Haferdrink: Co-Fermentation erzeugt mehr aktives Vitamin B12

Studien zeigen Potenziale mikrobieller Verfahren, doch begrenzte Humanbelege und ausstehende Produkttests schränken die Übertragbarkeit ein.

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In der lebensmittelwissenschaftlichen Forschung rücken mikrobiologische Verfahren zur Optimierung von Nährwerten und Verdauungsprofilen verstärkt in den Fokus.

Wie aus einem Bericht vom 07.10.2026 hervorgeht, zeigen neuere Arbeiten zur Fermentationsforschung, dass gezielte Fermentationsmethoden die Verdauungseigenschaften von Buchweizennudeln verbessern und sie langsamer verdaulich machen. Eine verlangsamte Nährstoffaufnahme gilt in der Ernährungswissenschaft als vorteilhaft für eine gleichmäßige Energie- und Glukosefreisetzung.

Parallel dazu untersuchen Forschende die Auswirkungen mikrobieller Prozesse auf Proteine. In einem in der Fachzeitschrift Communications Biology veröffentlichten Review beleuchteten Farsi, Cotter und O’Sullivan die Mechanismen, über die fermentierte Proteinlebensmittel den Muskelstoffwechsel beeinflussen können.

Dazu gehören die Proteinverdauung, die Freisetzung bioaktiver Peptide, mikrobielle Stoffwechselprodukte sowie Effekte auf die Darmbarriere und Entzündungsreaktionen.

Einem Bericht vom 06.10.2026 zufolge stellten die Autoren fest, dass direkte Evidenz aus randomisierten kontrollierten Studien am Menschen für eine Zunahme an Muskelmasse oder Muskelfunktion bislang begrenzt ist. Die Befunde seien heterogen und nicht verallgemeinerbar, weshalb die aktuelle Studienlage nicht ausreicht, um ein bestimmtes Produkt als Sarkopenie-Therapie zu empfehlen.

Co-Fermentation zur Vitaminanreicherung in pflanzlichen Alternativen

Über die Modifikation von Makronährstoffen hinaus gewinnen Verfahren zur mikrobiellen Synthese essenzieller Mikronährstoffe an Bedeutung. Für ihre Dissertation zur biologischen Anreicherung pflanzlicher Lebensmittel mit Vitamin B12 wurde Dr. Lu Gao mit dem Heinrich-Stockmeyer-Wissenschaftspreis ausgezeichnet, wie am 07.10.2026 berichtet wurde. Die Forschungsarbeit entstand in einer Kooperation zwischen dem Max-Rubner-Institut in Kiel und der Hochschule Fulda.

Gao zeigte am Beispiel von Haferdrink, dass die Co-Fermentation ausgewählter Milch- und Propionsäurebakterien mehr biologisch aktives Vitamin B12 erzeugte als die Fermentation mit einer einzelnen Bakterienart.

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Die prämierte Forschungsarbeit zeigt am Beispiel Haferdrink: Co-Fermentation aus Milch- und Propionsäurebakterien erzeugt mehr biologisch aktives Vitamin B12 als eine einzelne Bakterienart. Vor der industriellen Umsetzung fehlen jedoch noch Prüfungen zu Geschmack, Haltbarkeit, Produktsicherheit und Skalierbarkeit. Praxis-Report Vitamin B12 pflanzlich jetzt anfordern

Der Wissenschaftspreis umfasst ein Preisgeld von insgesamt 20.000 Euro, wovon 10.000 Euro an Gao gehen und jeweils 5.000 Euro den beiden beteiligten Fachbereichen zufallen. Vor einer industriellen Umsetzung bedarf es laut dem Bericht jedoch weiterer Prüfungen zu Parametern wie Geschmack, Haltbarkeit, Produktsicherheit und Skalierbarkeit.

Stoffwechselpotenziale von Bakterienstämmen und Prozessoptimierung

Auch die gezielte Bildung funktioneller Aminosäuren wird untersucht. Eine Studie im Fachjournal International Microbiology analysierte 142 Milchsäurebakterien-Isolate aus brasilianischen fermentierten Lebensmitteln, die laut einem Bericht vom 06.10.2026 ausnahmslos nachweisbares Glutamat produzierten. Der Mittelwert im Screening lag bei 20,0 mM innerhalb einer Spanne von 10,60 bis 33,78 mM.

Der Stamm Limosilactobacillus fermentum CCMA 0205 erzielte nach 168 Stunden eine Konzentration von 31,97 mM extrazellulärem Glutamat, während CCMA 0209 mit 44,83 mM die höchste intrazelluläre Konzentration aufwies.

Bei CCMA 0205 führte eine Prozessoptimierung im untersuchten Bereich zu 4,694 mM bei pH 5,5, 30 °C und 48 Stunden Laufzeit. Ein Gesamtoptimum ist damit jedoch nicht belegt; Pilotversuche und Validierungen stehen noch aus.

Digitale Modellierung und Herausforderungen bei der Skalierung

Um Fermentationsbedingungen zielgerichteter auszuwählen, kommen vermehrt datengestützte Modelle zum Einsatz. Cyrille Pauthenier, Geschäftsführer des Unternehmens Abolis, erläuterte laut einem Bericht vom 06.10.2026, wie die Plattform MINE mikrobielle Stoffwechselmodelle mit Genom-, Transkriptom-, Proteom- und Metabolomdaten verknüpft. Damit sollen Stämme präziser selektiert und Herausforderungen beim Scale-up schneller analysiert werden.

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Wer fermentierte Lebensmittel einsetzt, kennt das Problem: Die Studienlage zu Nährwerten und Verdauungseigenschaften ist heterogen und selten direkt auf einzelne Produkte übertragbar. Der Report ordnet ein, welche Bakterienstämme welche Stoffwechselprodukte liefern — und welche Prüfschritte vor einer Skalierung zwingend nötig bleiben. Checkliste fermentierte Lebensmittel jetzt sichern

Als Einsatzgebiete nannte Pauthenier alternative Proteine, Milchalternativen, Lebensmittelkonservierung, Probiotika sowie Geschmacksstoffe. Trotz rechnerischer Modellierung bleiben experimentelle Tests und industrielle Validierungen zwingend nötig. Als begrenzende Faktoren gelten zudem Datenqualität, regulatorische Vorgaben und die Akzeptanz auf Seiten der Verbraucher.