KI-Tools revolutionieren die Erstellung von Präsentationen und fordern etablierte Software heraus. In einer bedeutenden Entwicklung hat Google sein Forschungs-Tool NotebookLM diese Woche zu einem mobilen Präsentationsgenerator ausgebaut. Diese Strategie verdeutlicht einen breiteren Trend: Künstliche Intelligenz schafft nicht nur neue Funktionen, sondern komplett neue Arbeitsabläufe, die den Status quo des Folien-Designs infrage stellen.
Die am 12. Februar vorgestellte Aktualisierung führt ein „Studio Panel“ in der NotebookLM-Mobil-App ein. Es erlaubt Nutzern, Forschungsnotizen, Dokumente und Web-Ausschnitte sekundenschnell in strukturierte Folien und Infografiken zu verwandeln. Diese Verschmelzung von Informationsrecherche und Inhaltserstellung ermöglicht es Berufstätigen und Studierenden, unterwegs professionelle Präsentationen zu erstellen – ohne umfangreiche Designkenntnisse. Während Tech-Giganten wie Google und Microsoft leistungsstarke generative KI in ihre Kernanwendungen integrieren, gerät der Markt für spezialisierte Präsentationssoftware unter Druck. Der Wettlauf um intelligentere, automatisiertere Lösungen ist in vollem Gange.
Integrierte KI-Assistenten: Von der Recherche zur Präsentation
Googles Update für NotebookLM steht exemplarisch für den Branchentrend zu integrierten KI-Helfern. Das Tool bietet nun zwei Erstellungsmodi: „Detailed Deck“ für umfassende, textlastige Berichte und „Presenter Slides“ für optisch klare Folien mit Stichpunkten für Live-Vorträge. Nutzer können den Stil per Prompt steuern und etwa ein „Tafeldiagramm-Klassenzimmer-Design“ oder einen „technischen Blaupausen-Stil“ anfordern. So behalten sie die kreative Kontrolle – bei minimalem Aufwand.
Dieser Ansatz konkurriert direkt mit Microsofts integrierter Lösung, Copilot für PowerPoint. Auch Microsoft treibt seine KI-Angebote voran. Copilot kann inzwischen in schreibgeschützten Dokumenten agieren und unternehmenseigene Brand-Assets einbinden, um Design-Konsistenz zu gewährleisten. In einem Update vom 11. Februar erweiterte der Konzern sein Ökosystem: Beim Export von Berichten aus der Viva-Glint-Plattform können nun benutzerdefinierte PowerPoint-Vorlagen angewendet werden. Die Botschaft ist klar: Die großen Player setzen darauf, KI nahtlos in ihre bestehenden Produktivitätssuiten einzubetten.
Web-Native Innovatoren: Gamma und Tome
Während die Giganten KI in bestehende Software einbauen, erfinden web-first-Plattformen die Präsentation neu. Gamma und Tome sind führende Innovatoren, die sich vom traditionellen Folien-Format lösen. Gamma erstellt responsive, interaktive Präsentationen, die eher wie eine Webseite wirken. Seine KI generiert aus einem einfachen Text-Prompt in unter einer Minute eine komplette, strukturierte Präsentation. Ein kartenbasiertes System ermöglicht flexible Layouts, die nicht an starre Folienmaße gebunden sind.
Tome setzt dagegen auf einen narrativen, filmischen Storytelling-Ansatz. Die KI gestaltet visuell immersive Erlebnisse und integriert einen eigenen KI-Bildgenerator für maßgeschneiderte Visuals. Tomes Fokus auf dramatisches, aufmerksamkeitsstarkes Design macht es bei Startup-Gründern und Kreativen beliebt, die stark wirken müssen. Beide Plattformen bieten leistungsstarke KI-Generierung, bedienen aber unterschiedliche Bedürfnisse: Gamma für interaktive, datenreiche Web-Inhalte, Tome für mitreißende, visuelle Erzählungen.
Automatisierte Designer: Beautiful.ai und Pitch
Eine weitere Kategorie von KI-Tools löst ein Kernproblem vieler Nutzer: die Überforderung beim Design. Plattformen wie Beautiful.ai und Pitch priorisieren Automatisierung und Markenkonsistenz. Beautiful.ai arbeitet mit „Smart Slides“: Inhalte passen sich automatisch vordesignten, professionellen Layouts an. Das mühsame manuelle Ausrichten von Text und Bildern entfällt. Dieser designzentrierte Ansatz stellt sicher, dass jede Folie visuell ansprechend und on-brand bleibt.
Pitch kombiniert intuitives Design mit starken Kollaborationsfunktionen, ideal für Vertriebs- und Marketingteams. Seine KI kann aus einem Prompt einen strukturierten Entwurf generieren, Text an eine bestimmte Markenstimme anpassen und Stichpunkte in Tabellen oder Diagramme umwandeln. Ein Schlüsselmerkmal ist die Möglichkeit, Präsentationen über einen Live-Link zu teilen und Analysen dazu zu erhalten, welche Folien bei Interessenten am besten ankommen. Diese Tools agieren als KI-Designpartner, die den Erstellungsprozess straffen, ohne auf Professionalität zu verzichten.
Wer schnell überzeugende Folien braucht, aber nicht stundenlang am Layout feilen möchte, kann auf sofort einsetzbare PowerPoint-Vorlagen zurückgreifen. Das Gratis-Paket liefert fertige Designs, Lichteffekte, Zeitstrahlen und handschriftliche Icons – plus einen E‑Mail-Ratgeber mit Praxistipps, damit aus KI-Inhalten in Minuten professionelle Präsentationen werden. Kostenlose PowerPoint-Vorlagen & Praxistipps sichern
Analyse: Vom Einzelwerkzeug zum KI-Assistenten
Die jüngsten Updates von Google und Microsoft signalisieren einen fundamentalen Wandel. KI ist kein bloßes Feature mehr, sondern wird zum integrierten Assistenten, der anwendungsübergreifend arbeitet. Die Fähigkeit von NotebookLM, Recherche per Klick in eine Präsentation zu verwandeln, setzt reine Einzelfunktions-Tools unter Druck. Nutzer werden zunehmend nahtlose Workflows erwarten – vom rohen Gedanken zum fertigen Produkt, ohne Plattformwechsel.
Die Zukunft gehört Werkzeugen, die Quellen intelligent zusammenfassen, überzeugende Narrative vorschlagen, on-brand Visuals entwerfen und das Publikumsengagement analysieren können. Die Herausforderung für Spezialisten wie Gamma, Tome und Pitch wird sein, einzigartige Fähigkeiten und ein überlegenes Nutzererlebnis zu bieten, das in den riesigen Ökosystemen von Google Workspace und Microsoft 365 nicht einfach nachgebaut werden kann.
Ausblick: Die KI als kreativer Partner
Die Entwicklung wird sich beschleunigen. Die nächste Generation dieser Plattformen wird fortschrittlichere KI-Agenten integrieren, die komplexe, mehrstufige Aufgaben übernehmen. Stellen Sie sich eine KI vor, die nicht nur eine Präsentation designt, sondern auch unterstützende Daten recherchiert, realistische Voiceovers generiert und interaktive Q&A-Abschnitte basierend auf dem Inhalt erstellt.
Der Fokus verschiebt sich von simpler Automatisierung hin zu echter Kreativpartnerschaft. Die KI wird zunehmend als Co-Creator agieren, der hilft, Botschaften zu schärfen, Geschichten zu strukturieren und komplexe Ideen neu zu visualisieren. Wenn KI-Modeln Kontext und Narrative besser verstehen, werden sie über reine Vorlagen-Befüllung hinauswachsen. Für Fachkräfte in allen Branchen bedeutet das: weniger Zeit für manuelle Formatierung, mehr Zeit für wirkungsvolle und überzeugende Geschichten.





