GPU-Schmuggel nach China: Earthmade-Eigentümer drohen bis zu 50 Jahre Haft

Ein Serverhändler wurde wegen mutmaßlicher Exporte im Wert von über 300 Millionen US-Dollar angeklagt; Nvidia weist eigenes Fehlverhalten zurück.

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Die US-Justiz hat verschärfte Maßnahmen gegen den unerlaubten Export von Hochleistungs-GPU-Hardware eingeleitet: Greg Lui, 38, Eigentümer von Earthmade Computer, wurde angeklagt, exportkontrollierte US-Server mit Grafikprozessoren im Wert von über 300 Millionen US-Dollar nach China geschmuggelt zu haben. Das Justizministerium veröffentlichte die Vorwürfe in einem Bericht vom 1. Oktober 2026.

Anklagepunkte und Festnahme

Eine Grand Jury erhob am 29. September 2026 Anklage gegen Lui wegen Verschwörung zu Exportkontrollverstößen, Ausfuhrschmuggels und Geldwäscheverschwörung. Am 1. Oktober 2026 wurde er festgenommen. Laut Anklage soll das Schmuggelschema von Oktober 2023 bis August 2026 gelaufen sein.

Lui soll demnach gemeinsam mit fünf Mitverschwörern Server mit Nvidia-A100-, H100-, RTX-4090- und RTX-5090-Chips über Malaysia und Singapur umgeleitet und dabei Exportdokumente gefälscht haben. Zu den mutmaßlich exportierten Produkten gehörte laut einem Bericht von courthousenews.com unter anderem die Nvidia H100.

Earthmade Computer soll die Server zwischen 2023 und 2024 gekauft und über Malaysia und Singapur weitergeleitet haben. Demnach wurden 92 Server über diese Länder letztlich nach Hongkong und Hangzhou transportiert.

Bei einer Verurteilung drohen Lui laut Justizministerium bis zu 20 Jahre Haft je Verschwörungs- und Geldwäscheanklage sowie bis zu 10 Jahre wegen Schmuggels – zusammengerechnet bis zu 50 Jahre Haft. Das Justizministerium betonte zugleich, dass für Lui die Unschuldsvermutung gilt, solange seine Schuld nicht bewiesen ist.

Nvidia weist Fehlverhalten zurück

Nvidia erklärte, weniger als 0,5 Prozent seiner Produkte seien mutmaßlich nach China umgeleitet worden. Das Unternehmen betonte zudem, Schmuggel sei rechtlich, wirtschaftlich und technisch ein Verlustgeschäft, und bestritt eigenes Fehlverhalten – man halte sich an geltendes US-Recht.

Dennoch sehen US-Behörden laut einem Bericht Defizite bei Nvidias Prüfungen von Käufern und Endnutzern, durch die kontrollierte KI-Chips möglicherweise an sanktionierte Abnehmer oder Regionen gelangen könnten.

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Verschärfte Kontrollen auch im Einzelhandel

Die verstärkte Aufmerksamkeit für Exportkontrollen zeigt sich auch im stationären Handel: Bei Micro Center in Tustin, Kalifornien, musste ein Käufer eines PowerSpec-Ai90-PCs mit RTX 5090 laut einem Bericht von Kotaku eine Erklärung unterschreiben und seinen Führerschein scannen lassen. Die Maßnahme habe laut einem Reddit-Beitrag etwa zwei Tage zuvor begonnen.

Das Formular verlangt die Angabe privater oder geschäftlicher Nutzung, verbietet Weiterverkauf und Verschenken und schreibt vor, dass das Gerät in den USA verbleiben muss – Strafen bei Verstößen bleiben unklar. Weitere Käufer berichteten von ähnlichen Prüfungen; als mögliche Gründe wurden internationale Weiterverkäufe und US-Exportbeschränkungen genannt.

Weitere Fälle und regulatorisches Umfeld

Der Fall Lui steht nicht allein: In einem weiteren mutmaßlichen Fall soll Super Micro Server im Wert von rund 2,5 Milliarden US-Dollar über eine firma in Bangkok verkauft haben, die sie laut Anklage nach China weiterleitete.

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Der Fall Lui steht nicht allein: In einem weiteren mutmaßlichen Fall soll Super Micro Server im Wert von rund 2,5 Milliarden US-Dollar über eine Firma in Bangkok verkauft haben, die sie laut Anklage nach China weiterleitete.

Das Center for Technology & Statecraft berichtete zudem, chinesische Hersteller hätten Anfang 2026 rund 343 DUVi-Lithografiewerkzeuge erworben, davon etwa 270 von ASML – Werkzeuge, die für 7-Nanometer-Logikchips und fortgeschrittene KI-Speicher angepasst werden könnten.

Parallel dazu erwägt die US-Behörde BIS laut Entwurf einer finalen Regel, Exportlizenzen für Nvidia-H200-Chips nach China künftig fallweise statt nach einer grundsätzlichen Ablehnungsvermutung zu prüfen. Das könnte US-Exporte ermöglichen und stieß bereits auf Kritik von Abgeordneten beider Parteien. Präsident Trump hatte zuvor Verkäufe unter der Bedingung angekündigt, dass Nvidia dafür zahlt.

Auch Taiwan reagiert: Die Regierung arbeitet laut einem Bericht an strengeren Exportkontrollen, wonach die Umleitung fortschrittlicher Halbleiterhardware – darunter leistungsstarke KI-Server – nach Festlandchina künftig als Straftat eingestuft werden soll. Konkrete Strafmaße oder ein Zeitplan wurden bislang nicht genannt.