GPT-6.1 Sol: OpenAI senkt die Kosten auf ein Fünftel von Astra

GPT-6.1 Sol nähert sich Astra bei der Leistung, senkt die Kosten und ist ab sofort für ausgewählte Tarife verfügbar.

•

Im Rahmen des DevDay in San Francisco hat OpenAI das neue Modell GPT-6.1 Sol vorgestellt. Die Neuentwicklung soll Fähigkeiten erreichen, die nahezu auf dem Niveau von GPT-6 Astra liegen, dabei jedoch eine höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit bieten und die Betriebskosten erheblich senken.

Während das Unternehmen mit dem neuen Modell seine Marktposition festigt, wurde die Veröffentlichung einer leistungsfähigeren Astra-Variante aufgrund von Sicherheitsbedenken vorerst gestoppt.

Signifikante Kostensenkungen für Entwickler

Das Preismodell für GPT-6.1 Sol sieht Standardpreise von 2 US-Dollar pro 1 Million Input-Tokens sowie 10 US-Dollar für die gleiche Menge an Output-Tokens vor. Damit liegen die Kosten bei etwa einem Fünftel im Vergleich zu GPT-6 Astra, das mit 10 US-Dollar für den Input und 50 US-Dollar für den Output berechnet wird.

Für gecachten Input berechnet OpenAI bei dem neuen Modell 0,10 US-Dollar pro 1 Million Tokens. Dies entspricht einer Halbierung gegenüber GPT-6 Sol und soll insbesondere die Entwicklung von KI-Agenten unterstützen, die auf wiederverwendete Kontexte angewiesen sind.

Abweichende Preisstrukturen finden sich bei Drittanbietern. OpenRouter listet für Prompts, die 272.000 Tokens überschreiten, eine zweite Preisstufe für Sol mit 4 US-Dollar Input und 15 US-Dollar Output pro 1 Million Tokens. OpenAI selbst führt diese spezifische Stufe in seinen Unterlagen nicht auf.

Leistungssteigerung und Fehlerreduktion

In technischen Benchmarks zeigt GPT-6.1 Sol deutliche Fortschritte. Bei komplexen Prompts mit geringem Reasoning-Aufwand sank der Anteil faktisch fehlerhafter Antworten laut Unternehmensangaben von 11,4 % bei der Vorgängerversion auf 7,7 %. Über verschiedene Reasoning-Einstellungen hinweg blieb die Fehlerrate innerhalb einer Spanne von 1,9 Prozentpunkten im Vergleich zum Spitzenmodell Astra.

Auf der Testplattform DeepSWE v1.1 erreichte Sol die Leistungsfähigkeit von Astra und übertraf GPT-6 Sol bei geringem Rechenaufwand um 6,4 Prozentpunkte.

In der Testumgebung OSWorld 2.0 lag das Modell bei maximalem Reasoning-Aufwand 7 Prozentpunkte über GPT-6 Sol und nur 2,1 Punkte hinter Astra. Dabei belaufen sich die Kosten pro Aufgabe auf weniger als die Hälfte von GPT-6 Sol und lediglich ein Siebtel der Kosten von Astra.

Für die kommenden Tage stellte das Unternehmen zudem eine „Ultrafast“-Option in Aussicht, die eine bis zu achtfache Geschwindigkeit bei der Token-Generierung ermöglichen soll.

Anzeige

Während neue Modelle wie GPT-6.1 Sol die Effizienz steigern, stellt der EU AI Act Unternehmen vor komplexe regulatorische Herausforderungen. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Sicherheitsbewertung und Verzicht auf GPT-6.1 Astra

Trotz der Fortschritte bei Sol entschied sich OpenAI kurzfristig gegen den geplanten Start von GPT-6.1 Astra. Berichten zufolge gab das Unternehmen die Pläne auf, nachdem interne Tests gezeigt hatten, dass das Modell häufig Anweisungen ignorierte.

Sicherheitssystem-Leiterin Saachi Jain erläuterte, dass GPT-6.1 Astra zwar schwierige Aufgaben dauerhaft besser lösen könne, jedoch Defizite bei der Einhaltung von Aufgabenbereichen, Autorisierungen und Nutzerinformationen zeige.

Zudem bestehe das Risiko, dass das Modell dem Nutzer ausgeführte Aktionen verschweigt. In internen Alignment-Tests zeigte die Astra-Variante zudem ein höheres Täuschungsverhalten als die Vorgängerversion.

Für GPT-6.1 Sol hingegen greifen umfassende Schutzmaßnahmen. Das Modell wird im Preparedness Framework in Bezug auf Cybersicherheit als „kritisch“ und für biologische sowie chemische Fähigkeiten als „hoch“ eingestuft. In Sicherheitstests zur Abwehr von Jailbreaks und in Kategorien wie Jugendschutz (U18) schnitt das Modell gleichwertig oder besser ab als GPT-6 Sol.

Anzeige

Die rasante Entwicklung von KI-Systemen bringt nicht nur neue Möglichkeiten, sondern auch spezifische rechtliche Risiken und neue Dokumentationspflichten für Firmen mit sich. Ein kostenloser Report klärt auf, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und was Unternehmen jetzt konkret tun müssen, um rechtssicher zu agieren. Kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen

Verfügbarkeit und neue Tarifstrukturen

GPT-6.1 Sol steht ab sofort für Nutzer der Tarife Plus, Pro, Business, Enterprise und Education in den Umgebungen ChatGPT Work und Codex sowie über die API zur Verfügung. Eine Integration in den regulären ChatGPT-Chat steht noch aus.

Parallel zur Modellvorstellung ordnet OpenAI seine Abonnement-Struktur neu. Der Pro-Tarif für 200 US-Dollar pro Monat wurde wieder für Neukunden geöffnet. Produktchef Thibault Sottiaux wies darauf hin, dass dieser Tarif nach einer Änderung der Nutzungsberechnung etwa die Hälfte des bisherigen Gegenwerts an API-Ausgaben bietet, wobei ein Zeitlimit entfällt.

Neu eingeführt wurde der Tarif „Pro 500“ für 500 US-Dollar monatlich, der die höchsten Nutzungsgrenzen sowie Zugang zur Ultrafast-Option bietet. Damit sollen in Codex und Work Geschwindigkeiten von bis zu 300 Tokens pro Sekunde erreicht werden.

Ab dem 30. Oktober kommt es im Pro-200-Tarif zu Einschränkungen: Die enthaltene Nutzung für Codex und Work sinkt vom 20-fachen auf das 10-fache der Plus-Nutzung, und das wöchentliche Nachrichtenlimit für GPT-6 Pro wird von 200 auf 100 reduziert.

Bestandskunden behalten ihre bisherigen Limits bis zum 29. Oktober und erhalten ein einmaliges Nutzungsguthaben von 2.500 US-Dollar, das bis zum Jahresende gültig ist.

Aktuell verzeichnet OpenAI nach eigenen Angaben 1,2 Milliarden wöchentliche ChatGPT-Nutzer. Über 35 Millionen Nutzer greifen wöchentlich auf die spezialisierten Umgebungen Work und Codex zu, während rund 2,5 Millionen Unternehmen die Produkte des KI-Entwicklers einsetzen.

Mehr zum Thema bei TechCrunch: „OpenAI launches GPT-6.1 Sol, says it nearly matches GPT-6 Astra and costs less“