Die PC Partner Group, zu der die Marken Zotac, Inno3D und Manli gehören, hat am 14. August 2026 eine Warnung vor einer sich verschärfenden Knappheit bei Grafikprozessoren (GPUs) veröffentlicht. Das Unternehmen geht davon aus, dass diese Entwicklung die Preise für Personal Computer in der zweiten Jahreshälfte 2026 deutlich nach oben treiben wird. Besonders betroffen seien laut dem Hardware-Hersteller die Einstiegsmodelle im Markt.
Starke Geschäftszahlen bei steigenden Verkaufspreisen
Hintergrund der Prognose ist eine anhaltend hohe Nachfrage, die vor allem durch den globalen Boom im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) getrieben wird. Diese Nachfrage führe zu einem signifikanten Mangel an Grafikprozessoren und Speicherbausteinen.
Trotz der schwierigen Beschaffungssituation verzeichnete die PC Partner Group im ersten Halbjahr 2026 ein starkes Wachstum. Der Nettogewinn des Unternehmens stieg auf HK$ 545,5 Millionen, was mehr als einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahreswert von HK$ 250,4 Millionen entspricht.
Der Umsatz kletterte in den ersten sechs Monaten des Jahres auf HK$ 6,45 Milliarden, ein Plus von 1,5 Prozent. Gleichzeitig berichtete der Konzern, dass die durchschnittlichen Verkaufspreise für die eigenen Grafikkarten um 10,7 Prozent gestiegen sind.
Massive Preissteigerungen bei Grafikkarten und Speicherkomponenten
Die Auswirkungen der Verknappung spiegeln sich in drastischen Preisentwicklungen am Markt wider. Branchenbeobachter von PC Gamer verfolgen die Preisentwicklung seit Mitte August des Vorjahres und stellten bei vielen Modellen massive Aufschläge fest. So stieg der Preis für eine RTX 5090 von US-Dollar 2.400 auf US-Dollar 4.400, was einer Steigerung von 83 Prozent entspricht.
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Auch im Mittelklasse-Segment legten die Preise deutlich zu: Eine RTX 5070 Ti verteuerte sich um 32 Prozent auf US-Dollar 1.030, während die RTX 5060 Ti mit 16 GB Speicher nun US-Dollar 650 kostet, ein Plus von 51 Prozent. AMD-Karten zeigten sich mit einem Anstieg von 2,9 Prozent bei der RX 9070 XT vergleichsweise stabil.
Parallel dazu explodieren die Kosten für Arbeitsspeicher. Ein 16-GB-RAM-Stick, der Anfang des Jahres noch für US-Dollar 32 erhältlich war, wird inzwischen für US-Dollar 125 bis 160 gehandelt. Diese Entwicklung wird durch Produktionsentscheidungen weiter verschärft; so plant Micron, die Produktion von Crucial-Speichermedien bis Ende Februar 2026 einzustellen.
Bei der Herstellung von Netzwerk-Routern habe sich der Kostenanteil für Speicher innerhalb eines Jahres von 3 Prozent auf 20 Prozent erhöht, womit Preisvorteile aus zwei Jahrzehnten hinfällig seien.
Industrieweite Herausforderungen durch KI-Boom
Führende Branchenvertreter blicken besorgt auf die kommenden Monate. Der Chairman der SK Group, Chey Tae-won, warnte bereits vor einem Jahr mit kriegsähnlichen Zuständen im Jahr 2027 aufgrund des extremen Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage. Er prägte in diesem Zusammenhang den Begriff der Chipflation, die die Endproduktpreise unaufhaltsam treibe.
SK hynix reagiert auf diese Entwicklung mit dem Bau eines neuen Packaging-Werks in den USA für US-Dollar 3,87 Milliarden und dominiert derzeit mit einem Marktanteil von 58 Prozent das Geschäft mit High Bandwidth Memory (HBM).
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Auch Intel-Manager Robert Hallock beschrieb die aktuelle Marktsituation als zweigeteilt. Während das Enthusiasten-Segment weiterhin kaufe, leide der Mainstream-Markt unter den hohen Preisen. Zwar verzeichne Intel im Bereich Client-Umsatz ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr, dieses sei jedoch rein preisgetrieben und basiere nicht auf höheren Stückzahlen.
Gleichzeitig bleibe die ältere Raptor-Lake-Plattform aufgrund der hohen Preise für DDR5-Speicher weiterhin ein Kernbestandteil des Portfolios, da die Nachfrage nach entsprechenden Chips für ältere Sockel unerwartet hoch sei.
Unternehmen wie SMIC erwägen derweil Kapazitätserweiterungen, da die Nachfrage nach Peripherie-Chips durch KI-Anwendungen die ursprünglichen Prognosen weit übertreffe. Trotz Schwächen in den Automobil- und Smartphone-Märkten seien Preissenkungen aufgrund der hohen Auslastung derzeit kein Thema. Werden die aktuellen Trends fortgesetzt, könnten Rechenzentren bis zum Jahr 2026 rund 70 Prozent des weltweiten Speicherverbrauchs beanspruchen.

