Zwei Tech-Giganten bringen innerhalb weniger Tage neue KI-Assistenten für die Tabellenkalkulation auf den Markt. Der Kampf um die Zukunft der Datenarbeit ist eröffnet.
Grok erobert das Büro
SpaceXAI, das ehemalige xAI, machte am Montag den ersten Schritt. Das Unternehmen veröffentlichte ein kostenloses Grok-Add-in für Microsoft Excel. Damit bringt Elon Musks Firma seinen KI-Assistenten erstmals direkt in die Arbeitswelt der Anwender. Das Besondere: Grok versteht natürliche Sprache. Statt komplizierter Formeln reichen einfache Befehle wie „Zeige mir die Umsatzentwicklung des dritten Quartals“. Der Assistent erstellt dann selbstständig Charts, berechnet Prognosen oder generiert die passenden Formeln.
Das Add-in greift dabei auf externe Quellen wie SharePoint und Google Drive zu. Wer es nutzen will, braucht allerdings ein kostenpflichtiges X-Abo oder einen der höheren SuperGrok-, Business- oder Enterprise-Tarife. Die am Dienstag veröffentlichte Version setzt zudem auf Grok 4.5 – und damit auf Echtzeitdaten aus der X-Plattform.
Microsoft kontert mit Copilot Wave 3
Nur einen Tag später zog Microsoft nach. Mit Copilot Wave 3 bringt der Softwarekonzern ein Update speziell für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Die neue Version kann komplexe Aufgaben über mehrere Office-Programme hinweg bearbeiten – von Excel über Word bis hin zu Outlook und PowerPoint.
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Brian Jones, Chefentwickler von Microsoft Excel, deutete bereits Anfang der Woche eine grundlegende strategische Neuausrichtung an. „Excel wird sich vom einfachen Rechenblatt zum intelligenten Entscheidungsinstrument wandeln“, so sinngemäß seine Botschaft. Unterstützt wird diese Vision durch technische Neuerungen wie die IMAGE-Funktion. In einem am Dienstag veröffentlichten Leitfaden zeigten Entwickler, wie sich damit statische Tabellen in interaktive Minianwendungen verwandeln lassen.
Technik im Hintergrund: Sortieren, analysieren, visualisieren
Doch nicht alles dreht sich um generative KI. Auch klassische Arbeitstechniken entwickeln sich weiter. Ein aktuelles Tutorial vom Montag zeigte etwa, wie sich mit dem Excel-Sortierdialog Daten über mehrere Spalten hinweg präzise ordnen lassen. In spezielleren Anwendungen kombinieren Entwickler Microsofts KI inzwischen mit anderen Tools wie Claude Code, um riesige Datenmengen zu bewältigen. Ein aktuelles Projekt nutzte diese Kombination, um aus einem Datensatz mit 4,5 Millionen Zeilen ein Power-BI-Dashboard zu erstellen.
Sicherheitsbedenken: IT-Abteilungen in der Pflicht
Der schnelle Einzug von Drittanbieter-KI wie Grok in Unternehmenssoftware wirft jedoch Fragen auf. Bereits Mitte Juni warnten Sicherheitsexperten: Das Grok-Add-in hat die Berechtigung, Dokumentdaten zu lesen, zu verändern und zu übertragen. Es müsse daher mit der gleichen Vorsicht behandelt werden wie jede andere externe Integration. Die Experten empfehlen IT-Abteilungen, kontrollierte Pilotprojekte durchzuführen, bevor sie solche KI-Assistenten im gesamten Unternehmen freigeben.
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