Granola-Diktat auf dem Mac: Kostenlos, ohne Wortlimit und per Fn-Taste

Granola ergänzt seine Meeting-Notizen um systemweites Diktieren; Hugging Face veröffentlichte lokale Sprach- und Textmodelle für Apple-Geräte.

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Die Meeting-Notiz-Anwendung Granola hat Ende Oktober 2026 eine systemweite Diktierfunktion für macOS eingeführt. Anwender können nach dem Betätigen der Fn-Taste sprechen, woraufhin der bereinigte Text unmittelbar in das aktuell geöffnete Programm eingefügt wird. Die Diktierfunktion steht ohne Wortlimit sowie ohne Gebühr zur Verfügung. Nach dem Start auf dem Mac plant das Unternehmen Umsetzungen für iOS und Windows.

Konkurrenzkampf mit Wispr und Superwhisper

Mit dem neuen Funktionsumfang tritt Granola in direkte Konkurrenz zu Wispr, das zuvor von der reinen Diktierfunktion auf Meeting-Notizen expandiert war. Als Gegenbewegung dazu kündigte Granola an, eine eigene Transkriptionsfunktion hinzuzufügen.

Auch andere Entwickler bedienen den Markt für sprachbasierte Produktivitätssoftware. Superwhisper von SuperUltra, Inc. stellt Diktierwerkzeuge für Anwendungen wie Slack und Cursor bereit, inklusive Modi für Struktur und Formatierung.

Die Software ist für Mac, Windows, iOS und Android verfügbar und fungiert zudem als botfreier Mac-Meeting-Recorder mit Sprechererkennung, Transkripten sowie anpassbaren Zusammenfassungen. Nutzer können lokale Modelle wählen; bei Cloud-Modellen werden Audio, Transkripte und Kontext übermittelt.

Superwhisper bietet ein unbegrenztes lokales Whisper-Diktat kostenlos an. Die Pro-Stufe umfasst Cloud-Modelle, KI-Modi sowie Audio- und Video-Transkripte zu einem Preis von 9,99 € pro Monat im niederländischen iPhone App Store, wobei die Preise im App Store über denen auf der Website liegen. Für Unternehmenskunden existiert ein Enterprise-Tarif mit zentraler Abrechnung, Authentifizierung und Modellzugriffskontrolle.

Lokale Modelle für Apple Silicon

Dass Spracherkennung und Textverarbeitung zunehmend direkt auf dem Endgerät ausgeführt werden, untermauern Entwicklungen im Open-Source-Bereich. Am 29. Oktober 2026 veröffentlichte Hugging Face zwei Open-Source-Modelle speziell für Apple-Plattformen: AnySpeechRecognizer für On-Device-Spracherkennung in mehreren Sprachen und Dialekten samt Echtzeit-Transkription, Sprechertrennung und Zeichensetzung sowie AnyDecisionModel für Klassifikation, Ranking und mehrstufige Reasoning-Ketten, optimiert für die Apple Neural Engine.

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Beide Modelle sind für Apple-Silicon-Chips der M- und A-Serie ausgelegt, verfügen über permissive Lizenzen mit erlaubter kommerzieller Nutzung, bringen Core-ML-Konvertierungsskripte mit und arbeiten via lokaler Inferenz ohne Cloud-Anbindung.

Zunehmender Wettbewerb bei macOS-Systemwerkzeugen

Der wachsende Fokus auf optimierte Arbeitsabläufe unter macOS spiegelt sich in einer breiten Nachfrage wider. Laut Daten von Business of Apps erzielten Produktivitäts-Apps im Jahr 2024 einen Umsatz von 32,5 Mrd. USD, was einem Zuwachs von 17,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Neben Sprachwerkzeugen betrifft die Systemintegration auch die Verwaltung der Zwischenablage. Apple integrierte in macOS 26 Tahoe einen Basis-Verlauf über Spotlight per Cmd-Space und Cmd-4, der standardmäßig deaktiviert ist, nur lokal auf dem Mac arbeitet und Einträge laut Apple Support nach 30 Minuten bis 7 Tagen löscht.

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Spezialisierte Drittanbieter bieten dazu Alternativen: Spud Pro erfordert macOS 26 und kostet 4,99 USD pro Monat nach einer zehntägigen Testphase. Paste verlangt 3,99 USD monatlich, 29,99 USD jährlich oder 89,99 USD für eine Lifetime-Lizenz.

Raycast Pro kostet 10 USD pro Monat oder 8 USD monatlich bei jährlicher Zahlung von 96 USD im Jahr, bietet aber kostenlos einen dreimonatigen Verlauf. Die Open-Source- Lösung Maccy ist kostenfrei, setzt macOS 14 voraus und speichert standardmäßig bis zu 999 Einträge. Das Werkzeug Alfred hält den Verlauf für bis zu drei Monate fest, verlangt dafür jedoch den Erwerb des Powerpacks.