GS7-Angriffe offenbaren hohe Kosten von Datenpannen

Finanzinstitute in den USA sehen sich mit hoch entwickelten Cyberattacken konfrontiert, während personelle Engpässe bei Behörden die Verteidigung erschweren. Die finanziellen Schäden erreichen Rekordwerte.

Cyberangriffe auf US-Finanzinstitute erreichen neue Qualität – während eine Behörden-Schließung die Abwehr schwächt. Die Bedrohungslage spitzt sich zu: Die als GS7 bekannte Hackergruppe nutzt täuschend echte Unternehmensportale, um Zugangsdaten zu stehlen. Gleichzeitig arbeitet die US-Cybersicherheitsbehörde CISA wegen einer Haushaltssperre mit reduzierter Mannschaft. Für Unternehmen weltweit steigen die finanziellen Risiken dramatisch.

Finanzielle Verwüstung: Millionen pro Vorfall

Die Zahlen sind alarmierend. Die durchschnittlichen Kosten einer Datenpanne liegen global bei 4,44 Millionen Euro. In den USA erreichen sie mit 10,22 Millionen Euro einen Rekordwert. Treiber sind hohe Strafen und aufwendige Sanierungsmaßnahmen.

Besonders teuer werden Pannen, wenn Daten über mehrere Cloud-Umgebungen verteilt sind – hier steigen die Kosten auf über fünf Millionen Euro. Am schwersten wiegt der Diebstahl von geistigem Eigentum. Aber auch der Verlust von Mitarbeiter- und Kundendaten schlägt massiv zu Buche.

Der Wettlauf gegen die Zeit

Schnelligkeit entscheidet über die Höhe des Schadens. Im Schnitt dauert es 241 Tage, einen Angriff zu erkennen und einzudämmen. Unternehmen, die dies in unter 200 Tagen schaffen, sparen mehr als eine Million Euro.

Dabei helfen moderne Technologien: Firmen, die künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung in der Sicherheit einsetzen, haben im Schnitt zwei Millionen Euro geringere Kosten. Sie erkennen und reagieren schneller.

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Die größte Schwachstelle bleibt jedoch der Mensch: Phishing-Angriffe und gestohlene Zugangsdaten sind die häufigsten Einstiegspunkte.

Branchen im Fadenkreuz

Nicht alle Sektoren sind gleich betroffen. Die Gesundheitsbranche trägt seit Jahren die höchsten Lasten – trotz eines leichten Rückgangs liegen die Kosten hier bei durchschnittlich 7,42 Millionen Euro pro Vorfall. Der Grund: extrem sensible Patientendaten und strenge Regulierung.

Die Finanzbranche steht ebenfalls im Fadenkreuz, wie die aktuellen GS7-Angriffe zeigen. Als Reaktion setzen führende Unternehmen zunehmend auf proaktive Sicherheitsstrategien. Dazu gehört der DevSecOps-Ansatz, der Sicherheit in jede Phase der Softwareentwicklung integriert und so Kosten senkt.

KI: Fluch und Segen zugleich

Die Zukunft der Cybersicherheit wird von der künstlichen Intelligenz geprägt – als Werkzeug für Angreifer und Verteidiger gleichermaßen. Ein wachsendes Problem ist „Schatten-KI“: nicht genehmigte KI-Tools, die Mitarbeiter nutzen und so neue Einfallstore schaffen.

Gleichzeitig wächst der Druck auf das Management. Regelungen wie die europäische NIS2-Richtlinie machen Vorstände persönlich haftbar, wenn sie angemessenes Risikomanagement vernachlässigen. Die Folge: Unternehmen müssen nicht nur in Technologie investieren, sondern eine echte Sicherheitskultur etablieren. Denn menschliches Versagen bleibt die größte Gefahr.