Der Hardware-Produzent PC Partner, zu dem die Marken ZOTAC, Inno3D und Manli gehören, warnt für die zweite Jahreshälfte 2026 vor einer erheblichen Kostensteigerung bei Grafikkarten. Als Hauptursache nennt das Unternehmen die drastisch steigenden Preise für Grafikspeicher. Insbesondere im Bereich der Einstiegs-Grafikprozessoren (GPUs) sei mit schweren Lieferengpässen zu rechnen.
PC Partner meldet Gewinnsteigerung trotz sinkender Absatzzahlen
Die Geschäftszahlen von PC Partner für das erste Halbjahr 2026 verdeutlichen die aktuelle Marktdynamik. Während die eigenen GPU-Verkäufe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18,4 Prozent sanken und der Umsatz um 9,2 Prozent auf 4,46 Milliarden Hongkong-Dollar zurückging, stieg der Nettogewinn massiv an. Das Unternehmen verzeichnete ein Plus beim Reingewinn von 117,9 Prozent auf rund 69,5 Millionen US-Dollar.
Dieser Zuwachs resultiert vor allem aus einem Anstieg des durchschnittlichen Verkaufspreises (ASP) um 10,7 Prozent. Noch deutlicher zeigt sich dieser Trend im ODM- und OEM-Geschäft des Herstellers: Trotz eines Rückgangs der Stückzahlen um 38,4 Prozent stieg der Umsatz in diesem Segment um 73,9 Prozent auf 1.484,3 Millionen Hongkong-Dollar. Der durchschnittliche Verkaufspreis kletterte hier um beachtliche 181 Prozent.
Massive Preissteigerungen bei Grafikspeicher und Endprodukten
Ein zentraler Faktor für die Preisentwicklung ist der GDDR6-Speicher. Berichten zufolge stiegen die Spotpreise für diese Komponenten von 2,50 US-Dollar auf 7,50 US-Dollar pro Gigabyte. Diese Entwicklung schlägt sich bereits in den Endkundenpreisen nieder.
So lag der Medianpreis für eine GeForce RTX 5060 Ti mit 16 Gigabyte Speicher im August 2026 bei 804,99 US-Dollar, was einer Steigerung von 39 Prozent gegenüber dem Preis von 569,99 US-Dollar im Juni 2026 entspricht. Auch bei der RTX 5060 wurde ein Preissprung von 369,99 US-Dollar auf 469,99 US-Dollar im gleichen Zeitraum beobachtet.
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Branchenexperte Jon Peddie äußerte in diesem Zusammenhang den Verdacht, dass die Hersteller von Grafikkarten die Preise möglicherweise über die reinen Steigerungen der Speicherkosten hinaus anheben könnten.
Daten seines Analysehauses zeigen für das erste Quartal 2026 zwar einen Anstieg der globalen Verkaufszahlen um 28 Prozent auf 11,82 Millionen Einheiten, der damit erzielte Umsatz stieg jedoch überproportional um 76 Prozent auf 10,85 Milliarden US-Dollar.
Schwache Performance im Einstiegssegment verschärft Marktlage
Während die Preise steigen, steht das untere Leistungssegment zunehmend in der Kritik. Die AMD Radeon RX 9050, die mit 8 Gigabyte GDDR6-Speicher für 280 US-Dollar angeboten wird, blieb in Tests deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Im Durchschnitt von zehn untersuchten Spielen bei einer Auflösung von 1080p erreichte sie nur 57 Prozent der Leistung einer RX 9060 XT und war 20 Prozent langsamer als das Konkurrenzmodell RTX 5050. Bei einer 1440p-Auflösung wurde die Karte als kaum nutzbar eingestuft.
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Fachmedien kritisierten das Produkt scharf und bezeichneten es aufgrund der geringen Effizienz und Leistung im Verhältnis zum Preis als Elektroschrott. Zudem wurde bekannt, dass AMD die Vergabe von Testmustern an Partner für dieses Modell blockiert habe. Im Vergleich dazu übertrifft die Intel B580 für etwa 310 US-Dollar beide Konkurrenzmodelle im Bereich 1440p.
Die angespannte Situation wirkt sich auch auf benachbarte Märkte aus. Der Hersteller KTC warnte bereits vor möglichen Preiserhöhungen bei Monitoren; die Marke AOC passte ihre Preise bereits im August an. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines wachsenden Marktes für OLED-Monitore, deren Auslieferungszahlen im zweiten Quartal 2026 um 26,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal zulegten.

