Grafikkarten: Preise liegen im Oktober in zehn Märkten 44 Prozent über UVP

TechSpot ermittelte im Oktober 2026 durchschnittlich 44 Prozent Aufschlag; Speicherknappheit und KI-Nachfrage belasten die Versorgung.

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Umfassende Marktanalysen zeigen einen drastischen Anstieg der Einzelhandelspreise für Grafikkarten seit deren Markteinführung. Wie aus der Preiserhebung des Fachmagazins TechSpot für das vierte Quartal 2026 hervorgeht, schränkt die Entwicklung die Verfügbarkeit für Endkunden zunehmend ein.

Im Oktober 2026 lagen die Endkundenpreise über zehn untersuchte Märkte hinweg im Durchschnitt 44 Prozent über den unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller. In den USA und Kanada fiel der Aufschlag mit durchschnittlich rund 58 Prozent noch deutlicher aus.

Keine Mainstream-Karte mehr zur unverbindlichen Preisempfehlung

Die Erhebung umfasste die Märkte der USA, Australiens, Deutschlands, Großbritanniens, Kanadas, Indiens, der Philippinen, Brasiliens, Polens sowie der Niederlande. Von 14 untersuchten aktuellen Mainstream-Modellen der Hersteller Nvidia, AMD und Intel war keine einzige Karte zum regulären Richtpreis erhältlich.

Über einen Dreimonatszeitraum legten die Grafikkartenpreise um knapp 35 Prozent zu, wobei der Oktober allein ein Plus von durchschnittlich zehn Prozent gegenüber dem Vormonat verzeichnete. Selbst bei Ausklammerung des extrem teuren Spitzenmodells stiegen die GPU-Preise im Schnitt über die zehn Länder im August um 15 Prozent, im September um sieben Prozent und im Oktober um weitere zehn Prozent.

Besonders drastisch fallen die Zuwächse im High-End-Segment aus. In den USA stieg die Nvidia GeForce RTX 5090 von einem empfohlenen Einführungspreis von 1.999 US-Dollar auf durchschnittlich 9.400 US-Dollar, was einem Zuwachs von 370 Prozent entspricht.

Auf dem deutschen Markt kletterte das Modell von rund 5.640 Euro auf bis zu 8.000 Euro, während die offizielle Nvidia-Listenpreisangabe bei 2.099 Euro liegt. Auch die RTX 5080 wird in Deutschland selten unter 2.000 Euro gehandelt.

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Im Mittelklasse- und Einstiegssegment zeigen sich ähnliche Trends: Die RTX 5050 verteuerte sich in den USA von 249 auf 420 US-Dollar, während AMDs Radeon RX 9060 XT mit 16 Gigabyte Speicher von 349 auf 620 US-Dollar kletterte. Intels Arc B580 stieg von 249 auf 350 US-Dollar.

Speicherengpässe und KI-Boom treiben die Kosten

Als maßgeblicher Treiber der Teuerung gilt eine Verknappung bei Grafikspeicherbausteinen. Große Speicherhersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron konzentrieren ihre Fertigungskapazitäten vorrangig auf High-Bandwidth-Memory für Server- und KI-Beschleuniger, wodurch die Verfügbarkeit von herkömmlichem Grafik-DRAM stark limitiert wird.

Nach Angaben des Marktforschungsinstituts TrendForce zogen die DRAM-Vertragspreise bereits im ersten Quartal 2026 um 90 bis 95 Prozent an, begleitet von weiteren prognostizierten Verteuerungen im vierten Quartal. Analysten von Barclays gehen davon aus, dass eine Normalisierung der Lieferketten nicht vor 2029 eintreten dürfte.

Parallel treibt die wachsende Nachfrage nach lokaler KI-Inferenz die Beschaffung von Karten mit großen Speicherkapazitäten an. OpenAI-Chef Sam Altman bezeichnete die Ausführung lokaler Rechenmodelle kürzlich als ineffiziente Zuteilung knapper Ressourcen.

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Die Verknappung trifft inzwischen auch professionelle Anwender: Branchenbeobachter berichten, dass sich Pipelines für Rendering, Simulation und Echtzeitberechnungen spürbar verteuern und geplante Hardware-Upgrades verschoben werden müssen.

Trotz Gerüchten über Fertigungsstopps bekräftigte Nvidia-Manager Jeff Fisher, dass das Spitzenmodell RTX 5090 weiterhin an den Handel ausgeliefert werde. Wegen der angespannten Versorgungslage greifen Händler in Asien derweil wieder verstärkt auf ältere Grafikkarten zurück, um die anhaltende Nachfrage im Basissegment zu bedienen.