Auf der IT-Sicherheitskonferenz Black Hat USA 2026 in Las Vegas haben Forscher der University of Toronto eine schwerwiegende Schwachstelle in Grafikprozessoren des Herstellers NVIDIA präsentiert. Der unter dem Namen GPUBreach vorgestellte Angriff nutzt die sogenannte Rowhammer-Technik auf GDDR6-GPU-Speicher aus. Den Experten gelang es im Rahmen ihrer Demonstration, in weniger als 20 Sekunden eine Root-Shell zu erlangen und dabei den IOMMU-Hardwareschutz vollständig zu umgehen.
Eskalation von Privilegien in geteilten GPU-Clustern
Bei GPUBreach handelt es sich um einen vierstufigen Angriffsprozess. Die Forscher belegten die Wirksamkeit der Methode unter anderem an einer Grafikkarte vom Typ RTX 3060, bei der insgesamt 1.171 Bit-Flips erzielt wurden. Ein zentraler Aspekt der Sicherheitslücke ist die Fähigkeit, eine CPU-Privilegieneskalation herbeizuführen, selbst wenn der Hardwareschutz durch eine IOMMU (Input/Output Memory Management Unit) aktiviert ist.
Nach Angaben der Wissenschaftler setzt der Angriff eine sogenannte Co-Tenancy voraus. Dies bedeutet, dass sich Angreifer und Opfer Ressourcen auf gemeinsam genutzten GPU-Clustern teilen müssen, wie es etwa in Cloud-Umgebungen oder Rechenzentren der Fall sein kann.
Betroffene Hardware und Stand der Fehlerbehebung
Die Untersuchungen der University of Toronto zeigen, dass spezifische Modelle der Ampere-Architektur von NVIDIA betroffen sind. Dazu zählen neben der RTX 3060 auch die professionelle Workstation-Grafikkarte RTX A6000. Andere Modelle wie die RTX 3080, die neueren Generationen RTX 4060 und RTX 4060 Ti sowie die RTX 5050 sind den Analysen zufolge nicht anfällig für diesen Exploit. Auch die für Rechenzentren konzipierten Beschleuniger H100 und H200 wurden als nicht betroffen eingestuft.
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Obwohl die Forscher die Sicherheitslücke bereits am 11. November 2025 gegenüber dem Hersteller offengelegt hatten, existiert bislang weder ein offizieller Software-Patch noch wurde eine CVE-Kennung (Common Vulnerabilities and Exposures) zugewiesen. Ein funktionierender Exploit-Code ist zudem bereits seit April 2026 öffentlich zugänglich.
Diskussion über Gegenmaßnahmen und technische Ursachen
NVIDIA empfiehlt als präventive Maßnahme den Einsatz von System-Level-ECC (Error Correction Code). Die Forscher konnten diesen Schutzmechanismus in ihren Tests jedoch umgehen, da GPUBreach mehr als zwei Bit-Flips gleichzeitig provozierte, was die Korrekturkapazität herkömmlicher ECC-Verfahren übersteigt. Die Experten betonten jedoch, dass bestehende Fehler in der Speichersicherheit der Treiber grundsätzlich behebbar seien.
Die Thematik der Instabilitäten im Arbeitsspeicher (DRAM) wurde zeitgleich durch eine neue Studie auf dem Preprint-Server arXiv untermauert. Unter dem Titel „Demystifying DRAM Read Disturbance“ stellten Wissenschaftler Ende Juli ein Modell vor, das Phänomene wie Rowhammer und RowPress untersucht. Dabei zeigten Simulationen, dass Faktoren wie die Zellstruktur und Ladungsverluste maßgeblichen Einfluss auf die Anfälligkeit für Bit-Flips haben. Brancheninterne Diskussionen deuten darauf hin, dass Bit-Flips eine nicht unerhebliche Rolle bei Systeminstabilitäten spielen; so werden etwa 10 Prozent der Abstürze des Firefox-Browsers auf derartige Speicherfehler zurückgeführt.
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Kontext der Black Hat USA 2026
Die Vorstellung von GPUBreach war eines von drei hervorgehobenen Briefings auf der diesjährigen Black Hat USA, die vom 1. bis 6. August im Mandalay Bay in Las Vegas stattfindet. Das Programm der Konferenz umfasst hochkarätige Keynotes von Vertretern des Weißen Hauses, der Cybersicherheitsbehörde CISA und des FBI. Neben Hardware-Schwachstellen stehen in diesem Jahr auch die Sicherheit von KI-Systemen, Compiler-Techniken sowie Angriffsflächen in Unicode-Systemen im Fokus der Fachwelt.

