Nvidia hat Berichten widersprochen, wonach der Konzern die Einführung einer speziellen Language Processing Unit (LPU) für den chinesischen Markt plane.
Wie das Unternehmen am 20. und 21. August 2026 klarstellte, gebe es derzeit kein entsprechendes Produkt in der offiziellen Roadmap. Damit reagierte der Chip-Hersteller auf Veröffentlichungen von The Information, in denen eine geplante Auslieferung solcher Prozessoren bis zum Jahresende 2026 behauptet worden war.
Keine China-spezifischen LPU-Produkte in der Roadmap
In offiziellen Stellungnahmen betonte Nvidia, dass derzeit keine LPU-Verkäufe in China stattfänden und auch keine spezifische Entwicklung für diesen Markt vorgesehen sei. Die Berichte über eine bevorstehende Markteinführung entsprächen nicht den internen Planungen.
Die technologische Basis der betreffenden LPU-Einheiten stammt nach vorliegenden Informationen von dem Startup Groq. Nvidia hatte sich Ende 2025 über ein komplexes Übernahme- und Lizenzverfahren Zugriff auf diese Technik gesichert.
Der Deal umfasste eine nicht-exklusive Lizenz für die LPU-Inferenztechnik sowie die Übernahme wesentlicher Teile des Engineering-Teams von Groq. Das Startup selbst bleibt unter der Leitung von CEO Simon Edwards mit dem Angebot GroqCloud als eigenständiges Unternehmen bestehen.
Lizenzabkommen mit Startup Groq unter behördlicher Beobachtung
Die Hintergründe dieses Technologie-Transfers sind derzeit Gegenstand wettbewerbsrechtlicher Prüfungen. Berichten vom 10. September 2026 zufolge untersucht das US-Justizministerium (DOJ) den rund 20 Mrd. USD schweren Deal zwischen Nvidia und Groq aus dem Dezember 2025. Im Fokus steht die Frage, ob die Struktur der Vereinbarung — eine Kombination aus Lizenzierung und der Abwerbung von Schlüsselpersonal wie Gründer Jonathan Ross und Präsident Sunny Madra — dazu diente, die reguläre Fusionskontrolle zu umgehen.
Die US-Regierung hat H200-Lieferungen an zertifizierte chinesische Kunden genehmigt — doch die 25-Prozent-Abgabe auf den Verkaufserlös verändert jede Kalkulation, und leistungsfähigere Blackwell- und Rubin-Systeme bleiben weiterhin gesperrt. Wer jetzt beschafft, braucht einen klaren Fahrplan für Genehmigung, Gebühren und Alternativen. Jetzt kostenlosen Beschaffungs-Report anfordern
Das Justizministerium hat in diesem Zusammenhang eine formelle Informationsanfrage gestellt. Branchenanalysten erwarten bei möglichen Verstößen eher Geldstrafen als eine Rückabwicklung des Geschäfts (Unwind).
Nvidia bezeichnete die Transaktion als amerikanische Erfolgsgeschichte. Experten weisen zudem darauf hin, dass eine Entflechtung möglicherweise zu spät käme, da Wettbewerber wie Cerebras, SambaNova oder d-Matrix bereits an vergleichbaren Systemen arbeiten.
Exportgenehmigungen für H200-Beschleuniger unter neuen Bedingungen
Während Nvidia Pläne für LPUs in China zurückweist, gibt es Bewegungen bei anderen Produktreihen des Herstellers. Die US-Regierung genehmigte im Mai 2026 den Verkauf von H200-Beschleunigern an chinesische Technologiekonzerne wie Alibaba, Tencent und ByteDance.
Einem Bericht vom 12. September 2026 zufolge erfolgte am 9. September 2026 zudem eine spezifische Genehmigung durch US-Präsident Trump für Lieferungen an zertifizierte Kunden („approved customers“).
Diese Exporte sind jedoch an strikte finanzielle Bedingungen geknüpft. Demnach muss Nvidia eine Abgabe in Höhe von 25 % des Verkaufserlöses an die US-Regierung leisten, was deutlich über der ursprünglich erwarteten Quote von 15 % liegt. Juristen rechnen mit einer rechtlichen Anfechtung dieser Exportlizenz-Gebühren.
Juristen rechnen mit einer rechtlichen Anfechtung der Exportlizenz-Gebühren — und dasselbe Abgabemodell soll laut aktuellem Stand auch auf AMD und Intel übertragen werden. Wer seine Beschaffung nicht neu aufstellt, riskiert Nachverhandlungen und Lieferverzögerungen. Dieser Report zeigt, wie Einkäufer sich gegen die 25-Prozent-Abgabe absichern. Compliance-Report jetzt sichern
Bei der H200-Serie handelt es sich um die ältere Hopper-Architektur, die technologisch etwa 18 Monate hinter der aktuellen Blackwell-Generation zurückbleibt. Leistungsfähigere Systeme auf Basis der Blackwell- oder Rubin-Architektur bleiben weiterhin für den Export nach China gesperrt.
Dieses Modell der Erlösabgabe soll nach aktuellem Stand auch auf Konkurrenten wie AMD und Intel übertragen werden. Seitens der chinesischen Behörden werden Importe dieser Art derzeit nur in begrenzten Mengen für ausgewählte Großkonzerne zugelassen.

