GTA 6-Betrug: Vidar-Malware nutzt Spielehype für Datendiebstahl

Cyberkriminelle nutzen gefälschte GTA-6-Downloads, um den Vidar-Infostealer zu verbreiten. Die Schadsoftware zielt auf Browserdaten und kann 2FA umgehen.

Sicherheitsforscher von Malwarebytes haben eine neue Kampagne identifiziert, bei der manipulierte Webseiten des Spieleentwicklers Rockstar Games imitiert werden.

Ziel der Angreifer ist es, den Vidar-Infostealer über eine vermeintliche Installationsdatei für das kommende Videospiel Grand Theft Auto VI (GTA 6) zu verbreiten. Dabei nutzen die Hintermänner gezielt die hohe Erwartungshaltung der Spielergemeinschaft aus, um Schadsoftware auf die Systeme der Nutzer zu schleusen.

Tarnung durch gefälschte Demo-Versionen

Die betrügerischen Webseiten locken Nutzer mit Schaltflächen wie „Play Now“ und versprechen den Zugang zu exklusiven Vorabversionen. Beworben werden unter anderem Downloads mit Bezeichnungen wie „GTA 6 Early Access Trial“ oder eine „Limited Experience Edition“.

Laut den Analysen von Malwarebytes wird über diese Portale eine Datei namens „gta6_installer.exe“ mit einer Größe von 1,1 MB verteilt. In der Realität existiert zum aktuellen Zeitpunkt keine offizielle Demo-Version des Spiels.

In einigen Fällen stießen die Sicherheitsforscher zudem auf eine gefälschte ISO-Datei, die mit einer Größe von 113 GB ein vollständiges Spiel suggeriert. Untersuchungen ergaben jedoch, dass diese Datei zu 99,99 % aus leeren Nullen besteht.

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In den verbleibenden Daten ist ein lediglich 50-KB großer Malware-Payload versteckt. Testberichte belegen, dass diese Software nach der Ausführung den Windows Defender deaktiviert und das gesamte Systemlaufwerk zur Ausschlussliste der Sicherheitssoftware hinzufügt, um unentdeckt zu bleiben.

Funktionsweise des Vidar-Infostealers

Die zum Einsatz kommende Vidar-Malware ist darauf spezialisiert, sensible Informationen von infizierten Systemen zu extrahieren. Sie zielt auf insgesamt 19 verschiedene Webbrowser ab, darunter populäre Anwendungen wie Chrome, Edge und Firefox. Auch E-Mail-Clients wie Thunderbird sowie Tools wie Perplexity Comet und WebView2 sind betroffen. Die Schadsoftware stiehlt Passwörter, Cookies und laufende Sitzungsdaten.

Besonders kritisch bewerten Experten die Fähigkeit der Malware, durch den Diebstahl von Sitzungsdaten potenziell bestehende Zwei-Faktor-Authentifizierungen (2FA/MFA) zu umgehen. Darüber hinaus könne die Software den Angreifern einen Remote-Zugriff auf das betroffene System ermöglichen, was eine vollständige Kontrolle über die fremde Hardware bedeute.

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Hintergrund der Kampagne und Schutzmaßnahmen

Der Zeitpunkt der Angriffe ist eng mit dem offiziellen Zeitplan des Spiels verknüpft. GTA 6 soll laut aktuellen Planungen am 19.11.2026 für die Konsolen PlayStation 5 und Xbox Series X|S erscheinen. Zudem ist für den 27.08. ein offizieller „Extended Look“ auf der Streaming-Plattform Netflix angekündigt.

Gerald Kasulis von NordVPN warnte in diesem Zusammenhang davor, dass Betrüger die Dringlichkeit und Neugier der Nutzer instrumentalisierten. Er wies darauf hin, dass es kein offizielles Beta-Programm mit Bezeichnungen wie „Build Vice City“ gebe.

Nutzer, die bereits eine entsprechende Datei heruntergeladen oder ausgeführt haben, sollten ihre Systeme umgehend scannen und sämtliche Passwörter ändern. Es wird zudem empfohlen, bestehende Sitzungen zu widerrufen und die Zwei-Faktor-Authentifizierung überall dort zu aktivieren, wo dies möglich ist.

Grundsätzlich raten Sicherheitsexperten dazu, Software ausschließlich über offizielle Quellen wie die Webseiten von Rockstar Games oder den PlayStation Store zu beziehen.