Anfang der Woche hat der Energieversorger Georgia Power, eine Tochtergesellschaft der Southern Co, eine Vereinbarung mit dem Technologiekonzern Google unterzeichnet, um die Leistungsfähigkeit bestehender Kernkraftwerke im US-Bundesstaat Georgia zu steigern.
Die geplanten Kapazitätserweiterungen, in der Branche als „Uprates“ bezeichnet, betreffen die Anlagen Plant Vogtle und Plant Hatch und sollen eine zusätzliche Stromkapazität von rund 96 MW bereitstellen.
Genehmigungsverfahren und technische Umsetzung
Die Umsetzung der Vereinbarung steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Georgia Public Service Commission (PSC). Entsprechende Unterlagen wurden bereits unter den Aktenzeichen 44280 und 56002 eingereicht. Die technischen Maßnahmen zur Leistungssteigerung umfassen laut den Einreichungen umfassende Umbauten an Turbinen, Pumpen, Motoren sowie den Kühlsystemen der Kraftwerke.
Während für die Einheiten 1 und 2 von Plant Hatch ein Antrag auf eine erweiterte Leistungssteigerung (Extended Power Uprate) gestellt wurde, war eine ähnliche Maßnahme für die Blöcke 1 und 2 von Plant Vogtle bereits im integrierten Ressourcenplan für das Jahr 2025 genehmigt worden. Die Maßnahmen betreffen jeweils den Eigentumsanteil von Georgia Power an diesen Einheiten.
Neuer Tarif NU-1 soll wirtschaftliche Vorteile bringen
Für die Abwicklung der Stromabnahme durch Google wurde ein neuer Tarif mit der Bezeichnung Nuclear Uprate (NU-1) entworfen. Google wird über diesen Tarif Strom beziehen und im Gegenzug Zertifikate für emissionsfreie Erzeugung erhalten.
Die Struktur des Tarifs wurde so gestaltet, dass Stromkunden, die nicht an dem Programm teilnehmen, vor möglichen Zusatzkosten geschützt werden. Georgia Power prognostiziert, dass die Subskription durch Google über die verbleibende Laufzeit der Reaktorblöcke finanzielle Vorteile für die Gesamtheit der Kunden in Höhe von rund 900 Millionen US-Dollar generieren könnte.
Die Kernkraft stellt eine tragende Säule der Energieversorgung in Georgia dar; im Jahr 2025 stammten über 25 Prozent der Stromerzeugung im Bundesstaat aus nuklearen Quellen. Plant Vogtle in der Nähe von Waynesboro verfügt über vier Reaktoreinheiten, während Plant Hatch bei Baxley zwei Einheiten betreibt. Google ist in der Region bereits stark engagiert und plant in Columbia County Investitionen von mindestens 17 Milliarden US-Dollar.
Google sichert sich über Georgia Power rund 96 MW zusätzliche Kernkraft-Kapazität — vorbehaltlich der Genehmigung durch die Regulierungsbehörde — und plant bis 2035 insgesamt 500 MW Atomstrom für seine Rechenzentren. Wer als Energie-Stratege in DACH ähnliche Direktstromverträge prüft, braucht jetzt belastbare Beschaffungs- und Verhandlungsgrundlagen. Kostenlosen Strategie-Report zur Atomstrom-Beschaffung anfordern
Ausbau der nuklearen Strategie von Google
Die Kooperation in Georgia ist Teil einer umfassenderen Strategie von Google zur Sicherung CO2-freier Energie für seine Rechenzentren. Ein weiterer Partner des Konzerns, Kairos Power, hat kürzlich Samsung C&T mit dem Bau des 50-MW-Demonstrationsreaktors Hermes 2 beauftragt.
Samsung C&T bringt dafür bis zu 100 Millionen US-Dollar ein, wovon 70 Millionen US-Dollar als Eigenkapital fließen. Kairos Power peilt den Betrieb der Anlage, die in Oak Ridge, Tennessee, entsteht, bis zum Jahr 2030 an. Es handelt sich dabei um einen fluorid-salz-gekühlten Hochtemperaturreaktor, der mit TRISO-Brennstoff betrieben wird.
Ein entsprechendes Risiko-Reduktionsprojekt des US-Energieministeriums (DOE) unterstützt das Vorhaben mit 303 Millionen US-Dollar bei einem Gesamtvolumen von 629 Millionen US-Dollar.
Google plant, bis zum Jahr 2035 insgesamt rund 500 MW Atomkapazität über Kairos Power zu beziehen. Auch international weitet der Mutterkonzern Alphabet seine Aktivitäten aus. So wurde vor kurzem eine Investition von 13 Milliarden Euro (etwa 15,1 Milliarden US-Dollar) in die digitale Infrastruktur Finnlands für die Jahre 2027 bis 2028 angekündigt, flankiert durch einen langfristigen Stromliefervertrag mit dem finnischen Kernkraftwerk Loviisa.
Branchenweiter Trend der Technologieriesen
Branchenanalysen deuten darauf hin, dass die Zusagen großer Hyperscaler wie Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft bis Anfang der 2030er Jahre eine Gesamtkapazität von etwa 6,9 GW an Atomstrom erreichen könnten. Ein Teil dieser Pläne hängt jedoch von der erfolgreichen Kommerzialisierung neuer Reaktortypen ab.
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Herausforderungen bestehen zudem in der Versorgungskette für Kernbrennstoffe. Fachleute verweisen auf bestehende Engpässe in den USA bei der Gewinnung, Konversion und Anreicherung von Uran. Insbesondere für fortgeschrittene Reaktoren wird sogenannter HALEU-Brennstoff benötigt, für dessen heimische Produktion die US-Regierung derzeit verstärkt Fördermittel bereitstellt.

