Gunra-Ransomware: Neue Angriffe auf Fortinet-Produkte entdeckt

Die Gunra-Bande attackiert gezielt Fortinet-Systeme, erbeutet Daten und erpresst Lösegeld. Eine Linux-Variante weist jedoch eine kryptografische Schwäche auf.

Die Cybersicherheitslage verschärft sich durch die Aktivitäten der Gunra-Ransomware-Gruppe, die gezielt Schwachstellen in Netzwerkprodukten ausnutzt. Berichten zufolge setzt die Schadsoftware auf die Ausnutzung spezifischer Sicherheitslücken in den Lösungen FortiOS und FortiProxy des Herstellers Fortinet, um sich initialen Zugriff auf Unternehmensnetzwerke zu verschaffen. Im Zentrum der Angriffe stehen dabei die Identifikatoren CVE-2024-55591 sowie CVE-2025-24472.

Die Akteure hinter Gunra verfolgen die Strategie der sogenannten Double Extortion. Bei diesem Verfahren verschlüsseln die Angreifer nicht nur die Daten auf den infizierten Systemen, um den Geschäftsbetrieb zu stören, sondern entwenden vorab sensible Informationen. Die Drohung mit der Veröffentlichung dieser gestohlenen Daten dient als zusätzliches Druckmittel, um die Zahlung von Lösegeldern zu erzwingen.

Geografische Schwerpunkte und betroffene Branchen

Seit April 2025 wurden insgesamt 51 Opfer der Gunra-Ransomware verzeichnet. Die Angriffe weisen eine internationale Dimension auf, wobei Schwerpunkte in Südkorea, Brasilien, Spanien, Thailand und Hongkong beobachtet wurden. Die Auswahl der Ziele deutet auf eine strategische Vorgehensweise hin, bei der insbesondere Organisationen mit kritischen Infrastrukturen oder hochsensiblen Datenbeständen angegriffen werden.

Zu den primären Zielbranchen gehören das Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungen sowie Regierungseinrichtungen. In diesen Sektoren ist der Druck zur schnellen Wiederherstellung der Systeme besonders hoch, da Ausfallzeiten unmittelbare Auswirkungen auf die öffentliche Versorgung oder finanzielle Transaktionsketten haben können.

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Professionalisierung durch Ransomware-as-a-Service

Ein wesentlicher Schritt in der Entwicklung der Gruppierung war der Start eines Ransomware-as-a-Service (RaaS)-Programms im Januar 2026. Durch dieses Geschäftsmodell fungieren die Entwickler der Gunra-Software als Dienstleister für andere Cyberkriminelle. Diese sogenannten Affiliates können die bestehende Infrastruktur und die Verschlüsselungstechnologie nutzen, um eigene Angriffe durchzuführen, während die Hauptentwickler einen Anteil an den erpressten Lösegeldern erhalten. Diese Entwicklung führt in der Regel zu einer höheren Frequenz und Varianz der Angriffe, da die technologische Hürde für Nachahmungstäter sinkt.

Technologische Schwachstellen der Schadsoftware

Trotz der zunehmenden Professionalisierung weist die Schadsoftware in bestimmten Ausführungen technische Mängel auf. Analysen von Breakglass Intelligence aus dem März 2026 belegen, dass eine Linux-Variante der Gunra-Ransomware eine kryptografische Schwäche besitzt.

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Diese Unzulänglichkeit im Code ermöglichte den Experten zufolge eine Wiederherstellung der Schlüssel. Für betroffene Unternehmen bedeutet dies, dass unter Umständen eine Entschlüsselung der betroffenen Daten möglich ist, ohne auf die Forderungen der Erpresser einzugehen.

Für Unternehmen, die IT-Infrastrukturen auf Basis von Fortinet-Produkten betreiben, unterstreicht die aktuelle Bedrohungslage die Bedeutung eines zeitnahen Patch-Managements. Die gezielte Ausnutzung der Schwachstellen CVE-2024-55591 und CVE-2025-24472 verdeutlicht, dass veraltete Softwarestände ein erhebliches Einfallstor für komplexe Ransomware-Operationen darstellen.

Sicherheitsexperten raten dazu, die Integrität der Netzzugänge kontinuierlich zu überwachen und Sicherheitsupdates für FortiOS und FortiProxy ohne Verzögerung zu implementieren.