Angaben von Google kann der etwa zehnminütige Raketenflug anhaltende Beschleunigungskräfte von bis zum Zehnfachen der Erdgravitation verursachen.
Technische Hürden bei Kühlung und Strahlung
Da im Vakuum des Weltalls keine herkömmlichen Lüfter zur Kühlung eingesetzt werden können, nutzt der Satellit ein System aus Heatpipes und Radiatoren. Aufgrund der begrenzten Wärmeabfuhr sind die Betriebszeiten der Chips stark reglementiert: Die TPUs sollen jeweils nur für etwa 15 Minuten laufen und danach eine Abkühlphase durchlaufen.
Während dieser aktiven Phasen soll das KI-Modell Gemini kurze Anfragen verarbeiten. Google plant, den Satelliten rund ein Jahr lang aktiv zu betreiben. Insgesamt soll der Flugkörper bis zu sechs Jahre im Erdorbit verbleiben, bevor er beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht.
Vor dem Start unterzog Google die Hardware umfangreichen Tests auf der Erde. Diese Versuche, die im Jahr 2025 begannen, umfassten thermische Vakuumkammern sowie Strahlungs- und Vibrationstests für eine simulierte fünfjährige Missionsdauer. Bei Protonentests mit 67-MeV-Strahlen, die laut Bericht einer Strahlendosis von mehr als fünf Einsatzjahren entsprachen, traten Speicherfehler auf.
Google testet am 1. Oktober 2026 erstmals vier TPUs im Erdorbit — ein Datentest, kein betriebsfähiges Rechenzentrum. Wer die Wirtschaftlichkeit orbitaler KI-Infrastruktur für sein Unternehmen einordnen will, findet in dieser kostenlosen Analyse die entscheidenden Hebel: Startkosten von 1.500–2.900 USD/kg, die 200-USD-Schwelle und die Roadmap bis 2035. Kostenvergleich Boden vs. Orbit jetzt anfordern
Vorläufer ohne kommerziellen Rechenzentrumsbetrieb
Google betont, dass es sich bei dem Vorhaben um einen reinen Datentest und Vorläufer handelt und nicht um ein betriebsfähiges orbitales Rechenzentrum. Der Konzern erwarte vorerst kein vollwertiges Rechenzentrum im Orbit, und die Prototypen seien nicht darauf ausgelegt, KI-Modelle in Rechenzentrumsgröße zu trainieren. Auch die Projektkosten wurden nicht offengelegt; zudem liegt keine Genehmigung für ein kommerzielles Orbital-Rechenzentrum vor.
Sundar Pichai, CEO von Google, bezeichnete den bevorstehenden Flug als Testlauf dafür, ob TPUs im All überleben und arbeiten können. Eine kommerzielle Nutzung liege laut Pichai noch Jahre entfernt. Für 2027 plant Google bereits den Start von zwei weiteren Satelliten, um Laserverbindungen zwischen Raumfahrzeugen im Orbit zu erproben.
Langfristige Entwürfe zeigen jedoch das Potenzial auf: Ein Designmodell sieht ein Cluster von 81 Satelliten in einem Radius von rund 1 km in etwa 650 km Höhe vor. Für ein verteiltes KI-Training nennt Google laut dem Bericht eine erforderliche Bandbreite von 10 Tbit/s je Verbindung.
Strahlung verursachte bei Googles TPU-Tests bereits Speicherfehler, die Kühlung im Vakuum erlaubt nur 15-Minuten-Betriebsfenster. Bevor Sie orbitale KI-Rechenkapazität in Ihre Roadmap einplanen, brauchen Sie eine belastbare Risiko-Bewertung der technischen Hürden — von Heatpipes über Laserlinks bis zu den 10 Tbit/s je Verbindung für verteiltes Training. Risiko-Bewertung Weltraum-KI jetzt sichern
Ein weiteres Konzept skizziert ein Ziel von 80 Satelliten und eine Plattform von der Größe eines Fußballfelds, wobei keines dieser Konzepte als beschlossene Umsetzung gilt. Nach Schätzungen des Konzerns könnten Solarpanels im passenden Orbit fünf- bis achtmal mehr Strom als am Boden erzeugen.
Allerdings stehen dem hohe Transportkosten entgegen: Google schätzt die aktuellen Startkosten auf 1.500 bis 2.900 US-Dollar pro Kilogramm und sieht eine Schwelle von rund 200 US-Dollar pro Kilogramm als Voraussetzung für wirtschaftliche Tragfähigkeit. Dieses Niveau erwartet das Unternehmen frühestens um 2035, wofür der Einsatz des Starship-Systems und 180 Starts pro Jahr erforderlich wären.

