Hackerangriffe: Identitätsdiebstahl steigt um 78 Prozent

Cyberkriminelle fokussieren sich auf direkte Gerätezugriffe, während klassische Betrugsmethoden an Bedeutung verlieren.

Cyberkriminelle setzen zunehmend auf direkte Angriffe auf Computer und Smartphones – traditionelle Trickbetrügereien verlieren dagegen an Bedeutung.

Ein neuer Bericht des Identity Theft Resource Center (ITRC) zeigt eine alarmierende Entwicklung: Unbefugte Zugriffe auf Geräte haben sich zur größten Bedrohung für Erwachsene zwischen 35 und 64 Jahren entwickelt. Die Zahl der Identitätsverbrechen durch Hackerangriffe auf Computer und Mobilgeräte stieg im Jahresvergleich um 78 Prozent.

Anzeige

Angesichts der massiv steigenden Hackerangriffe auf Mobilgeräte ist ein effektiver Schutz für Ihr Smartphone unverzichtbar. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Schritte, mit denen Sie Ihr Android-Gerät sofort gegen Hacker absichern. So sichern Sie Ihr Android-Smartphone in wenigen Minuten ab – kostenlos

Malware-Attacken auf dem Vormarsch

Mittlerweile entfallen 27,2 Prozent aller gemeldeten Vorfälle auf diese Kategorie – ein deutlicher Anstieg von 15,3 Prozent im Vorjahr. Klassische Betrugsmethoden verloren dagegen an Boden: Sie fielen von 43,1 auf 36,1 Prozent der Fälle in der Altersgruppe der 35- bis 64-Jährigen.

Noch dramatischer fällt die Entwicklung bei Malware-basierten Identitätsdiebstählen aus: Hier verzeichneten die Forscher einen Anstieg um rund 80 Prozent. Verantwortlich sind demnach multinationale kriminelle Organisationen, die in Südostasien, Lateinamerika, Osteuropa, dem Nahen Osten und Nordkorea operieren.

Die neue Gefahr: Mehrstufige Angriffsketten

Die Untersuchung, die zwischen April 2025 und März 2026 mit 6.000 Teilnehmern durchgeführt wurde, offenbart eine weitere beunruhigende Entwicklung: Identitätsverbrechen werden zunehmend komplexer. Jedes vierte Opfer erlebt inzwischen eine Kettenreaktion mehrerer Angriffe. Über 300 Personen berichteten von mindestens vier separaten Vorfällen innerhalb eines Jahres.

Die ITRC-Daten zeigen: 25,6 Prozent aller Betroffenen waren mit mehr als einem Vorfall konfrontiert – ein Anstieg um 23,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Anzeige

Da herkömmliche Passwörter bei komplexen Angriffsketten oft die größte Schwachstelle darstellen, empfehlen Experten den Wechsel auf sicherere Methoden. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie die neue Passkey-Technologie nutzen, um Hackern keine Chance mehr zu lassen. Nie wieder Passwörter merken: Diese neue Methode macht das Einloggen kinderleicht

Minderjährige besonders gefährdet

Der Bericht identifiziert auch spezifische Risiken für jüngere Bevölkerungsgruppen. Fake-Job-Angebote haben sich zur häufigsten Betrugsmasche gegen Minderjährige entwickelt und machen 40 Prozent aller Fälle in dieser Gruppe aus.

Die Erfolgsquote bei der Schadensbehebung bleibt trotz der zunehmenden Angriffswellen erschreckend niedrig: Nur neun Prozent der Opfer mit finanziellen Verlusten konnten ihre Fälle erfolgreich lösen.

Milliardenverluste durch Cyberkriminalität

Die Ergebnisse fügen sich in ein größeres Bild ein. Das FBI Internet Crime Complaint Center (IC3) meldete für 2025 Verluste von knapp 21 Milliarden Euro durch Cyberkriminalität. Künstliche Intelligenz fungiert dabei als Brandbeschleuniger – besonders bei Anlagebetrug, Geschäfts-E-Mail-Kompromittierung und Identitätsdiebstahl.

Bereits 2024 verzeichnete die US-Handelsaufsicht FTC Verbraucherverluste von 12,5 Milliarden Euro. Die sinkenden Kosten für die Produktion von Sprachklonen und gefälschten Dokumenten ermöglichen es Kriminellen, ihre Operationen massiv auszuweiten.

Internationale Gegenmaßnahmen laufen: Bei der Operation Serengeti Ende 2024 waren Interpol und Behörden aus 19 afrikanischen Ländern beteiligt. Die Aktion führte zu über 1.000 Festnahmen und der Beseitigung von 134.000 Schadprogrammen.