Eine Sicherheitslücke in der Analyse-Plattform Grafana ermöglicht den Zugriff auf versteckte Verlaufsdaten. Die als CVE-2026-21722 registrierte Schwachstelle betrifft öffentliche Dashboards und wurde diese Woche bekannt gegeben.
Was die Lücke genau bewirkt
Das Problem liegt in einer unzureichenden Berechtigungsprüfung. Grafana erlaubt es, den sichtbaren Zeitraum eines öffentlichen Dashboards zu sperren. Diese Sperre greift jedoch nicht für die sogenannten Anmerkungen (Annotations).
Ein Besucher des Dashboards kann so den gesamten Verlauf aller Anmerkungen einsehen – auch Kommentare, die weit außerhalb des angezeigten Zeitfensters liegen. Für den Zugriff sind keine besonderen Berechtigungen nötig. Die Lücke betrifft ausschließlich öffentliche Dashboards; private Ansichten bleiben geschützt.
Mittelgroßes Risiko mit möglichen Folgen
Sicherheitsexperten stufen die Bedrohung als „mittel“ ein. Die Schwachstelle gefährdet zwar nicht die Stabilität des Systems, kann aber sensible Informationen preisgeben.
In älteren Anmerkungen könnten sich interne Notizen verbergen:
* Kommentare zu vergangenen Systemausfällen
* Interne Projektkürzel oder Prozessdetails
* Namen von verantwortlichen Administratoren
Solche Daten sind für Angreifer wertvoll, um gezieltere Attacken vorzubereiten. Für Unternehmen droht zudem ein Reputationsschaden, wenn interne Informationen ungewollt öffentlich werden.
Diese Systeme sind betroffen – das ist zu tun
Die Lücke betrifft mehrere Versionen von Grafana. Die Software läuft zwar plattformunabhängig, wird aber überwiegend auf Linux-Servern eingesetzt. Administratoren sollten jetzt handeln.
Grafana Labs hat bereits gepatchte Versionen veröffentlicht. Die empfohlenen Maßnahmen:
* Sofortiges Update der Grafana-Installation auf die neuste, gesicherte Version.
* Überprüfung aller öffentlichen Dashboards.
* Vorübergehendes Deaktivieren der Anmerkungsfunktion für öffentliche Ansichten, falls ein Update nicht sofort möglich ist.
Sicherheitstools wie Nessus können bereits prüfen, ob Systeme verwundbar sind.
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Im Kontext einer angespannten Sicherheitslage
Die Entdeckung fällt in eine Phase erhöhter Warnungen für Linux-Systeme. Erst kürzlich warnte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor kritischen Kernel-Lücken.
Der Fall zeigt: Eine sichere Infrastruktur braucht mehr als nur ein gepatchtes Betriebssystem. Die gesamte Software-Lieferkette – inklusive aller Anwendungen wie Grafana – muss im Blick bleiben. Für Administratoren bleibt das zeitnahe Einspielen von Sicherheitsupdates die wichtigste Verteidigungslinie.





