Scott Hanselman, Vice President bei Microsoft, hat am 3. November 2026 mit gputaskman ein neues quelloffenes Werkzeug zur erweiterten GPU-Überwachung vorgestellt. Das unter der MIT-Lizenz auf GitHub veröffentlichte Dienstprogramm steht für Windows, Linux sowie macOS bereit. Es schließt eine Lücke klassischer Systemüberwachungen, indem es prozessgenaue Einblicke in die Auslastung von Grafikprozessoren, den Verbrauch des dedizierten Videospeichers (VRAM) und lokale Workloads künstlicher Intelligenz liefert.
Detaillierte Speicheraufteilung für KI-Modelle
Im Gegensatz zu herkömmlichen Werkzeugen unterscheidet gputaskman präzise zwischen verschiedenen Speicherverbrauchern wie Webbrowsern, dem Desktop-Compositor und KI-Modellen. Zudem erklärt das Tool die Mechanismen bei einer Auslagerung von Daten in den System-RAM. Über das Terminal stellt die Anwendung Live-Graphen für GPU-Aktivität, VRAM-Belegung, Frequenzen, Leistungsaufnahme und Temperaturen dar.
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Eine Kernfunktion ist die Erkennung moderner Laufzeitumgebungen wie CUDA, HIP und Vulkan sowie von Anwendungen wie llama.cpp, Ollama und LM Studio. Das Tool analysiert und schätzt die Speicherverteilung auf Basis von Metadaten und Protokollen zwischen Modellgewichten, dem KV-Cache und Rechenpuffern ab.
Hanselman demonstrierte die Software unter anderem anhand eines Screenshots auf einer Nvidia RTX 4080S. Dort beanspruchte der Desktop Window Manager den größten Anteil des Grafikspeichers, während zugleich Windows-Komponenten und KI-Prozesse aufgeführt wurden.
Bei der Ausführung von llama-server.exe wies das Programm spezifische Details zum Modell Qwen3-0.6B aus, darunter Parameterzahl, Gewichte und KV-Cache.
Hanselman erklärte zu den Beweggründen, dass auf modernen Grafikprozessoren sehr viel gleichzeitig ablaufe und er ein Werkzeug schaffen wollte, um Transparenz über den genauen Verbleib des Grafikspeichers zu gewinnen.
Plattformunterstützung und Entwicklungsstand
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Das Projekt liegt in Version 0.3.3 vor und erfordert regulär Python 3.11 oder höher. Auf GitHub stehen zudem portable Builds der Version v0.3.0 für Windows auf x64- und ARM64-Basis bereit, die ohne separate Python-Installation auskommen. Ergänzend sind Multi-GPU-Auswahlmöglichkeiten und ein JSON-Export integriert.
Laut Repository umfasst die Plattformunterstützung Windows mit Grafikkarten von Nvidia und AMD, natives Linux für beide Hersteller, Nvidia-Karten unter dem Windows-Subsystem für Linux (WSL) sowie Apple-Silicon-Chips unter macOS.
Grafiklösungen von Intel sowie AMD-Hardware unter WSL sind derzeit nicht gelistet. In einem Testlauf auf einem Notebook mit Nvidia RTX 4060 aktivierte der Unigine Valley Benchmark die dedizierte GPU, wobei Live-Diagramme für Last, VRAM und Temperatur erfasst wurden.
Aktuell gilt das Tool als experimentell, da Grenzen bei der exakten Modellerkennung und der Aufteilung über mehrere GPUs hinweg bestehen. Hanselman lädt Entwickler zu Beiträgen via Pull Requests ein, wobei unter anderem Verbesserungen für Windows on ARM angestrebt werden.
Obwohl Hanselmans Führungsrolle bei Microsoft hervorgehoben wird, handelt es sich um kein offizielles Microsoft-Produkt; eine formelle Bestätigung des Konzerns existiert nicht. Allerdings deutete Hanselman an, dass erweiterte GPU-Überwachungsfunktionen dieser Art künftig ein regulärer Standard in Windows werden könnten. Für die Nutzung von gputaskman wird kein Preis aufgerufen.

