Grab übernimmt KI-Robotik-Startup Infermove

Die südostasiatische Super-App Grab akquiriert das KI-Robotik-Startup Infermove, um seine Logistik durch autonome Lieferroboter zu optimieren und steigenden Personalkosten entgegenzuwirken.

Singapurs Super-App- Riese festigt mit der Akquisition des KI-Robotik-Startups Infermove seine Automationsstrategie. Der Deal soll die Effizienz im lukrativen Liefergeschäft steigern und steigenden Personalkosten entgegenwirken.

Strategischer Schachzug im Wettlauf um Automatisierung

Grab, die führende All-in-One-App Südostasiens, holt sich mit dem Kauf von Infermove gezielt KI-Expertise für die letzte Meile ins Haus. Die Übernahme, intern bereits im Dezember bekannt gegeben, unterstreicht Grabs Bestreben, seine Logistik-Netze durch fortschrittliche Robotik zu optimieren. Branchenbeobachter werten den Schritt als notwendige Reaktion auf den verschärften Wettbewerb, in dem KI-gesteuerte Automatisierung zum entscheidenden Unterschied wird.

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Hintergrund sind der massive Anstieg der Liefervolumen und steigende Lohnkosten in der gesamten Region. Durch die Integration von Infermoves Technologie will Grab seine Betriebskosten senken und die Wirtschaftlichkeit jedes einzelnen Liefervorgangs verbessern. Dies ist besonders vor dem Hintergrund möglicher regulatorischer Eingriffe, wie diskutierten Provisionsobergrenzen in seinem größten Markt Indonesien, von strategischer Bedeutung.

Technologie, die von menschlichen Kurieren lernt

Das 2021 gegründete Startup hat sich auf autonome Fahrzeuge für komplexe Umgebungen spezialisiert. Seine Gehweg-Lieferroboter können dank Imitations- und Verstärkungslernen auch unvorhersehbare Situationen meistern. Der Clou ist das proprietäre „Rider Shadow System“: Es nutzt reale Fahrdaten von Kurieren auf E-Scootern, um die Roboter zu trainieren.

Diese Methode löst ein zentrales Problem der Branche: den langsamen und teuren Prozess der Datensammlung, der oft auf Simulationen angewiesen ist. Durch echte Daten aus dem Alltag lernen die Roboter, sich an komplexe physische Umgebungen anzupassen. Grab will erforschen, wie diese autonomen Lösungen das Erlebnis für Kunden und Lieferpartner verbessern können.

Unabhängiger Betrieb unter Grabs Dach

Nach der Akquisition wird Infermove weiterhin als eigenständige Einheit unter seinem Gründer Aaron Lu operieren. Lu berichtet direkt an Grabs Technologiechef Suthen Thomas. Diese Struktur deutet darauf hin, dass Grab das spezialisierte Know-how des Startups skalieren, nicht auflösen will.

Infermove hat bereits Partnerschaften mit großen Lieferplattformen in China, darunter Meituan und Ele.me, und Pilotprojekte in Singapur, Japan und Australien. Diese Erfolge belegen die kommerzielle Tragfähigkeit der Technologie. Grab plant, die Entwicklung von Singapur aus voranzutreiben.

Auf dem Weg zum „Everything“-App der Zukunft

Die Investition katapultiert Grab an die Spitze eines globalen Marktes für Lieferrobotik, der Analysten zufolge bis 2027 auf über 20 Milliarden Euro anwachsen könnte. Es geht nicht nur um operative Effizienz, sondern darum, das Geschäftsmodell für Marktveränderungen und Arbeitskräftemangel zu wappnen.

Der erfolgreiche Einsatz von Lieferrobotern könnte die urbane Logistik in Südostasien grundlegend verändern, Lieferzeiten verkürzen und widerstandsfähigere Netze schaffen. Für Grab ist dies ein entscheidender Schritt in der Evolution von einer Ride-Hailing- und Lieferplattform zu einer integrierten, technologiefokussierten „Alltags-App“, die mit KI und Robotik die Online- und Offline-Welt verbindet.

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