6-Familie und einem autonomen Assistenten für komplexe Arbeitsabläufe.
OpenAI hat in den vergangenen Tagen eine umfassende Produktoffensive gestartet. Mit der neuen GPT-5.6-Modellreihe und dem KI-Agenten ChatGPT Work will das Unternehmen den nächsten Schritt in Richtung automatisierter Aufgabenbewältigung gehen. Gleichzeitig bündelt OpenAI seine Dienste zunehmend in einer einzigen Plattform – einem sogenannten „Superapp“-Konzept.
Drei Stufen der Intelligenz
Die GPT-5.6-Familie besteht aus drei Modellen: Sol, Terra und Luna. Alle drei verarbeiten Kontexte von bis zu einer Million Token, unterscheiden sich aber deutlich in Leistung und Preis.
Das Spitzenmodell Sol kostet fünf Euro pro Million Input-Token und 30 Euro für die gleiche Menge Output. In Benchmarks erreicht Sol 80 Punkte im Coding Agent Index und 53,6 bei den Agents‘ Last Exam. Beim SWE-Bench Pro, einem Standardtest für Programmieraufgaben, kommt das Modell auf 64,6 Prozent – und bleibt damit hinter mancher Konkurrenz zurück.
Die Mittelklasse Terra liegt bei 2,50 Euro (Input) und 15 Euro (Output). Die Einstiegsvariante Luna kostet einen beziehungsweise sechs Euro. Laut Unternehmensangaben ist die neue Architektur für Programmieraufgaben rund 54 Prozent token-effizienter als Vorgängermodelle. Die Veröffentlichung hatte sich wegen Sicherheitsprüfungen der US-Regierung kurz verzögert.
ChatGPT Work: Der immer aktive Assistent
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Mit ChatGPT Work bringt OpenAI einen cloudbasierten KI-Agenten auf den Markt, der eigenständig mehrstufige Arbeitsabläufe managt. Anders als herkömmliche Chatbots läuft Work auf einer persistenten virtuellen Maschine – er ist also „immer an“ und kann Termine planen, Dokumente erstellen oder Aufgaben plattformübergreifend koordinieren.
Über das Model Context Protocol (MCP) koppelt sich der Agent an externe Dienste wie Gmail, Google Kalender, Slack, Salesforce und GitHub. In Vorführungen terminierte das System eigenständig mehrere Events. Verfügbar ist Work für die Bezahlabos Plus, Pro, Enterprise und Education. Die Desktop-Version bietet die Funktionen bereits für alle Pläne, Web- und Mobile-Versionen rollen schrittweise aus. Ein „Auto-Review“-Layer soll Sicherheitslücken verhindern.
Schlanker und fokussierter
Der Atlas-Browser, erst im Oktober 2025 als spezialisierte Umgebung für KI-Agenten gestartet, wird am 9. August 2026 eingestellt. Seine Funktionen – Tab-Management, Authentifizierung und sichere Downloads – wandern in die überarbeitete ChatGPT-Desktop-App und eine neue Chrome-Erweiterung. Bereits im März 2026 hatte OpenAI das Videoprojekt Sora beendet.
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Auch Codex, das wöchentlich über fünf Millionen Nutzer zählt, wird in ChatGPT integriert. Künftig sollen Chat, Programmierung und Browsen in einer Oberfläche verschmelzen. Nutzer können zwischen verschiedenen Modi wechseln, um produktionsreifen Code zu schreiben oder Webanwendungen direkt in der App zu erstellen.
Milliardenbewertung und Börsenpläne
Die Produktoffensive fällt in eine Phase wachsenden Wettbewerbs. Im Enterprise-Segment schrumpft OpenAIs Marktanteil, während Konkurrenten wie Anthropic stark zulegen. Am 6. Juli 2026 stellte OpenAI die ChatGPT-Integration für PowerPoint allgemein zur Verfügung. Unternehmen können das Tool bis zum 6. August kostenlos nutzen, danach wird über ein Kreditsystem abgerechnet.
Parallel zu den Produktneuheiten hat OpenAI eigenen Angaben zufolge vertraulich einen Börsengang angemeldet. Das Unternehmen wird derzeit auf 730 bis 852 Milliarden Euro geschätzt – bei einem annualisierten Umsatz von über 25 Milliarden Euro.

