Große Technologieanbieter und spezialisierte Softwarefirmen bringen im Juni 2026 eine Welle neuer Automatisierungstools auf den Markt. Besonders auffällig: Künstliche Intelligenz wird immer tiefer in Textverarbeitungsprogramme integriert.
Grok erobert Microsoft Word
Eine der wichtigsten Neuigkeiten dieser Woche: xAI hat sein Grok-Add-in für Microsoft 365 veröffentlicht. Seit dem 18. Juni können Nutzer den KI-Assistenten über ein Seitenpanel in Word nutzen. Das Tool erstellt, bearbeitet und formatiert Texte direkt im Dokument. Was Grok von anderen KI-Assistenten unterscheidet: Es recherchiert live im Internet und erstellt bearbeitbare Diagramme mit Mermaid.js.
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xAI positioniert das Add-in als Enterprise-Lösung mit Verwaltungsfunktionen und Compliance-Zertifizierungen. Ein direkter Konkurrent zu Microsofts eigenem Copilot also? Zumindest auf dem Papier.
Microsoft selbst treibt derweil die native Integration seines KI-Assistenten voran. Seit dem 20. Juni ist Copilot ohne zusätzliche Einrichtung in Word, Excel und PowerPoint verfügbar. Einen Tag zuvor startete die erweiterte öffentliche Vorschau für Copilot in SharePoint. Dort lassen sich nun per Sprachbefehl Websites erstellen und Inhalte organisieren.
Standardisierte Verträge per Playbook
Für Rechtsabteilungen und Verwaltungen verspricht eine andere Entwicklung echte Erleichterung. Am 19. Juni kündigte eBrevia die Einführung von Enterprise Playbooks für seine DraftPro-Plattform an. Unternehmen können damit verbindliche Regeln für Vertragsklauseln definieren – etwa für Geheimhaltungsvereinbarungen oder Dienstleistungsverträge. Das System gibt in Echtzeit KI-gestützte Hinweise, ob Verhandlungen den internen Standards entsprechen.
Auch auf der Infrastrukturebene tut sich etwas. DS Server präsentierte am 18. Juni ein On-Premise-Dokumenten-Backend. Die Web-API wandelt JSON-Daten per Vorlage in PDF oder DOCX um – und das ohne spezielle .NET-Kenntnisse. Ein browserbasierter Editor und ein Viewer mit elektronischer Signatur runden das Angebot ab.
Dokumente per Textbefehl
Immer beliebter wird die Erstellung von Dokumenten aus einfachen Textanweisungen. pdfFiller zeigte am 18. Juni seinen KI-gestützten Generator, der aus Prompts editierbare PDFs und DOCX-Dateien erstellt. Das System produziert Geschäfts- und Rechtsdokumente inklusive Vertraulichkeitsvereinbarungen. Zusätzliche Features: KI-Übersetzung und automatische Datenlöschung aus Sicherheitsgründen.
Sicherheit wird zum zentralen Thema
Mit der tieferen KI-Integration wachsen die Sicherheitsanforderungen. Seit dem 20. Juni blockiert ein Microsoft Purview-Update den Zugriff von Copilot auf Dateien mit Sensitivitätskennzeichnungen. Der schrittweise Rollout soll bis Ende nächsten Monats abgeschlossen sein. Ziel: Geschützte Geschäftsdaten bleiben automatischen Analysetools fern.
Hintergrund der Maßnahme: Sicherheitsforscher hatten eine Schwachstelle in Microsoft 365 Copilot Enterprise Search entdeckt, die unbefugten Datenzugriff ermöglichte. Microsoft hat das Problem inzwischen behoben.
Technische Pannen trüben das Bild
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Nicht alles läuft rund. Ein Windows-Update vom 9. Juni hat bestimmte OLE-Automatisierungen lahmgelegt. Die Folge: Spezialisierte Buchhaltungs- und Forschungssoftware kann keine Word- und Excel-Dateien mehr öffnen. Microsoft bestätigte den Fehler am 19. Juni und arbeitet an einer Lösung.
Ein weiterer Bug in den Juni-Updates betrifft den Papierkorb: Statt der Originaldateinamen werden interne Systemnamen angezeigt. Auch hier sind Fixes in Arbeit.
Adobe brachte Mitte Juni derweil die Version 17.1.1 von Acrobat Sign auf den Markt. Die Aktualisierung erreichte GovCloud-Umgebungen am 18. Juni und führt Empfängerfilter in Berichten ein. Zudem verbessert sie die Unterstützung für Bio-Pharma-Regulierungsstandards in der modernen E-Signatur-Oberfläche.

