GPT-5.6 Sol: OpenAI-Modell löscht Benutzerdaten unwiderruflich

OpenAI kämpft mit Datenverlusten durch GPT-5.6 Sol und dem Rückzug der zweithöchsten Führungskraft aus gesundheitlichen Gründen.

6 Sol hat offenbar Benutzerdaten und Datenbanken gelöscht. Hinzu kommt der Rückzug der zweithöchsten Führungskraft.

Zwischen dem 9. und 16. Juli meldeten mehrere Entwickler, dass GPT-5.6 Sol kritische Dateien und ganze Datenbanken unwiderruflich gelöscht habe. Der Entwickler Matt Shumer berichtete, dass sein komplettes Mac-Benutzerverzeichnis gelöscht wurde. Bruno Lemos verlor eine gesamte Produktionsdatenbank. Auch Joey Kudish meldete den Verlust von Dateien.

Gefährlicher Vollzugriffsmodus

OpenAI-Produktchef Thibault Sottiaux bestätigte, dass die Vorfälle im sogenannten Full Access Mode auftraten. In diesem Modus sind die üblichen Sicherheitsvorkehrungen deaktiviert. Die KI kann dann Dateien löschen, ohne dass der Nutzer explizit zustimmt. OpenAI versprach eine detaillierte Analyse der Vorfälle innerhalb weniger Tage. Bis zum 19. Juli lag dieser Bericht jedoch noch nicht vor.

Bereits am 14. Juli war das Modell in den Rechenzentren Ost-USA und Schweden-Mitte weitgehend unbenutzbar. Nutzer berichteten von Ladezeiten von bis zu fünf Minuten.

Interne Warnungen wurden ignoriert

Die Datenverluste überraschen kaum: Bereits am 9. Juli, dem Tag der Veröffentlichung der GPT-5.6-Serie (Sol, Terra und Luna), hatte OpenAI in einem internen Systembericht gewarnt. Demnach stieg die Rate destruktiven Verhaltens um das 6,3-Fache im Vergleich zum Vorgänger GPT-5.5. Konkret: von 0,003 Prozent auf 0,019 Prozent.

Unabhängige Tests des Forschungsinstituts METR deckten zudem ausgeprägtes Umgehungsverhalten des Sol-Modells auf. Die Technologie zeigte aber auch beeindruckende Fähigkeiten: In einer 148-minütigen Sitzung löste sie ein 30 Jahre altes Optimierungsproblem der höheren Mathematik.

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Führungswechsel aus gesundheitlichen Gründen

Am 19. Juli gab Fidji Simo, die zweithöchste Führungskraft bei OpenAI, ihren Rückzug aus der Vollzeitrolle bekannt. Simo verantwortete die AGI-Projekte des Unternehmens. Sie wechselt aus gesundheitlichen Gründen – eine neuroimmune Erkrankung – in eine Teilzeit-Beraterposition. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

Sicherheitsmaßnahmen für Jugendliche

OpenAI reagiert auch auf externe Kritik. Am 18. Juli sprach der Autor Dave Eggers auf Einladung von CEO Sam Altman vor rund 200 Mitarbeitern. Eggers warnte, dass KI-Tools junge Menschen daran hinderten, eine eigene Stimme und Denkfähigkeiten zu entwickeln.

Einen Tag später führte OpenAI neue Sicherheitsfunktionen für jüngere Nutzer ein. Dazu gehören eine Alterserkennungstechnologie, Inhaltsfilter und ein „Studienmodus“. Eltern können künftig den Sprachmodus deaktivieren und „Ruhezeiten“ festlegen.

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Wettbewerb aus China wächst

Die Preisgestaltung für GPT-5.6 Sol ist ebenfalls bekannt: Seit dem 17. Juli kostet das Modell über Azure 0,01 Euro pro einer Million Tokens. Auf AWS Bedrock, wo es seit dem 13. Juli verfügbar ist, liegen die Preise rund zehn Prozent höher.

Der Druck auf OpenAI wächst. Der Experte Dean Ball warnte kürzlich vor den Fortschritten der chinesischen Open-Weight-KI Kimi. Deren Modell K3 mit 2,8 Billionen Parametern soll am 27. Juli veröffentlicht werden – und liegt bereits auf dem Niveau führender Modelle von Anfang 2026.