Grundsicherung ab Juli: Bürgergeld fällt weg, Sanktionen werden drastisch

Ab Juli 2026 ersetzt das Grundsicherungsgeld das Bürgergeld, Renten steigen um 4,24 Prozent und neue Steuerpflichten treten in Kraft.

Die größte Sozialreform seit Jahren tritt in Kraft: Das Bürgergeld wird abgeschafft, Millionen Rentner erhalten mehr Geld, und neue Steuerpflichten kommen auf Verbraucher zu.

Grundsicherungsgeld ersetzt Bürgergeld

Zum 1. Juli 2026 löst das neue Grundsicherungsgeld das bisherige Bürgergeld ab. Der Regelsatz bleibt zwar bei 563 Euro monatlich, doch die Regeln werden deutlich strenger. Die bisherige Schonfrist für Vermögen entfällt komplett.

Stattdessen gilt: Bis 30-Jährige dürfen maximal 5.000 Euro besitzen, over 51-Jährige bis zu 20.000 Euro. Die Wohnkosten werden auf das 1,5-Fache der örtlichen Angemessenheitsgrenze gedeckelt.

Besonders hart sind die neuen Sanktionen: Wer einen zweiten Termin versäumt, dem droht eine 30-prozentige Kürzung für einen Monat. Wer zumutbare Arbeit komplett verweigert, kann den gesamten Regelsatz für mindestens einen Monat verlieren. Der Kinderfreibetrag bleibt davon unberührt.

Rentenerhöhung für 21,5 Millionen Senioren

Pünktlich zum Juli steigen die Renten um 4,24 Prozent. Der aktuelle Rentenwert beträgt dann 42,52 Euro. Ein Ruheständler mit bisher 1.000 Euro Rente erhält künftig 1.042,40 Euro. Auch der Hinzuverdienst für Witwen- und Witwenrenten steigt auf 1.122,53 Euro monatlich.

Doch die Kommission denkt bereits langfristig: Vorgeschlagen wird eine schrittweise Anhebung des Rentenalters auf 67,5 Jahre bis 2041, langfristig sogar auf 70. Ein kapitalgedecktes Modell mit je einem Prozent Beitrag von Arbeitgebern und Arbeitnehmern steht ebenfalls zur Debatte. Die abschlagsfreie Rente mit 63 soll fallen.

Digitale Steuerhilfe und neue Nachweispflichten

Der Staat digitalisiert: Ab Juli steht die App MeinELSTER+ für rund 11,5 Millionen Bürger bereit – darunter Singles ohne Kinder und Rentner. Die Steuererklärung für 2025 muss bis zum 31. Juli 2026 eingereicht werden, bei Steuerberatern gilt der 30. April 2027.

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Für E-Auto-Fahrer wird es komplizierter: Pauschale Steuerfreibeträge entfallen. Künftig müssen Kilowattstunden und Preise genau dokumentiert werden. Wer zu Hause lädt, braucht einen separaten Stromzähler. Bei privaten Solaranlagen gilt der durchschnittliche Strompreis des Statistischen Bundesamtes.

EU-Zollreform verteuert Online-Einkäufe

Eine EU-weite Neuerung betrifft alle Online-Käufer: Die bisherige Zollfreigrenze von 150 Euro für Sendungen aus Nicht-EU-Ländern fällt weg. Stattdessen werden pro Zollposition 3 Euro Gebühr fällig.

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Verkehr: Sprit teurer, Fliegen billiger

Der auslaufende Tankrabatt dürfte die Spritpreise ab Juli steigen lassen. Dafür sinkt die Luftverkehrssteuer für Langstreckenflüge um rund elf Euro. Landwirte mit Pauschalversteuerung müssen künftig 19 Prozent Mehrwertsteuer auf den Verkauf von Wirtschaftsgütern zahlen.

Schluss mit Punkteschieben

Eine drastische Verschärfung gibt es im Verkehrsrecht: Wer versucht, Strafpunkte auf andere Personen zu übertragen, riskiert ein Bußgeld von bis zu 30.000 Euro. Die Behörden haben sechs Monate Zeit, solche Verstöße zu verfolgen.