Das KI-Unternehmen OpenAI hat Dan Driscoll, den früheren Staatssekretär des US-Heeres, als leitenden Berater für die Modernisierung der nationalen Sicherheit eingestellt und zugleich eine neue Energieinitiative gestartet. Das sogenannte „Grid Protectors Program“ soll den Stromverbrauch künftiger Rechenzentren bei Netzengpässen flexibel drosseln.
Mit beiden Schritten reagiert das Unternehmen auf wachsende Anforderungen im Bereich staatlicher Kooperationen und auf den massiven Energiebedarf seiner Infrastruktur.
Neuer Sicherheitsberater mit Pentagon-Hintergrund
Dan Driscoll übernimmt bei OpenAI eine neu geschaffene Position. Er soll das Unternehmen in Fragen der nationalen Sicherheit sowie der Cybersicherheit beraten, wobei der Schwerpunkt auf dem Einsatz von künstlicher Intelligenz durch Verbündete der USA liegt. Driscoll erklärte hierzu, die Anforderungen an die nationale Sicherheit veränderten sich derzeit schneller als zu jedem anderen Zeitpunkt in den vergangenen fünfzig Jahren.
Driscoll amtierte von Februar 2025 bis September 2026 als 26. Staatssekretär des US-Heeres. Zuvor war er ab April 2025 für ein Jahr kommissarischer Direktor der Bundesbehörde ATF.
Im September 2026 trat er nach 18 Monaten im Amt als Heeres-Staatssekretär zurück, was Berichten zufolge auf Spannungen mit Verteidigungsminister Pete Hegseth folgte. Driscoll leistete von 2007 bis 2011 Militärdienst und war 2009 im irakischen Bagdad stationiert.
Während seiner Amtszeit im US-Heer restrukturierte Driscoll das Beschaffungswesen, konsolidierte Programmbüros und schuf spezialisierte Leitungsstellen für Portfolioakquisitionen, um Beschaffungsprozesse um 30 bis 50 Prozent zu beschleunigen.
Im Rahmen einer Transformationsinitiative strich er Altprogramme und veranschlagte Einsparungen von rund 48 Milliarden US-Dollar. Zudem unterzeichnete er eine Weisung zur Priorisierung kommerzieller Software sowie im Juni 2026 eine Absichtserklärung mit NATO-Verbündeten auf der Rüstungsmesse Eurosatory.
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Die Ankündigung von OpenAI enthält keine Angaben zu Beschaffungsbefugnissen, Umsatzzielen, neuen Regierungsaufträgen, Berichtslinien oder einer Vertragslaufzeit. Fachleute aus der Wissenschaft wiesen im Zusammenhang mit solchen Personalentscheidungen auf typische Risiken durch Drehtüreffekte im Beschaffungssektor hin.
OpenAI baute seine Zusammenarbeit mit US-Sicherheitsbehörden in den vergangenen Jahren kontinuierlich aus. Im Juni 2024 berief das Unternehmen den früheren NSA-Chef Paul Nakasone in den Vorstand, gefolgt von einer Partnerschaft mit dem Rüstungs- und Technologiekonzern Anduril im selben Jahr.
Im Juni 2025 erhielt OpenAI einen Auftrag des Verteidigungsministeriums über 200 Millionen US-Dollar, ehe im Februar 2026 ein weiteres Abkommen zur Nutzung von Modellen in gesicherten Netzen des Pentagons geschlossen wurde. Zudem kooperiert OpenAI im Rahmen des Programms „Daybreak“ mit Regierungen im Bereich Cybersicherheit, unter anderem mit dem Netzwerksicherheitsanbieter Fortinet.
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Flexibler Stromverbrauch für Großrechenzentren
Parallel zur Personalie stellte OpenAI das „Grid Protectors Program“ vor. Die Initiative soll es Energieversorgern ermöglichen, die Rechenkapazitäten des Unternehmens bei hoher Netzbelastung als flexible Last zu steuern. Ziel ist es, neue Rechenzentren früher an das Stromnetz anzuschließen, ohne den Bau zusätzlicher Kraftwerke abwarten zu müssen.
Als erstes Referenzprojekt dient ein geplanter Campus in Effingham County im US-Bundesstaat Georgia. Hierfür besteht ein 25-Jahres-Vertrag mit dem Versorger Georgia Power über eine Leistung von rund 3.200 Megawatt. Bis zu 1.000 Megawatt davon sollen im Rahmen flexibler Laststeuerung regelbar sein, was rechnerisch dem Strombedarf von rund 800.000 Haushalten und damit fast 20 Prozent der Haushalte des Bundesstaates entspricht.
OpenAI trägt die vollständigen Kosten für Infrastruktur und Stromversorgung. Erste Stromlieferungen sind für 2028 vorgesehen, der vollständige Ausbau ist bis 2032 geplant. Georgia Power erwartet ab 2029 jährliche Einsparungen von rund 950 Millionen US-Dollar für Kundinnen und Kunden, was für einen typischen Haushalt mindestens 15 US-Dollar monatlich ausmache. Diese Prognose bezieht sich auf das gesamte Großkundenportfolio des Versorgers.
Branchenvertreter der Energieversorgung verweisen darauf, dass Vereinbarungen über flexible Großlasten zunehmen. US-weit wurden in 13 Staaten bereits mindestens 50 lokale Abstimmungen über Rechenzentren registriert. OpenAI stieß mit dem Vorstoß allerdings auch auf Skepsis: Kritiker bemängeln das Fehlen verbindlicher Details und Durchsetzungsmechanismen.
Zudem wird die geänderte Wortwahl des Unternehmens, das künftig vermehrt von Rechen-Campussen statt von Rechenzentren spricht, als Versuch gewertet, öffentlichen Widerständen gegen großdimensionierte Rechenanlagen zu begegnen.
Mehr zum Thema bei Tom’s Hardware: „OpenAI introduces program to reduce AI data center energy demand during peak hours — company testing Grid …“

