Google hat eine neue Laptop-Kategorie namens Googlebook vorgestellt – die ersten Computer, die speziell für die KI-Plattform Gemini entwickelt wurden.
Die Ankündigung erfolgte am Dienstag im Rahmen der Veranstaltung „The Android Show: I/O Edition“, noch vor der eigentlichen Entwicklerkonferenz Google I/O am 19. Mai. Mit den Googlebooks will der Konzern das klassische Chromebook-Modell hinter sich lassen. Statt eines reinen Cloud-Betriebssystems setzt Google nun auf ein „Intelligenzsystem“, bei dem künstliche Intelligenz die zentrale Ebene der Nutzererfahrung bildet.
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Vereinigung von Android und ChromeOS
Die neue Plattform basiert auf einem einheitlichen Betriebssystem, das Elemente von Android und ChromeOS zusammenführt. Unter dem Codenamen „Project Aluminum“ soll die langjährige Fragmentierung zwischen Googles mobilen und Desktop-Ökosystemen endlich überwunden werden.
Der Clou: Anders als frühere Chromebooks, die Android-Apps nur per Emulation ausführen konnten, laufen diese auf dem Googlebook nativ. Das verspricht mehr Leistung und eine tiefere Integration zwischen Laptop und Smartphone.
Ein Beispiel dafür ist die Funktion Quick Access: Nutzer können auf ihrem Googlebook direkt auf Dateien ihres Android-Handys zugreifen – ohne manuelle Übertragung. Noch weiter geht das App-Casting: Apps, die nur auf dem Smartphone installiert sind, lassen sich über die Laptop-Oberfläche öffnen und bedienen.
Der „Magic Pointer“ – ein Mauszeiger mit KI
Das Herzstück der Googlebooks ist Gemini Intelligence, eine Suite generativer KI-Funktionen, die tief im System verankert ist. KI ist hier keine separate App, sondern Teil der grundlegendsten Bedienelemente – inklusive des Mauszeigers.
Die Innovation namens Magic Pointer wurde gemeinsam mit Google DeepMind entwickelt. Wackelt oder schüttelt der Nutzer die Maus, wird der Cursor kontextbewusst und schlägt Aktionen vor, die zum aktuellen Bildschirminhalt passen. Zeigt man etwa auf ein Datum in einer E-Mail, erstellt das System sofort eine Kalendereinladung. In einer Demo wählte ein Nutzer zwei Bilder aus – ein Wohnzimmerfoto und ein Möbelkatalogbild – und ließ sie per Magic Pointer per KI zusammen visualisieren.
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Mit Create My Widget lassen sich personalisierte Startbildschirm-Widgets per Sprachbefehl erstellen. Gemini greift dabei auf Daten aus Gmail, Kalender und Google Maps zurück. Die Diktierfunktion Rambler wiederum nutzt ein mehrsprachiges Gemini-Modell, das Füllwörter in Echtzeit entfernt und mittendrin die Sprache wechseln kann – ohne die Transkription zu unterbrechen.
Premium-Partner und ein leuchtendes Markenzeichen
Google fertigt die Googlebooks nicht selbst. Stattdessen setzt der Konzern auf ein breites Partnernetzwerk: Acer, Asus, Dell, HP und Lenovo bringen die ersten Modelle auf den Markt. Alle Geräte müssen bestimmte Premium-Kriterien erfüllen, um das Googlebook-Branding zu tragen.
Ein markantes Designmerkmal ist die Glowbar – ein rechteckiger LED-Lichtstreifen auf dem Deckel. Er dient als visuelles Erkennungszeichen und reagiert mit Animationen auf KI-Interaktionen. Beobachter sehen darin eine Anlehnung an das Design des Chromebook Pixel von 2015.
Während Chromebooks traditionell im günstigen Bildungs- und Unternehmenssektor zu Hause sind, zielen die Googlebooks auf das Premium-Ultraportable-Segment. Die Preise dürften sich an den aktuellen Top-Chromebooks orientieren, die zwischen 700 und 950 Euro kosten.
Google-Vizepräsidentin Mindy Brooks betonte, dass alle KI-Funktionen streng optional seien. Nutzer haben jederzeit die Kontrolle darüber, welche Daten mit Gemini geteilt werden.
Angriff auf ein Duopol
Der Markteintritt kommt zu einem strategischen Zeitpunkt. Apple brachte Anfang des Jahres das MacBook Neo für rund 550 Euro auf den Markt, Microsoft pusht seit Jahren seine Copilot+-PC-Initiative. Google will sich nun im Premium-KI-Laptop-Segment positionieren.
Der Chromebook-Markt wächst rasant: Prognosen zufolge könnte er von umgerechnet rund 13,5 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf über 39 Milliarden Euro im Jahr 2034 steigen. Mit den Googlebooks will Google einen größeren Anteil dieses Kuchens erobern.
Trotz der neuen Kategorie betonte Sameer Samat, Präsident des Android-Ökosystems, dass Chromebooks weiterhin unterstützt werden – besonders in Bereichen, die auf Einfachheit und niedrige Kosten setzen. Doch die Googlebooks sind klar als Flaggschiff-Plattform für die Zukunft positioniert.
Ausblick
Die ersten Googlebook-Modelle sollen im Herbst 2026 in den Handel kommen. Detaillierte Hardware-Konfigurationen der Partner werden in den kommenden Monaten erwartet. Weitere technische Einblicke in die „Aluminum OS“-Architektur und zusätzliche Gemini-Funktionen dürften auf der Google I/O am 19. Mai folgen. Die Branche wird genau beobachten, ob ein mobiles Betriebssystem wie Android eine ernsthafte Alternative zu traditionellen Desktop-Umgebungen bieten kann – in einem Markt, der zunehmend von KI bestimmt wird.

