Angesichts stark steigender Preise für aktuelle Grafikkarten-Modelle etabliert sich in China derzeit ein Markt für modifizierte Hardware der Vorgängergenerationen. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen dabei modifizierte Varianten der GeForce RTX 3080, die mit einem auf 20 Gigabyte verdoppelten Videospeicher ausgestattet sind.
Diese Hardware-Modifikationen werden als preisgünstige Alternative für Konsumenten positioniert, denen die Anschaffungskosten der aktuellen RTX-50-Serie zu hoch ausfallen.
Technische Details und Preisgestaltung der Mod-Karten
Die in China angebotenen RTX 3080-Karten mit 20 Gigabyte Videospeicher basieren auf der Konfiguration mit 8.704 CUDA-Kernen und einem 320-Bit-Speicherinterface. Preislich werden diese Einheiten für etwa 3.000 Yuan gehandelt, was einem Gegenwert von rund 445 US-Dollar beziehungsweise 383 Euro entspricht.
Trotz des deutlich erweiterten Speichers müssen Käufer funktionale Einschränkungen in Kauf nehmen. So unterstützen diese modifizierten Karten laut Branchenberichten keine moderne DLSS-Frame-Generation-Technologie und verfügen über keinerlei offizielle Herstellergarantie.
Hoher Preisdruck bei der aktuellen Grafikkarten-Generation
Der Trend zu modifizierten Gebrauchtgeräten wird durch die Preisentwicklung bei neuen Modellen der RTX-50-Serie verstärkt. Im August 2026 erreichte die RTX 5070 einen Medianpreis von 899,99 US-Dollar, was 64 % über der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) liegt. Innerhalb der letzten zwei Monate verzeichnete dieses Modell einen Preisanstieg von 36 %.
Ähnliche Entwicklungen zeigen sich bei der RTX 5060 Ti 16GB, die bei Händlern wie Newegg für bis zu 780 US-Dollar angeboten wird – ein Anstieg des Medianpreises auf 805 US-Dollar im August, was einem Plus von 39 % innerhalb von zwei Monaten entspricht. Auch Konkurrenzprodukte wie die RX 9060 XT 16GB sind trotz einer UVP von 349 US-Dollar von diesen Preissteigerungen betroffen.
Fokus auf KI-Anwendungen und Speicher-Upgrades
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Neben dem Gaming-Sektor treibt vor allem der Bedarf an lokalen KI-Anwendungen den Markt für Speicher-Modifikationen an. Eine japanische Reparaturwerkstatt bietet mittlerweile GDDR6-VRAM-Upgrades für 25 US-Dollar pro Gigabyte an. So wurde eine RTX 2080 Ti für 282 US-Dollar auf insgesamt 22 Gigabyte Speicher erweitert, um die Leistung bei KI-Workloads zu verdoppeln.
Im August 2026 tauchten zudem vermehrt modifizierte RTX 4080-Karten mit 32 Gigabyte Speicher auf dem Gebrauchtmarkt auf. Diese Einheiten mit 9.728 CUDA-Kernen und GDDR6X-Speicher werden für über 10.000 Yuan (ca. 1.400 US-Dollar) angeboten.
Mit einem Preis von etwa 330 bis 400 Yuan pro Gigabyte sind sie deutlich günstiger als die RTX 5090, bei der die Kosten pro Gigabyte über 1.000 Yuan liegen können. Experten weisen jedoch auf die Risiken hin, da diese Karten oft modifizierte Treiber benötigen und keine Garantieansprüche bieten.
Rückläufige Absatzzahlen und steigende Durchschnittspreise
Der Hardware-Produzent PC Partner, zu dem Marken wie Zotac, Inno3D und Manli gehören, berichtete für das erste Halbjahr 2026 von einem Rückgang der verkauften GPU-Stückzahlen um 18,4 %. Trotz dieses Rückgangs stieg der Umsatz um 3,1 % auf etwa 655 Millionen Euro. Dies ist auf einen Anstieg der durchschnittlichen Verkaufspreise (ASP) um 10,7 % zurückzuführen.
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Besonders deutlich zeigt sich die Verschiebung im High-End-Segment: Während die abgesetzten Einheiten um 38,4 % zurückgingen, stieg der ASP in diesem Bereich um 181 %. Das Unternehmen warnte zudem vor steigenden Preisen für Grafikspeicher in der zweiten Jahreshälfte 2026, was zu weiteren Preisanpassungen bei Grafikkarten führen könnte.
Wie angespannt die Lage auf dem Hardware-Markt ist, verdeutlichte ein Vorfall in Wuhan. Dort wurden im Juli zwei Personen festgenommen, die in Esports-Hotels hochwertige RTX 5080- und 5070-Karten gegen ältere RTX 3060-Modelle austauschten. Der entstandene Gesamtschaden wurde auf etwa 80.000 Yuan beziffert.

