Google Workspace Studio: KI-Agenten ab heute ohne Code

Google Workspace Studio und Microsoft Copilot Cowork erreichen Marktreife. Erste Anwender wie Kärcher melden deutliche Produktivitätssteigerungen.

Google, Microsoft und Co. bringen autonome Helfer an den Start, die E-Mails schreiben, Termine planen und Daten analysieren – ganz ohne Programmierkenntnisse.

Die großen Technologiekonzerne treiben die Automatisierung von Büroarbeit massiv voran. Am heutigen Samstag erreicht Google Workspace Studio die allgemeine Verfügbarkeit und ermöglicht Nutzern, KI-Agenten per Baukastenprinzip zu erstellen. Die Plattform, die auf dem Sprachmodell Gemini 3 basiert, integriert sich nahtlos in Gmail, Drive und Chat sowie in Drittanbieter-Apps wie Salesforce, Jira oder Asana.

Erste Anwender melden beeindruckende Produktivitätssprünge: Der Reinigungsgerätehersteller Kärcher konnte die Zeit für die Erstellung von Textentwürfen um 90 Prozent reduzieren. Allein in den 30 Tagen vor dem offiziellen Start erledigten die digitalen Assistenten über 20 Millionen Aufgaben.

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Microsoft zieht mit Copilot Cowork nach

Nur vier Tage zuvor, am 16. Juni, hatte Microsoft Copilot Cowork seinen globalen Start gefeiert. Der cloudbasierte KI-Agent ist speziell für langlaufende, asynchrone Aufgaben im Microsoft-365-Universum konzipiert – etwa die Erstellung umfangreicher Berichte oder komplexe Datenanalysen. Während der Testphase verarbeitete das System mehr als zwei Millionen Aufträge mit einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit von 18 Minuten. Einige besonders aufwendige Vorgänge können allerdings bis zu acht Stunden dauern.

Die Nutzung erfolgt über ein Kreditpunkte-System: Einfache Aufgaben kosten fünf bis zehn Credits, komplexe Operationen schlagen mit über 100 Credits zu Buche.

Spezialisierte Helfer für Vertrieb und Verwaltung

Auch andere Anbieter drängen mit Nischenlösungen auf den Markt. Amazon Quick integrierte am 18. Juni autonome Agenten, die sich per einfachem Textbefehl steuern lassen. Sie kümmern sich um Angebotsnachverfolgungen, CRM-Updates und Compliance-Zusammenfassungen. Ein neuer Aktivitätsfeed bündelt E-Mails, Kalender und Aufgaben – mit einstellbaren Autonomie-Stufen für die nötige Kontrolle.

Im Vertriebsbereich sorgt Artisan Ava 2.0 für Furore. Der autonome Vertriebsmitarbeiter, der auf Claude Code basiert, greift auf eine Datenbank mit über 250 Millionen Profilen zurück. Bei einer Kampagne mit 7.000 E-Mails erzielte das System eine positive Rücklaufquote von 3,6 Prozent.

Lindy AI positioniert sich derweil als Ersatz für klassische Assistenten-Workflows und übernimmt E-Mail-Sortierung sowie Meeting-Nachbereitung – mit Anbindung an HubSpot, Slack und Notion.

OpenAI und Zoom rüsten auf

OpenAI rollt seit dem 19. Juni „Scheduled Tasks“ für ChatGPT aus. Die Funktion ersetzt das bisherige ChatGPT Pulse und erlaubt wiederkehrende Abfragen, Themenüberwachung und bedingte Benachrichtigungen. Die Anzahl gleichzeitig aktiver Aufgaben variiert je nach Abo-Modell: „Go“-Nutzer dürfen drei Tasks parallel laufen lassen, Enterprise- und Pro-Konten bis zu 15.

Zoom kontert mit ZoomMate, einer am 19. Juni gestarteten Agenten-Schnittstelle. Sie durchsucht das Web und Drittsysteme wie Workday oder Salesforce, orchestriert Nachfassaktionen und generiert Berichte auf Basis von Meeting-Kontexten.

Aus Tallinn kommt mit Atomic Mail ein ungewöhnlicher Ansatz: Der im offenen Alpha-Status gestartete E-Mail-Dienst gibt KI-Agenten eigene Postfächer – für Aufgaben wie Rechnungsverarbeitung oder Preisüberwachung.

Datenschutz: Selbst gehostete Alternativen für Unternehmen

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Für Organisationen mit hohen Datenschutzanforderungen – etwa im Hinblick auf die EU-Richtlinie NIS2 – wurden am 18. Juni neue Frameworks vorgestellt. Diese setzen auf selbst gehostete n8n-Instanzen auf Infrastruktur wie Hetzner, betrieben via Docker Compose und PostgreSQL. Typische Einsatzszenarien: Incident-Triage mit 24-Stunden-Meldefrist, Benutzerlebenszyklus-Management und wöchentliche Sicherheitsaudits.

Bitrix24 startete am 19. Juni seine Vibe Code-Plattform im Beta-Stadium. Das System erstellt Geschäftsanwendungen per Sprachbefehl und enthält einen „CoPilot Agent“ mit verbessertem Langzeitkontext.

Für den lokalen Desktop-Betrieb bietet Nous Research mit Hermes Desktop eine Lösung an, die seit Anfang Juni im öffentlichen Preview-Status ist. Das System verfügt über selbstverbessernde Fähigkeiten und einen persistenten Arbeitsspeicher – und läuft plattformunabhängig auf macOS, Windows und Linux.