GPT-Rosalind: OpenAI gibt spezielles KI-Modell für Pandemie-Abwehr frei

OpenAI gibt GPT-Rosalind für Partner und US-Behörden frei. Die Expansion erfolgt vor dem Hintergrund neuer Sicherheitsbedenken und staatlicher Regulierungen.

Der KI-Konzern OpenAI weitet sein Programm zur Pandemie-Abwehr aus und gewährt ausgewählten Partnern sowie US-Regierungsbehörden Zugang zum Spezialmodell GPT-Rosalind. Die Expansion erfolgt inmitten verschärfter staatlicher Kontrollen und neuer Sicherheitsbedenken.

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Spezial-KI für die Pandemie-Vorsorge

Das Rosalind Biodefense-Programm, das OpenAI Ende Mai 2026 vorstellte, setzt künstliche Intelligenz gezielt zur Stärkung der Pandemiebereitschaft ein. Herzstück ist GPT-Rosalind – ein auf der GPT-5.5-Architektur basierendes Modell, das für biologische Analysen optimiert wurde. Laut technischen Angaben benötigt es 31 Prozent weniger Token als der Standard-GPT-5.5 und arbeitet damit deutlich effizienter.

OpenAI hat ein Netzwerk geprüfter Partner aufgebaut, darunter das Johns Hopkins Applied Physics Laboratory, die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) und das Lawrence Livermore National Laboratory. Hinzu kommen Spezialfirmen wie Fourth Eon, SecureDNA und SecureBio Detection. Ziel ist es, biologische Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und schneller darauf reagieren zu können.

Industrie warnt vor Missbrauch

Die Freigabe von GPT-Rosalind fällt in eine Zeit wachsender Besorgnis über das Dual-Use-Potenzial moderner KI. Erst Anfang Juni richteten die Chefs von OpenAI, Anthropic und Google DeepMind einen gemeinsamen Brief an den US-Kongress. Die Führungskräfte warnten, dass die rasante KI-Entwicklung bestehende Wissensbarrieren einreißen könnte – und es Nichtregierungsakteuren leichter falle, Biowaffen zu entwickeln.

Diese Sorge hat bereits zu staatlichen Eingriffen geführt. Mitte Juni ordnete das US-Handelsministerium an, dass Anthropic den Zugang zu seinen Modellen Fable 5 und Mythos 5 für ausländische Staatsangehörige sperren muss. Auslöser war eine Sicherheitslücke, mit der Nutzer Schutzmechanismen umgehen konnten. Anthropic fordert seither verpflichtende Tests durch Dritte, bevor neue Modelle auf den Markt kommen.

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Geheimakten zu Biolaboren freigegeben

Die Debatte um biologische Forschung erhielt am Wochenende neue Nahrung. Am heutigen Sonntag wurden freigegebene Unterlagen zu mehr als 120 US-finanzierten Biolaboren in über 30 Ländern veröffentlicht. Die Dokumente stammen aus dem April 2026 und geben Einblick in das Cooperative Threat Reduction-Programm.

Die Akten zeigen: Die USA unterstützten unter anderem über 40 Labore in der Ukraine, darunter eine Einrichtung in Odessa mit mehr als 3,4 Millionen Euro und das Institut für Veterinärmedizin mit über 2,1 Millionen Euro. In diesen Laboren wurden Erreger wie Milzbrand, Tularemie, Pest, MERS, SARS und Ebola gelagert. Zwar liefern die Unterlagen keine Belege für Biowaffenentwicklung, wohl aber Hinweise auf Gain-of-Function-Forschung – also Experimente, die Erreger gefährlicher machen können.

Die Veröffentlichung folgt auf eine Verfügung von Mai 2025, die solche Forschung einschränkt. Geheimdienste hatten zuvor gewarnt, dass einige dieser Einrichtungen angreifbar seien – ein Risiko für versehentliche oder absichtliche Freisetzung gefährlicher Erreger. Vor diesem Hintergrund setzt OpenAI bewusst auf einen streng begrenzten Nutzerkreis für GPT-Rosalind.