Das auf Sicherheit spezialisierte Betriebssystem GrapheneOS erweitert seinen Wirkungskreis über Googles Pixel-Reihe hinaus: Ab 2027 sollen erstmals Motorola-Flaggschiffe offiziell unterstützt werden. Den Anfang macht ein reguläres Nicht-Foldable-Flaggschiff, später soll die Unterstützung auf die faltbaren Modelle Razr Fold und Razr Ultra ausgeweitet werden. GrapheneOS sichert für die neuen Geräte sieben Jahre Software-Updates zu.
Hohe technische Hürden für Motorola-Geräte
Für die Aufnahme in das GrapheneOS-Programm müssen Geräte strenge technische Vorgaben erfüllen. Vorausgesetzt werden unter anderem Linux 6.18 LTS als Kernel-Basis sowie ein Snapdragon 8 Elite Gen 6 mit Unterstützung für Memory Tagging Extension (MTE) und ein Secure Element.
Genau an diesen Anforderungen scheitern aktuelle Motorola-Modelle bislang: Das aktuelle Signature-Modell sowie der Razr Fold und der Razr Ultra 2026 verfügen weder über die notwendige MTE- noch über die geforderte Secure-Element-Integration. Deshalb ist der Start mit diesen Geräten erst für 2027 vorgesehen.
Motorola liefert Ingenieure, nicht Geld
Die Zusammenarbeit zwischen GrapheneOS und Motorola ist ungewöhnlich strukturiert: Motorola stellt für das Projekt Ingenieure zur Verfügung, finanziert die Entwicklung selbst jedoch nicht. Verkauft werden sollen die Geräte über reguläre Handelsmodelle, GrapheneOS wird nicht vorinstalliert sein.
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Nutzer müssen das Betriebssystem nach dem Kauf selbst installieren – etwa durch das Entsperren des Bootloaders. Support für diesen Installationsprozess soll angeboten werden. Vorteilhaft für Anwender dürfte zudem die breite Netzwerkunterstützung sein, die 5G, VoLTE, VoNR und VoWiFi umfasst.
Deutlich teurer als Pixel-Geräte
Wer künftig ein Motorola-Smartphone mit GrapheneOS erwerben will, muss tiefer in die Tasche greifen als bei vergleichbaren Pixel-Modellen. Während Googles Pixel 11 ab 900 US-Dollar und die Pro-XL-Variante bei 1300 US-Dollar starten, sollen die Motorola-Geräte mit GrapheneOS-Unterstützung darüber liegen.
Grund dafür sind die hohen Hardware-Anforderungen: Zunächst kommen ausschließlich Premium-Flaggschiffe mit Top-Snapdragon-Chips infrage, da diese Prozessoren die geforderten Sicherheitsfunktionen wie MTE mitbringen.
Günstigere Modelle sollen erst folgen, wenn Motorola bei Qualcomm einen längeren Support-Zeitraum für preiswertere Chipsätze einkauft – ein Schritt, der laut den Berichten mit zusätzlichen Kosten für Motorola verbunden wäre.
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Zur Begründung der Beschränkung auf teure Geräte äußerte sich Motorola-Chef Buniac dahingehend, dass lange Update-Zusagen nicht in jedem Fall sinnvoll für günstigere Geräte seien.
Bedeutung für Nutzer von Datenschutz-Software
Mit der Ausweitung auf Motorola bricht GrapheneOS erstmals aus seiner bisherigen Exklusivität für Pixel-Hardware aus. Für Nutzer, die Wert auf ein von Google-Diensten unabhängiges, sicherheitsorientiertes Betriebssystem legen, entsteht damit eine zweite Gerätefamilie als Alternative.
GrapheneOS selbst verzichtet auf Google-Dienste und bietet stattdessen eine Sandbox-Umgebung für den Play Store an. Die Kombination aus siebenjährigem Update-Versprechen und moderner Sicherheitshardware wie Secure Element und MTE soll die gleiche Update- und Sicherheitsphilosophie, die bislang Pixel-Geräten vorbehalten war, auf eine zweite Hardware-Plattform übertragen.

