Mekka – Zum Schutz der Millionen Hadsch-Pilger hat Saudi-Arabien eine spezielle Cybersicherheits-Ausstellung eröffnet.
Die saudische Nationale Behörde für Cybersicherheit (NCA) rief die Initiative am heutigen Freitag in Mekka ins Leben. Sie richtet sich an die Pilger, die zur diesjährigen Hadsch-Saison im Königreich weilen. Ziel ist es, über digitale Gefahren aufzuklären und die Besucher vor Hackerangriffen und Betrug zu schützen.
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Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: Saudi-Arabien verzeichnet derzeit einen massiven Zustrom internationaler Gäste. Wie Botschafter Khalid Hamoud Al-Kahtani am Donnerstag mitteilte, sind bereits rund 1,7 Millionen Pilger zur aktuellen Hadsch-Saison eingetroffen. Um diese Menschenmassen zu bewältigen, setzen die Behörden auf digitale Systeme – etwa die Plattform Nusuk, die Dienstleistungen und Gesundheitsprotokolle bündelt.
Moderne Technik trifft auf traditionelle Pilgerfahrt
Die Cybersicherheits-Ausstellung ist Teil einer umfassenden Modernisierung des Pilgererlebnisses. Im Hira Cultural District von Mekka nutzt die Wahy-Ausstellung (Offenbarung) interaktive Techniken, um Besuchern die Religionsgeschichte näherzubringen.
Parallel dazu startete das Gesundheitsgremium von Mekka die Initiative „In ihrer Sprache“. Pflegekräfte versenden darin Gesundheitshinweise an 827 Pilger in deren Muttersprache. Das Projekt ist Teil der größeren Rufaida-Initiative, an deren Schulungen bereits über 26.000 Menschen teilnahmen.
Während die einen ankommen, machen sich andere bereits auf den Rückweg. Die nigerianische Hadsch-Kommission NAHCON meldete am Donnerstag, dass 986 Pilger die Heimreise angetreten haben. Zugleich erinnerte sie an die Gepäckvorschriften – etwa für Zamzam-Wasser und andere verbotene Gegenstände.
Weltweite Sicherheitsinitiativen für Pilgerreisen
Auch außerhalb Saudi-Arabiens gewinnen digitale Sicherheitsmaßnahmen für Pilgerfahrten an Bedeutung. In Indien führte die Polizei von Anantnag am Donnerstag die Pehchan-App ein. Das QR-basierte System registriert und überprüft Dienstleister für die Amarnath Yatra, die am 3. Juli beginnt.
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Ebenfalls am Donnerstag überprüfte die Regierung des Bundesstaates Odisha die Einführung der digitalen Spendenplattform e-Hundi für den Jagannath-Tempel. Das Projekt umfasst Cybersicherheitsmaßnahmen, Steuervorteile für Spender und Landreformen für Tempelbedienstete.
Betrugswarnungen und verschärfte Regeln
Der Fokus auf digitale Aufklärung kommt nicht von ungefähr. Immer wieder werden Pilger Opfer von Betrug. In Indonesien konnten 56 Umrah-Pilger aus Zentraljava am Donnerstag nicht nach Saudi-Arabien reisen – Grund war ein mutmaßlicher Betrug ihres Reisebüros. Der Schaden liegt ersten Schätzungen zufolge bei umgerechnet über 180.000 Euro.
Auch Malaysia verschärft die Gangart. Religionsminister Zulkifli Hasan betonte am heutigen Freitag: Die Hadsch ohne gültiges Visum sei religiös zwar anerkannt, bleibe aber eine ernste Rechtsverletzung. Wer ohne Papiere reist, riskiert Geldstrafen von umgerechnet bis zu 25.000 Euro, Abschiebung oder sogar Haft für Helfer.
Umweltbewusstsein fördert unterdessen die malaysische Behörde Tabung Haji mit der Initiative Haji Lestari. Sie setzt auf das Recycling von Ihram-Kleidung – dem weißen Pilgergewand. Laut Behördenangaben vom Donnerstag wählten 30 Prozent der malaysischen Pilger für die Saison 2026 spezielle Reisepakete.

