Die Preise für PC-Hardware verzeichnen eine deutliche Aufwärtsbewegung, wobei insbesondere Grafikkarten der Mittelklasse betroffen sind. Mitte August 2026 erreichte der Medianpreis für die GeForce RTX 5060 Ti mit 16 GB Videospeicher auf der Handelsplattform Newegg rund 805 US-Dollar. Dies entspricht einer Preissteigerung von 39 Prozent innerhalb von lediglich zwei Monaten. Damit liegt der aktuelle Marktpreis weit über der ursprünglichen unverbindlichen Preisempfehlung (MSRP) von 429 US-Dollar.
Massive Teuerung im gesamten GPU-Segment
Die Entwicklung bei der GeForce RTX 5060 Ti ist Teil eines breiteren Trends im Grafikkartenmarkt. Noch Ende 2025 wurde das Modell für etwa 400 US-Dollar gehandelt.
Ähnliche Tendenzen zeigen sich bei der GeForce RTX 5070, deren Medianpreis auf Newegg auf 899,99 US-Dollar kletterte, was einem Zuwachs von 36 Prozent seit Juni entspricht. Ende 2025 lag der Preis für dieses Modell noch bei zirka 480 US-Dollar.
Auch das High-End-Segment bleibt von der Inflation nicht verschont. Die GeForce RTX 5090, die Ende 2025 für etwa 2.500 US-Dollar erhältlich war, wird inzwischen für rund 4.700 US-Dollar gelistet.
Bei den Modellen des Wettbewerbers AMD zeigt sich ein moderaterer, aber dennoch deutlicher Anstieg: Die RX 9070 XT verteuerte sich von rund 580 US-Dollar auf zirka 720 US-Dollar. Die UVP für die RX 9060 XT mit 16 GB liegt hingegen bei 349 US-Dollar.
Knappheit bei Komponenten und steigende Speicherkosten
Branchenteilnehmer wie PC Partner, zu denen Marken wie Zotac, Inno3D und Manli gehören, warnten bereits Mitte August 2026 vor einer weiteren Verknappung der Bestände. Besonders Einstiegsmodelle seien von Lieferengpässen betroffen. Als Hauptgründe werden stark steigende Kosten für Grafikspeicher sowie deutlich verlängerte Lieferzeiten für Prozessoren und weitere Bauteile angeführt.
Robert Hallock, Vizepräsident bei Intel, beschrieb die Situation des PC-Marktes als gespalten zwischen dem Mainstream-Segment und Enthusiasten. Er betonte, dass vor allem der Mainstream-Bereich unter den aktuellen Bedingungen leide.
Die allgemeine Kosteninflation werde unweigerlich an die Endkunden weitergegeben. Intel plane jedoch, ältere Plattformen wie die Raptor-Lake-CPUs noch einige Jahre zu liefern, da die Nachfrage nach entsprechender DDR4-Hardware unerwartet hoch bleibe.
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Speicherpreise als Preistreiber im Systemmarkt
Ein wesentlicher Faktor für die Verteuerung von Gesamtsystemen ist die Entwicklung auf dem Speichermarkt. In Deutschland erreichten die Preise für DDR5-RAM im August 2026 ein Niveau, das fast fünfmal so hoch liegt wie im Juli 2025. Ein entsprechender Preisindex stieg von 445 Prozent auf 486 Prozent.
Marktforscher von Gartner prognostizieren, dass die Preise für DRAM und SSDs bis Ende 2026 um 130 Prozent gegenüber dem Stand von Ende 2025 steigen könnten.
Pua Khein-Seng, CEO von Phison, rechnet mit einer langwierigen Knappheit bei NAND-Flash-Speichern, die etwa vier Jahre andauern könnte. Er warnte davor, dass SSD-Preise bis zum Jahr 2030 weiter steigen könnten, da der Aufbau neuer Produktionskapazitäten zeitaufwendig sei. Die Spotpreise für 512Gb TLC NAND stabilisierten sich Mitte August 2026 bei 21 US-Dollar, nachdem sie zuvor Schwankungen unterworfen waren.
Strategische Investitionen und geopolitische Einflüsse
Trotz der angespannten Marktsituation verzeichnen führende Speicherhersteller Rekordgewinne. Samsung meldete für das zweite Quartal 2026 einen operativen Gewinn von 89,5 Billionen Won, was einer Steigerung von über 1800 Prozent entspricht. SK Hynix konnte seinen Gewinn um 557 Prozent auf 60,54 Billionen Won steigern.
Gleichzeitig investieren die Unternehmen massiv in neue Standorte. SK Hynix plant den Bau einer Waferfabrik in den USA und setzt am 27. August 2026 den Grundstein für ein Verpackungswerk im US-Bundesstaat Indiana, das mit 3,87 Milliarden US-Dollar veranschlagt ist.
Speicherpreise treiben die Kosten für komplette Systeme in die Höhe – DDR5-RAM kostet fast fünfmal so viel wie vor einem Jahr. Bevor Sie Ihr nächstes Upgrade planen, sollten Sie wissen, welche Komponenten sich lohnen. Dieser Leitfaden verrät Ihnen, wie Sie teure Fehlkäufe vermeiden. Leitfaden für clevere PC-Upgrades sichern
Flankiert wird diese Entwicklung durch politischen Druck. US-Handelsminister Lutnick forderte Unternehmen wie Apple dazu auf, aus Gründen der nationalen Sicherheit auf chinesische Speichermodule zu verzichten. Micron investiert unterdessen über 250 Milliarden US-Dollar in amerikanische Fertigungsstätten, wobei eine erste Fabrik in Idaho Mitte 2027 den Betrieb aufnehmen soll.
Für Konsumenten bedeutet dies vorerst keine Entspannung: Plattform-Upgrades werden durch die hohen Speicherpreise und die Notwendigkeit neuer Hardwarekomponenten wie Mainboards und Netzteile zunehmend kostenintensiver.

