Halbleiter-Studie: Hardware-Software-Integration ersetzt Lieferketten-Sorgen

HCLTech sieht Hardware-Software-Integration als neue Branchenpriorität. 98 Prozent melden höhere Chip-Abhängigkeit, 66 Prozent erwarten neue Beschaffungsmodelle.

Die Halbleiterindustrie steht laut einer neuen Studie von HCLTech vor einem grundlegenden Wandel ihrer größten Herausforderung. Wie das IT-Unternehmen in seiner Untersuchung „The Silicon Shift“ darlegt, hat die Integration von Hardware und Software die klassischen Lieferkettenprobleme als zentrale Sorge der Branche abgelöst. Für die Studie wurden 300 Führungskräfte in den USA, Europa und Asien befragt, wie mehrere Wirtschaftsmedien am 18. September 2026 berichteten.

Wachsende Abhängigkeit von Halbleitern

Die Ergebnisse zeigen eine deutlich gestiegene Bedeutung von Chips für Unternehmen aller Branchen. Laut HCLTech gaben 98 Prozent der Befragten an, heute abhängiger von Halbleitern zu sein als noch vor drei Jahren.

Noch bemerkenswerter fällt der Blick nach vorn aus: 99 Prozent der Unternehmen rechnen damit, dass diese Abhängigkeit in den kommenden fünf Jahren weiter zunehmen wird. Besonders ausgeprägt ist der Trend in der Industrieautomation, wo laut der Studie 75 Prozent der Unternehmen eine deutlich gestiegene Abhängigkeit von Halbleitern verzeichnen.

Als treibende Kraft hinter dieser Entwicklung identifiziert HCLTech den Einfluss künstlicher Intelligenz. 71 Prozent der befragten Führungskräfte gaben an, dass KI die strategische Bedeutung der Chip-Architektur für ihr Unternehmen erhöht habe. Halbleiter werden damit zunehmend nicht mehr als reine Zulieferkomponente betrachtet, sondern als strategischer Faktor für die eigene Wettbewerbsfähigkeit.

Integration statt Beschaffung als neue Priorität

Der Kern der Studie liegt in der Verschiebung der Prioritäten: Während in den vergangenen Jahren vor allem die Verfügbarkeit von Chips im Vordergrund stand, richtet sich der Fokus der Unternehmen nun auf die Frage, wie sich Hardware und Software sinnvoll zusammenführen lassen.

Anzeige

Wer sich mit dem strategischen Einsatz von KI befasst, muss neben der Hardware auch die rechtlichen Rahmenbedingungen im Blick behalten. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche neuen Regeln die EU-KI-Verordnung für Unternehmen aufstellt und was jetzt konkret zu tun ist. Fristen und Pflichten der KI-Verordnung kompakt erklärt

Laut HCLTech suchen 67 Prozent der Unternehmen gezielt Unterstützung bei der Integration von Hardware und Software. Weitere 61 Prozent benötigen Unterstützung im Bereich der Lieferkette, und 59 Prozent legen Wert auf spezifische Branchenexpertise ihrer Technologiepartner.

Wandel bei Beschaffungsmodellen zeichnet sich ab

Die Studie beleuchtet zudem, wie Unternehmen ihre Chips heute beziehen und wie sich dies verändern könnte. Aktuell setzen laut HCLTech 79 Prozent der Unternehmen auf handelsübliches Silizium von der Stange. Dieses Bild dürfte sich jedoch in den kommenden Jahren wandeln: 66 Prozent der Befragten erwarten innerhalb der nächsten fünf Jahre einen Wechsel ihres Beschaffungsmodells.

Bei der Frage, welchen Weg Unternehmen dabei künftig einschlagen wollen, zeichnet sich eine klare Präferenz ab. Der Studie zufolge planen 59 Prozent, künftig auf externe Partner für spezialisierte Chip-Lösungen zu setzen. Lediglich 3 Prozent wollen in eigene, intern entwickelte Custom-Silizium-Lösungen investieren, während 4 Prozent weiterhin auf Off-the-Shelf-Produkte setzen wollen.

Anzeige

Die zunehmende Integration von KI in die Unternehmensinfrastruktur erfordert eine präzise Kenntnis der geltenden Compliance-Vorgaben. Sichern Sie sich diesen kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act, um alle relevanten Risikoklassen und Dokumentationspflichten rechtzeitig zu erfüllen. Kostenlosen Leitfaden zum EU AI Act herunterladen

Einordnung

Die Zahlen aus der HCLTech-Studie deuten darauf hin, dass sich der Wettbewerbsvorteil in der Halbleiterindustrie zunehmend von der reinen Verfügbarkeit von Chips hin zur Fähigkeit verschiebt, Hardware und Software passgenau miteinander zu verzahnen.

Für Unternehmen aus Industrieautomation, Technologie und angrenzenden Branchen bedeutet dies, dass strategische Partnerschaften mit spezialisierten Anbietern künftig eine größere Rolle spielen dürften als der bloße Einkauf standardisierter Komponenten.