Google-TPUs bei Oracle: KI-Chips sollen ab 2027 in der Cloud laufen

Die Kooperation bringt Googles TPU 8t und 8i ab 2027 für KI-Training und Inferenz auf Oracles Cloud-Infrastruktur.

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Oracle erweitert seine Cloud-Infrastruktur um Hardware des Konkurrenten Google. Wie der Konzern am 27. Oktober 2026 auf der Konferenz Oracle AI World in Las Vegas ankündigte, werden Google Tensor Processing Units künftig auf der Plattform Oracle Cloud Infrastructure bereitgestellt. Oracle ist damit der erste Hyperscaler außerhalb von Google Cloud, der die spezialisierten KI-Prozessoren in das eigene Angebot aufnimmt.

Bereitstellung ab 2027 für Training und Inferenz

Die Beschleunigerchips sollen ab dem Kalenderjahr 2027 sowohl für das Training als auch für die Inferenz von KI-Modellen bereitstehen. Der Aufbau der Kapazitäten ist über mehrere Jahre angelegt.

Ein genaues Startdatum, konkrete Preise, Systemkonfigurationen sowie das anfängliche Kontingent nannten die Unternehmen zunächst nicht. Im Rahmen der Kooperation stellt Oracle die physische Rechenzentrumsinfrastruktur, darunter Stromversorgung, Kühlung und Netzwerkanbindung.

OCI-Präsident Mahesh Thiagarajan begründete die Partnerschaft damit, dass unterschiedliche KI-Workloads differenzierte Anforderungen an die Rechenleistung stellen.

Auch Amin Vahdat, Senior Vice President für KI und Infrastruktur bei Google, betonte, dass die nächste Generation künstlicher Intelligenz eine vielfältige Recheninfrastruktur voraussetze. Google Cloud wird von Thomas Kurian geführt, der vor seinem Wechsel mehr als 20 Jahre bei Oracle tätig war.

Technische Details der Beschleuniger-Generation

Im Zentrum des Angebots stehen zwei Prozessormodelle, die Google Cloud im Jahr 2026 eingeführt hatte: die TPU 8t für rechenintensives Modelltraining sowie die TPU 8i für die Inferenz.

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Nach Angaben von Google erreicht die TPU 8t im Vergleich zur vorherigen Generation fast die dreifache Rechenleistung pro Pod, wodurch sich Entwicklungszyklen für wegweisende Basismodelle von Monaten auf Wochen verkürzen ließen. Die TPU 8i ist primär auf iterative Arbeitslasten von KI-Agenten ausgelegt und arbeite bis zu 80 Prozent effizienter als das Vorgängermodell.

Google hatte die Halbleiter seit dem Jahr 2013 ausschließlich für interne Zwecke eingesetzt, bevor das Unternehmen im zweiten Quartal 2026 mit der externen Vermarktung an Unternehmenskunden begann.

Heterogene Infrastruktur und Marktreaktionen

Branchenbeobachter werten die Kooperation als strategischen Schritt hin zu heterogenen Rechenumgebungen. Analyst Brendan Burke von Futurum hob hervor, dass sich die Plattformen zunehmend für vielfältige Hardwarearchitekturen öffnen. Matt Kimball von Moor Insights bezeichnete Oracle in diesem Zusammenhang als offene Halbleiter-Cloud.

Gleichzeitig verwies Analystin Stephanie Walter von HyperFrame Research darauf, dass Inferenz-Workloads den größten Rechenverbrauch in Unternehmen verursachen und Wechselkosten bei Modellen sowie Softwarewerkzeugen vor einer Migration genau geprüft werden müssten.

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Neben den Google-Prozessoren kündigte Oracle auf der Konferenz weitere Hardware-Optionen an: Ab 2027 soll die Wafer-Scale Engine von Cerebras integriert werden, während Positron Atlas ab sofort bereitsteht. Für Chips wie SambaNova SN50 sowie das mit Broadcom entwickelte OpenAI Jalapeño gibt es noch keinen festen Starttermin.

Zugleich vermeldete Oracle die allgemeine Verfügbarkeit von Nvidias Vera Rubin NVL72 und Vera CPUs sowie Planungen für Supercluster im Multi-Gigawatt-Bereich. Ergänzend stellte Oracle Softwarelösungen wie den Oracle AI Workspace und das Oracle AI Security Mesh vor und kündigte an, Snowflake als nativen OCI-Service einzubinden.