OpenAI hat am Mittwoch ChatGPT Work und die neue GPT-5.6-Modellfamilie veröffentlicht. Die Freigabe erfolgte nach einer nationalen Sicherheitsprüfung durch die Trump-Administration. Damit vollzieht das Unternehmen den Schritt vom reinen Chat-Assistenten hin zu autonomen KI-Agenten, die komplexe berufliche Aufgaben über mehrere Anwendungen hinweg eigenständig erledigen können.
Drei Modelle für unterschiedliche Anforderungen
Die GPT-5.6-Familie umfasst drei Varianten, die sich in Leistung und Kosten unterscheiden. Das Flaggschiff Sol ist für anspruchsvolle Aufgaben in der Programmierung, Cybersicherheit und Wissenschaft ausgelegt. Terra dient als ausgewogene Option für den allgemeinen Unternehmenseinsatz, während Luna auf Geschwindigkeit und Kosteneffizienz optimiert wurde.
OpenAI-CEO Sam Altman zufolge zeigt die neue Architektur eine 54-prozentige Verbesserung der Tokeneffizienz bei agentischen Programmieraufgaben im Vergleich zum Vorgänger GPT-5.5. Die Preisgestaltung erfolgt nutzungsbasiert pro einer Million Tokens:
- Sol: 4,60 Euro für Eingabe, 27,50 Euro für Ausgabe
- Terra: 2,30 Euro für Eingabe, 13,75 Euro für Ausgabe
- Luna: 0,90 Euro für Eingabe, 5,50 Euro für Ausgabe
Mit dem Erscheinen der neuen Modelle kündigte OpenAI an, dass GPT-5.4 am 23. Juli eingestellt wird.
Autonome Arbeitsabläufe im Fokus
ChatGPT Work fungiert als Produktivitätsagent, der die Fähigkeiten von ChatGPT mit Codex – OpenAIs programmierorientiertem System – vereint. Codex verzeichnet derzeit über fünf Millionen wöchentliche Nutzer, von denen rund eine Million das System für nicht-programmiertechnische Zwecke einsetzen. ChatGPT Work erweitert diese Möglichkeiten nun auf die automatisierte Erstellung von Dokumenten, Präsentationen, Tabellenkalkulationen und Webseiten.
Das Tool verfügt über ein einheitliches Plugin-Verzeichnis, das Unternehmenssoftware wie Slack, Microsoft Teams, Google Drive, Gmail, SharePoint und CRM-Plattformen wie Salesforce anbindet. Eine neue Funktion namens „Scheduled Tasks“ erlaubt es dem Agenten, Aufgaben im Hintergrund vollständig autonom auszuführen. Zudem startete OpenAI eine öffentliche Beta für „Sites“ – eine Funktion zur Erstellung interaktiver Webanwendungen direkt über den Agenten.
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Einheitliche Desktop-Oberfläche
Mit dem Rollout geht eine grundlegende Neustrukturierung der OpenAI-Software einher. Die Desktop-Anwendung für Mac und Windows vereint nun Chat, Work und Codex in einer einzigen Umgebung. Im Zuge dieser Umstellung wird der bisher eigenständige Atlas-Browser am 9. August 2026 eingestellt – seine Funktionen werden in die Haupt-App integriert.
Sicherheit und Markteinführung
Um Unternehmensbedenken hinsichtlich Datensicherheit zu adressieren, führte OpenAI eine „Auto-Review“-Sicherheitsfunktion ein. Bei internen Tests habe diese Funktion sämtliche versuchten unbefugten Datenextraktionen blockiert, so das Unternehmen. Die Betaphase umfasste mehrere Unternehmenspartner, darunter Nvidia, Zapier, RingCentral und Virgin Atlantic.
Die Einführung von ChatGPT Work erfolgt gestaffelt nach Nutzertarifen. Seit dem 9. Juli haben Pro-, Enterprise- und Education-Abonnenten auf Web und Mobilgeräten Zugriff. Plus- und Business-Kunden sollen in den kommenden Tagen folgen. Die einheitliche Desktop-Anwendung steht ab sofort allen Nutzern zur Verfügung – auch denen des kostenlosen Tarifs.
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Mit diesem Schritt tritt OpenAI in direktere Konkurrenz zu anderen Arbeitsplatz-KI-Agenten wie Anthropics Claude Cowork, Google Gemini und Microsofts Copilot Cowork. Die Abrechnung von ChatGPT Work erfolgt nutzungsbasiert – analog zur bestehenden Codex-Struktur. Einige Unternehmenspläne erreichen dabei monatliche Kosten von bis zu 92 Euro.

