GPT-6 Astra: OpenAI pausiert ChatGPT Pro wegen Überlastung

Wegen hoher Astra-Auslastung stoppt OpenAI vorerst neue Pro-Zugänge und bringt zugleich eine Finanzlösung für professionelle Nutzer auf den Markt.

Angesichts einer massiven Nachfrage nach dem neuen Modell GPT-6 Astra hat OpenAI den Zugang zu seinem ChatGPT-Pro-Abonnement für Neukunden vorerst eingeschränkt. Zeitgleich weitete das Unternehmen sein Portfolio für professionelle Anwender aus und startete eine spezialisierte Plattform für Finanzdienstleistungen auf Basis der Astra-Architektur.

Aussetzung von ChatGPT Pro wegen hoher Systemlast

Wie aus Branchenberichten von Mitte September hervorgeht, hat OpenAI sowohl Neuanmeldungen als auch Upgrades für das ChatGPT-Pro-Abonnement pausiert. Das Angebot, das monatlich 200 US-Dollar kostet, sei aufgrund der hohen Systemlast durch das neue Modell Astra vorübergehend nicht für neue Nutzer zugänglich.

Bestehende Pro-Konten seien von dieser Maßnahme nicht betroffen. Auch die API-Zugänge sowie die Abonnement-Stufen Go und Plus bleiben weiterhin buchbar.

Nach Angaben von Produktchef Sottiaux sei die Nachfrage nach der neuen Technologie beispiellos. Astra verbrauche im Vergleich zum Vorgängermodell GPT-5.6 Sol ein deutlich höheres Nutzungsbudget. Es ist bereits das zweite Mal, dass OpenAI den Zugang zu einer Abonnement-Stufe wegen Überlastung einschränkt; bereits im November 2023 war der Zugriff auf ChatGPT Plus zeitweise pausiert worden.

Analysen von SemiAnalysis verdeutlichen die wirtschaftlichen Herausforderungen der neuen Modellgeneration. Demnach erreiche das Pro-Modell bei einer Auslastung ab 5,7 Prozent eine negative Bruttomarge. Um die notwendige Rechenleistung bereitstellen zu können, hat OpenAI seine Kapazitäten massiv ausgebaut. Die Compute-Kapazität stieg laut Unternehmensangaben von 0,2 GW im Jahr 2023 auf rund 1,9 GW im Jahr 2025.

Expansion im Finanzsektor mit GPT-6 Astra

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Parallel zur Einschränkung des Privatkundengeschäfts hat OpenAI „ChatGPT for Financial Services“ eingeführt. Dabei handelt es sich um eine spezialisierte Version von ChatGPT Work, die gezielt für Investment-Research, Finanzmodellierung und die Erstellung von Kundenmaterialien entwickelt wurde. Als Design-Partner für dieses Projekt fungierten das Bankhaus Morgan Stanley und die Investmentbank Evercore.

Die Plattform integriert Premium-Daten zahlreicher Anbieter, darunter LSEG News, PitchBook, Crunchbase, Daloopa und Quartr. Über 50 Konnektoren ermöglichen zudem den Zugriff auf Dienste wie Dow Jones Factiva, Moody’s, S&P Global, FactSet und MSCI.

Das System ist speziell auf Aufgaben im Investment-Banking und Equity-Research ausgelegt, wie etwa LBO-Modelle, Bewertungen oder Earnings-Analysen. OpenAI betonte dabei, dass das Tool keine eigenständige Anlageberatung darstelle.

Für Unternehmenskunden wurden umfassende Kontrollmechanismen implementiert. Diese umfassen rollenbasierten Zugriff, Verschlüsselung sowie Audit-Logs. Die genutzten Daten werden laut OpenAI ausdrücklich nicht für das Training der hauseigenen Modelle verwendet.

Technologische Basis und Sicherheitsbewertung

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Das Anfang September gestartete Modell GPT-6 Astra wurde laut Angaben des Chipherstellers Nvidia mit mehr als 100.000 Nvidia Grace Blackwell NVLink72-Systemen trainiert. In internen Sicherheitsbewertungen stufte OpenAI das Modell erstmals in die Cybersecurity-Stufe „Critical“ ein. In Benchmarks wie ExploitBench erreichte Astra eine Quote von 100 Prozent, während der Vorgänger GPT-5.6 Sol bei 78,5 Prozent lag.

Die Kosten für die Nutzung der Astra-Schnittstelle (API) liegen bei 10 US-dollar pro Million Input-Tokens und 50 US-Dollar pro Million Output-Tokens. Ein kostenloses Nutzungsmodell wird für Astra nicht angeboten.

Neue Vertragsstrukturen mit US-Behörden

Auch im Bereich der öffentlichen Verwaltung gibt es Veränderungen. OpenAI beendete kürzlich einen Pilotversuch mit der US-Behörde GSA, bei dem ChatGPT Enterprise für einen symbolischen US-Dollar pro Jahr zur Verfügung gestellt wurde.

An dessen Stelle tritt nun ein 27-monatiger Nutzungsvertrag, der vom 1. Oktober 2026 bis zum 31. Dezember 2028 läuft. Dieser Vertrag beinhaltet den Zugriff auf GPT-6 Astra und gewährt einen Rabatt von 50 Prozent auf die Token-Preise.

Der vorangegangene Pilotversuch umfasste rund 3,5 Millionen Bundesbeschäftigte. Nach Angaben der GSA konnten durch den Einsatz der Technologie Einsparungen in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar erzielt werden. Die bisherige Lizenzgebühr von 15 US-Dollar pro Nutzer und Monat entfällt im neuen Rahmenvertrag. Andere Vereinbarungen der GSA mit Wettbewerbern wie Anthropic und Google laufen zum 30. September 2026 aus.