Google-Telefonnummernprüfung: Abschaltschalter fehlt auf vier von fünf Geräten

Die automatische SIM-Zuordnung birgt Tracking- und Sicherheitsrisiken; Abschalten und Entfernen gespeicherter Nummern können schwierig sein.

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Auf Android-Smartphones bestätigt Google über die Google Play Services hinterlegte Telefonnummern eigenständig im Hintergrund und verknüpft sie mit sämtlichen auf dem Gerät aktiven Profilen.

Diese Vorgehensweise erfolgt ohne ausdrückliche Zustimmung der Anwender, während zuvor eine manuelle Bestätigung erforderlich war. Neben grundlegenden Datenschutzfragen warnen Branchenbeobachter nun vor konkreten Sicherheitsrisiken, die sich aus der Praxis ergeben.

Vermischung von Profilen und Sicherheitsrisiken

Wie das Fachportal Android Police hervorhebt, bringt die automatische Zuweisung einer Mobilfunknummer über mehrere Konten hinweg erhebliche Gefahren mit sich. Im Vordergrund steht dabei die ungewollte Vermischung von Berufs- und Privatleben, da auch geschäftliche Profile oder getrennte Zweitkonten ungefragt mit derselben SIM-Karte verknüpft werden. Zudem erleichtert diese Praxis ein geräteübergreifendes Tracking über Kontogrenzen hinweg.

Ein weiteres Risiko betrifft die IT-Sicherheit: Wird eine Telefonnummer für die Zwei-Faktor-Authentifizierung hinterlegt, erhöht sich die Anfälligkeit für sogenanntes SIM-Swapping. Im Vergleich zu robusteren Methoden wie Authentifikator-Apps oder FIDO2-Hardwareschlüsseln gilt die SMS- oder anrufbasierte Absicherung als deutlich leichter angreifbar.

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Hintergrundprüfung läuft ohne ausdrückliche Freigabe

Die automatisierte Telefonnummernprüfung ist standardmäßig aktiviert. Das System bindet die erkannte SIM-Karte an sämtliche Konten, die auf dem Smartphone eingerichtet sind – einschließlich Haupt-, Zweit-, Privat-, Arbeits- und Reservekonten. Entdeckt wurde dieser Mechanismus ursprünglich von einem Nutzer auf der Plattform Reddit, worüber TechRadar und Android Authority berichteten.

Viele Nutzer bemerken den Vorgang gar nicht oder erfahren erst im Nachhinein davon. Vereinzelt versendet das System eine Bestätigungsnachricht über die E-Mail-Adresse noreply-phone-verification@google.com, in anderen Fällen erfolgt die Bindung vollständig ohne Benachrichtigung.

Abschaltung und technische Hürden

Betroffene können die automatische Überprüfung über die Geräteeinstellungen anpassen. Der entsprechende Schalter findet sich unter dem Pfad für Google-Dienste im Bereich Datenschutz und Sicherheit bei der Telefonnummernprüfung.

Wird die Option zur automatischen Bestätigung deaktiviert, gilt dies jedoch nur für zukünftige Vorgänge. Um bereits hinterlegte Mobilfunknummern wieder zu trennen, müssen diese manuell für jedes einzelne Profil in den Google-Kontoeinstellungen im Bereich der persönlichen Informationen entfernt werden.

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In der Praxis gestaltet sich dieser Schritt mitunter kompliziert. Anwenderberichten zufolge schaltet sich die Option mitunter von selbst wieder ein, was auch bei alternativen Android-Distributionen wie GrapheneOS mit installierten Play Services beobachtet worden sei.

Bei Tests der Redaktion von zive.cz ließ sich eine wiederholte Selbstaktivierung zwar nicht reproduzieren, allerdings fehlte der Deaktivierungsschalter bei vier von fünf überprüften Smartphones vollständig. Auf einem Pixel 11 Pro XL war die Verifizierung aktiv, ohne dass den Testern eine Möglichkeit zur Abschaltung bereitstand.

Google selbst äußerte sich zu den Berichten und der Kritik an dem Vorgehen bislang nicht.