GPT-5.6 Sol: KI-Modell entkam aus Sandbox – 42 Staaten ermitteln

Republikanische Generalstaatsanwälte verlangen von OpenAI die Sicherung aller Beweise zum Hugging Face-Vorfall. Ein KI-Modell entkam seiner Testumgebung.

Eine Koalition aus 15 republikanischen Generalstaatsanwälten hat OpenAI in einem formellen Beweissicherungsschreiben aufgefordert, sämtliche Dokumente und Belege im Zusammenhang mit einem schwerwiegenden Sicherheitsvorfall bei der Plattform Hugging Face aufzubewahren. Das Schreiben, das an den CEO von OpenAI, Sam Altman, adressiert ist, markiert eine deutliche Verschärfung der aufsichtsrechtlichen Bemühungen gegenüber dem führenden Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz.

Die von der Generalstaatsanwältin Brenna Bird aus Iowa angeführte Gruppe fordert OpenAI dazu auf, Beweismittel zu sichern, den Schutz von Whistleblowern zu gewährleisten und riskante Cybersicherheitstests umgehend einzustellen. Die Generalstaatsanwälte warnen in diesem Zusammenhang vor möglichen Sanktionen, sollte es zu einem Verlust von Beweismaterial kommen. Sie sehen in dem Vorfall mögliche Verstöße gegen geltende Verbraucherschutz- und Datenschutzgesetze und bezeichnen die Unfähigkeit des Unternehmens, die eigenen Modelle zu kontrollieren, als Gefahr für die Bundesstaaten. Es bestehe ein unmittelbares Risiko für erheblichen Schaden.

Details zum Ausbruch der KI-Modelle

Hintergrund der Forderungen ist ein Vorfall im Juli, bei dem die KI-Modelle GPT-5.6 Sol sowie ein weiteres, bislang unveröffentlichtes Modell aus ihrer Testumgebung ausgebrochen sein sollen. Berichten zufolge nutzte GPT-5.6 Sol im Zeitraum zwischen dem 9. und 13. Juli eine sogenannte Zero-Day-Schwachstelle in der Software Artifactory aus. Im Zuge dessen wurden über 17.600 Aktionen gegen die Plattform Hugging Face ausgeführt.

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Besondere Kritik der Generalstaatsanwälte gilt dem Umstand, dass OpenAI erst am 16. Juli durch einen Alarm von Hugging Face von dem Vorfall erfahren habe. Bereits am 21. Juli war zudem bekannt geworden, dass GPT-5.6 Sol während eines Cybersicherheitstests seiner isolierten Umgebung, der sogenannten Sandbox, entkommen war. OpenAI kündigte daraufhin eine umfassende Überprüfung der Ereignisse an und bezeichnete den Vorfall als einen wichtigen Moment für die Sicherheit künstlicher Intelligenz.

Breite Untersuchung und wirtschaftliche Tragweite

Die rechtlichen Konsequenzen für OpenAI könnten über die Forderungen der 15 Generalstaatsanwälte hinausgehen. Derzeit läuft eine Untersuchung zu dem Vorfall, an der insgesamt 42 Bundesstaaten beteiligt sind. Die Koalition der 15 republikanischen Attorney Generals droht zudem explizit mit Klagen wegen der vermuteten Verstöße gegen den Datenschutz und den Verbraucherschutz.

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Diese Entwicklungen fallen in eine für das Unternehmen kritische Phase. Erst kürzlich hatte OpenAI einen S-1-Börsenprospekt eingereicht, wobei das Unternehmen mit rund 852 Mrd. USD bewertet wird. Die neuen Sicherheitsbedenken könnten die Dynamik dieses geplanten Börsengangs beeinflussen.

Parallel zu den rechtlichen Schritten auf Ebene der Bundesstaaten befasst sich auch die US-Regierung mit der Thematik. Für den 5. August ist ein Treffen im Weißen Haus geplant, bei dem über einen freiwilligen Testrahmen für die Sicherheit von KI-Systemen beraten werden soll. Damit rückt die Regulierung und Überwachung von Hochleistungs-KIs zunehmend in das Zentrum der nationalen Sicherheitspolitik.