Die Preise für essentielle Halbleiter explodieren – angetrieben durch die künstliche Intelligenz und anhaltende Inflation. Elektronikhersteller weltweit stehen vor massiv steigenden Kosten für zwei Grundbausteine: NOR-Flash-Speicher und analoge Schaltkreise. Diese Komponenten stecken in unzähligen Produkten, vom Auto bis zum Rechenzentrum. Aktuelle Branchenberichte der letzten Tage bestätigen den scharfen Aufwärtstrend. Eine doppelte Belastung für die globale Technologie-Lieferkette zeichnet sich ab.
KI-Revolution befeuert Nachfrage nach NOR-Flash
Der Markt für NOR-Flash-Speicher, unverzichtbar für den Startcode in elektronischen Geräten, kocht. Der Grund: Der explosive Ausbau der KI-Infrastruktur. Winbond Electronics, weltgrößter NOR-Flash-Hersteller, kündigte am Dienstag Rekordinvestitionen von umgerechnet 1,33 Milliarden Euro für 2026 an. Die Produktionskapazitäten des Unternehmens sind bereits für dieses und nächstes Jahr vollständig ausgebucht.
Die Nachfrage ist direkt mit komplexen neuen KI-Systemen verknüpft. Ein einziger KI-Server-Schrank kann über 120 NOR-Flash-Chips benötigen – so viele wie 120 Personal Computer. Analysten sprechen bereits von einer ernsten Knappheit, besonders bei hochkapazitiven Chips. Der Speicherhersteller Puya Semiconductor bestätigte am 11. Februar moderate, aber stetige Preiserhöhungen. Starke Januar-Verkaufszahlen von Winbond und dem taiwanesischen Konkurrenten Macronix unterstreichen den heißen Markt – trotz der üblichen saisonalen Flaute.
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Analoge Schaltkreise werden deutlich teurer
Parallel dazu schlagen nun angekündigte Preiserhöhungen für analoge integrierte Schaltkreise (ICs) voll zu Buche. Die Branchenriesen Analog Devices (ADI) und Texas Instruments (TI) hatten dies bereits im Dezember 2025 signalisiert.
ADI setzte seine Anpassungen zum 1. Februar 2026 um. Sie liegen im Schnitt bei 15 Prozent, für hochzuverlässige oder militärische Komponenten sogar bei bis zu 30 Prozent. Das Unternehmen begründet die Schritte mit anhaltender globaler Inflation und steigenden Kosten für Rohstoffe, Arbeit und Energie. Die Erhöhungen gelten für neue Bestellungen und bestehende Auftragsrückstände. TI hatte bereits im dritten Quartal 2025 bei zehntausenden Produkten Preise um 10 bis über 30 Prozent angehoben.
Kapazitätsengpass durch Fokus auf KI-Chips
Die Preissprünge sind Symptom eines strukturellen Problems. Die globale Halbleiterindustrie konzentriert ihre Investitionen fast ausschließlich auf Hightech-Chips für die KI, wie High-Bandwidth Memory (HBM). Das engt die Kapazitäten für Chips mit reiferen Fertigungstechnologien ein – genau die, die für NOR-Flash und viele analoge ICs benötigt werden.
Während große Player auf höher profitierende Spitzenchips setzen, klafft eine Versorgungslücke für andere essentielle Komponenten. Firmen wie Winbond investieren zwar Rekordsummen in den Ausbau. Doch der Bau und die Validierung neuer Produktionslinien dauert Jahre. Die angespannte Lage am Markt dürfte daher noch lange anhalten. Hersteller mit etablierten Kapazitäten haben dadurch erhebliche Preismacht.
Folgen für Industrie und Verbraucher
Die gleichzeitigen Erhöhungen bei beiden Komponenten-Typen stellen die abnehmenden Industrien vor enorme Herausforderungen. Diese Chips sind keine Option, sondern Grundbausteine für Automotive, Industrieautomation, Medizintechnik und Unterhaltungselektronik. Die steigenden Kosten werden die Gewinnmargen der Gerätehersteller (OEMs) unter Druck setzen.
Branchenbeobachter rechnen damit, dass die höheren Kosten bald an die Verbraucher weitergegeben werden. Produkte, die ab Mitte bis Ende 2026 auf den Markt kommen, könnten spürbar teurer werden – von Smart Home Geräten bis zu neuen Fahrzeugen. Für viele Unternehmen wird die langfristige Sicherung von Lieferverträgen jetzt zur obersten Priorität, um sich gegen weitere Volatilität abzusichern.
Die derzeitigen Marktdynamiken deuten auf anhaltend hohe Preise und knappe Verfügbarkeit hin. Der Präsident von Winbond rechnet mit einem lang anhaltenden Aufschwung. Die Nachfrage aus der KI-Branche zeigt keine Ermüdungserscheinungen, und das Internet der Dinge sowie fortschrittliche Fahrzeugsysteme treiben den Bedarf weiter.
Die geplanten Milliardeninvestitionen der Hersteller zielen darauf ab, die Engpässe zu beheben. Doch bis neue Kapazitäten online gehen, vergehen Jahre. Die Elektronikindustrie muss sich daher auf eine längere Phase mit hohem Kostendruck einstellen, während die Halbleiterbranche ihre Produktionsprioritäten für ein neues Technologiezeitalter neu justiert.
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