Grafikkartenpreise: Mehr als 30 Prozent Aufschlag in nur drei Monaten

KI-Nachfrage und Speicherengpässe belasten das Angebot an Gaming-Grafikkarten; Preise steigen, während ältere Modelle wieder gefragt sind.

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Führende Chiphersteller verlagern ihre Produktionskapazitäten zunehmend auf margenstarke Hardware für Künstliche Intelligenz und professionelle Workstations. Diese strategische Neuausrichtung bedroht das Angebot an Grafikkarten für Privatanwender und könnte Berichten zufolge zur Einstellung mehrerer Consumer-Gaming-GPU-Linien führen.

Druck auf Gaming-Sparten von Intel und Nvidia

Laut einem Bericht vom 2. November 2026 erwägt Intel nach Angaben aus Branchenkreisen, das Desktop-Modell Arc B580 als End-of-Life-Produkt einzustufen. Die freiwerdenden Ressourcen sollen stattdessen der Arc-Pro-Reihe zugutekommen. Eine offizielle Bestätigung von Intel für diese Erwägungen liegt bislang nicht vor.

Hintergrund der Überlegungen ist die starke Nachfrage von KI-Inferenz-Kunden nach der Arc Pro B50. Sowohl die Arc B580 als auch die Modelle Arc Pro B50 und B60 nutzen den BMG-G21-Siliziumchip mit 20 Xe-Kernen. Während das Consumer-Modell über 12 GB GDDR6-Speicher verfügt, bietet die B60 24 GB VRAM und Partnermodelle von Maxsun und Sparkle fassen bis zu 48 GB.

Auch bei Nvidia mehren sich Berichte über Verschiebungen zugunsten des Enterprise-Segments. Branchenquellen zufolge stoppt das Unternehmen die Verteilung von GB202-Chips an den Endkundenmarkt, um diese Prozessoren für die RTX Pro 5500 Blackwell umzuleiten.

Zwar dementierte Jeff Fisher, Senior Vice President bei Nvidia, Mitte Oktober 2026 auf dem RTX Spark Launch Event in Taipeh Gerüchte über eine Einstellung der RTX 5090 und bekräftigte die Bedeutung des Gaming- und GeForce-Geschäfts, räumte jedoch zugleich Einschränkungen in den Lieferketten ein.

Der YouTube-Kanal Moore’s Law Is Dead berichtete unterdessen, Nvidia plane ab Januar 2027 die Einstellung der RTX 5090 und RTX 5080. Laut Berichten vom 2. November 2026 wurde zudem die geplante GeForce RTX 5080 SUPER mit 24 GB GDDR7-Speicher gestrichen, deren Markteinführung für Januar 2027 im Gespräch war.

Board-Partner hatten bis Anfang November 2026 keine entsprechenden Designunterlagen für Platinen und Kühlung erhalten. Die Produktionskontingente fließen stattdessen vorrangig in Rechenbeschleuniger.

Für Nvidia spiegelt sich dieser Wandel langfristig wider: Der Gaming-Anteil am Gesamtumsatz fiel von 59 % im Jahr 2016 über 34 % im Jahr 2022 und 17 % im Jahr 2023 auf 7 % im Jahr 2025. Für 2026 wird ein Anteil von unter 5 % prognostiziert.

Speicherknappheit trifft Grafikkarten und Konsolen

Verschärft wird die Lage durch Engpässe bei Arbeitsspeicherbausteinen. Große Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron priorisieren die Fertigung von HBM-Speicher für KI-Beschleuniger gegenüber herkömmlichem GDDR-Grafikspeicher. Samsung und SK Hynix warnten bereits, dass die KI-bedingte Speicherknappheit bis ins Jahr 2027 und darüber hinaus anhalten werde.

OpenAI-Chef Sam Altman kritisierte in einem Online-Gespräch die Zuteilung von Arbeitsspeicher an private Computer, da dieser dort im Schnitt nur zu 5 % der Zeit genutzt werde, anstatt in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz eingesetzt zu werden. Auf diese Aussage reagierte Elon Musk auf der Plattform X mit einem Meme.

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Die Ressourcenverknappung wirkt sich über den PC-Markt hinaus aus. Auf dem Markt für gebrauchte Konsolen stieg der Preis der PlayStation 5 Pro im laufenden Monat auf 1.399 US-Dollar, nachdem bereits im März eine offizielle Preisanhebung infolge der RAM-Knappheit erfolgt war.

Steigende Preise und Renaissance älterer Grafikkartengenerationen

Die Umverteilung von Silizium und Speicher führt im Handel zu drastischen Engpässen. Huang Jinqing, Generalmanager beim Hardware-Hersteller MSI, prognostiziert für Gaming-Produkte einen Preisanstieg von 15 bis 30 %. Huang beziffert die Lieferknappheit bei Nvidia-Grafikprozessoren auf rund 20 % und rechnet mit einem Schrumpfen des gesamten PC-Marktes um 10 bis 20 %$.

Daten von Price Squirrel zeigen, dass die Grafikkartenpreise in den vergangenen drei Monaten um mehr als 30 % gestiegen sind. Der Preis für die RTX 5090 hat sich demnach verdoppelt, während die RTX 5080 mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 999 US-Dollar bei Händlern wie Micro Center, Best Buy, B&H und PNY zu Preisen zwischen 1.829 und 2.299 US-Dollar gehandelt wird. Board-Partner erhalten keine neuen GPU-Pakete mehr, und die Karte verschwand aus Nvidias eigenem Store.

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Angesichts ausverkaufter Bestände lenken asiatische Händler die Nachfrage gezielt auf Vorgängermodelle wie die GeForce RTX 3060 und RTX 3050 um. Nvidia hatte die RTX 3060 mit 12 GB Speicher im Juni 2026 neu aufgelegt.

Auch die Valve-Hardwareumfrage für Oktober 2026 zeigt die Folgen der Marktsituation: Die RTX 3060 bleibt mit rund 3,62 % die meistgenutzte Grafikkarte unter Steam-Nutzern, während Konfigurationen mit 16 GB Arbeitsspeicher wieder die Spitzenposition von 32 GB übernommen haben.

Auf Gebrauchtmärkten steigen die Preise alter Generationen parallel an; ältere Modelle wie die RTX 3090 erreichen auf Plattformen wie Wallapop wieder Werte von über 1.000 Euro.