Nvidia und AMD verteuern ihre Grafikkarten zum dritten Mal in diesem Jahr. Grund ist die enorme Nachfrage nach KI-Hardware, die die globale Lieferkette an ihre Grenzen bringt. Verbraucher müssen sich auf weiter steigende Preise einstellen.
Die Preisspirale bei Grafikkarten dreht sich immer schneller. Was im Januar mit moderaten Anpassungen begann, hat sich zu einer massiven Verteuerungswelle entwickelt. Besonders betroffen: Gamer und PC-Enthusiasten, die für ihre Hardware deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen.
Nvidia erhöht Preise um bis zu 30 Prozent
Der Branchenprimus hat seine Partner bereits im Juli über die dritte Preiserhöhung des Jahres informiert. Betroffen ist das gesamte Sortiment der RTX-50-Serie – vom Einsteigermodell bis zum Flaggschiff. Die Aufschläge erreichen demnach bis zu 30 Prozent.
Die Auswirkungen sind bereits auf dem Markt sichtbar. Die RTX 5090, die ursprünglich für 1.999 US-Dollar auf den Markt kam, kostet in einigen Regionen inzwischen zwischen 4.300 und 5.000 US-Dollar. Auch im Mittelklasse-Segment geht es kräftig nach oben: Die RTX 5070, einst für rund 549 US-Dollar zu haben, soll nach den jüngsten Anpassungen bei etwa 850 US-Dollar liegen. In China haben Hersteller wie MSI und Colorful ihre Preise bereits um bis zu 20 Prozent angehoben.
Der Grund für die Explosion der Preise: Künstliche Intelligenz. Große KI-Start-ups und Spekulanten konkurrieren zunehmend um Consumer-Hardware, um ihre Rechenkapazitäten zu erweitern. Die Folge sind anhaltende Engpässe.
AMD zieht im August nach
Auch der zweite große Hersteller reagiert. AMD hat seinen Partnern eine Preiserhöhung von mindestens zehn Prozent für GPU- und Speicherpakete angekündigt, die im August in Kraft treten soll. Ursprünglich war der Schritt schon für Juli geplant, wurde dann aber verschoben, um die Marktnachfrage zu prüfen und Lagerbestände abzubauen.
Die Anpassungen betreffen die RX-9000-Serie. Während die Einsteigerkarte RX 9050 um zehn Prozent teurer wird, müssen Käufer der High-End-Modelle wie der RX 9070 XT mit deutlich höheren Aufschlägen rechnen – wegen des größeren Videospeichers. Die Karte, die zum Start 599 US-Dollar kostete, liegt aktuell bereits zwischen 700 und 750 US-Dollar.
Hintergrund der AMD-Entscheidung sind unter anderem die drastisch gestiegenen DRAM-Kosten. Einige Speicherbausteine haben sich im Preis verdoppelt. Da bleibt dem Hersteller kaum Spielraum, die alten Preisstrukturen zu halten.
Speicherpreise treiben die Kosten
Die eigentliche Ursache der Verteuerung liegt in einer massiven Verschiebung im Halbleitermarkt. Marktforscher von Omdia prognostizieren für 2026 einen Anstieg der Halbleiter-Umsätze um 94,1 Prozent im Jahresvergleich – ein Wachstum, das fast vollständig auf KI-Nachfrage zurückgeht. Speicherchips sollen dabei mehr als die Hälfte der Erlöse ausmachen.
Konkret zeigt sich das bei den Komponenten, die in Grafikkarten verbaut werden. Samsung hat seine DRAM-Preise um 20 Prozent angehoben – das trifft direkt die Produktionskosten für GDDR7- und GDDR6-Speichermodule. Ein 2-Gigabyte-GDDR7-Baustein kostet inzwischen rund 20 US-Dollar, 3-Gigabyte-Module schlagen mit 60 bis 70 US-Dollar zu Buche.
Verschärft wird die Lage durch Engpässe bei der Produktion von High Bandwidth Memory (HBM), dem Hochleistungsspeicher für KI-Rechenzentren. Die Analyse von Omdia deutet darauf hin, dass die Lieferengpässe und Fertigungsprobleme im Bereich Computing und Datenspeicherung – ein Segment, das um mehr als 150 Prozent auf fast eine Billion US-Dollar wachsen soll – bis 2027 anhalten dürften.
Kein Ende der Preisspirale in Sicht
Für Verbraucher bedeutet das: Die Zeiten günstiger Grafikkarten sind vorerst vorbei. Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wird sich so schnell nicht auflösen. Wer eine neue Karte braucht, sollte die Preisentwicklung genau beobachten – und womöglich auf Sonderangebote warten. Doch ob sich Geduld auszahlt, ist fraglich. Die Hersteller haben wenig Anreiz, die Preise zu senken, solange die Nachfrage aus der KI-Branche ungebrochen hoch bleibt.

