Das Technologieunternehmen Hark hat die Registrierung für seinen neuen KI-gestützten Browser-Agenten namens „Handoff“ gestartet. Das System ist darauf ausgelegt, Aufgaben auf Websites autonom auszuführen, die über keine klassischen Programmierschnittstellen (APIs) verfügen. Mit dem Start der Anmeldephase veröffentlichte das Unternehmen zudem Leistungsdaten, die eine Überlegenheit gegenüber mehreren etablierten Sprachmodellen der Konkurrenz suggerieren sollen.
Automatisierung für Plattformen ohne API-Zugang
Handoff positioniert sich als Werkzeug für die digitale Produktivität, das direkt im Webbrowser agiert. Der Fokus liegt dabei auf der Interaktion mit Plattformen wie LinkedIn, OpenTable sowie den Online-Präsenzen der Einzelhändler Target und Walmart. Da diese Dienste häufig keine oder nur eingeschränkte APIs für externe Automatisierungstools anbieten, soll der Agent von Hark diese Lücke schließen, indem er die Webseiten wie ein menschlicher Nutzer navigiert und bedient.
Nach Angaben des Unternehmens soll die Lösung nicht nur funktional breiter aufgestellt, sondern auch schneller und kostengünstiger als aktuelle Marktstandards sein. Der reguläre Betrieb des Dienstes soll bis zum Ende des laufenden Sommers aufgenommen werden. Bis dahin können sich interessierte Anwender auf einer Warteliste registrieren.
Benchmarks zeigen Vorsprung bei spezifischen Web-Aufgaben
Zur Untermauerung der Leistungsfähigkeit legte Hark Testergebnisse des Benchmarks „Online-Mind2Web“ vor. In diesem Szenario erreichte Handoff einen Wert von 97,7 Punkten. Damit positioniert sich das Modell vor GPT-5.4, das in derselben Testumgebung 92,8 Punkte erzielte. Weitere Vergleichswerte führt das Unternehmen für Opus 4.8 mit 84,1 Punkten und Gemini 2.5 Pro mit 69 Punkten an.
Wer sich mit dem Einsatz autonomer Systeme befasst, muss auch die rechtlichen Rahmenbedingungen der neuen EU-Regularien im Blick behalten. Dieser kostenlose Leitfaden bietet Unternehmen eine kompakte Übersicht zu allen Pflichten und Fristen des EU AI Acts. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Branchenanalysten geben jedoch zu bedenken, dass sich diese Vergleiche primär auf Modelle der vorangegangenen Generation beziehen. Neuere Entwicklungen wie GPT-5.6 oder Opus 5 wurden in diesem spezifischen Vergleich nicht berücksichtigt. Zudem zeigt sich bei anderen Messverfahren ein differenzierteres Bild: Im Benchmark „WebTailBench v2“ erreichte GPT-5.5 einen Wert von 72,3 Punkten, während Handoff mit 68,6 Punkten dahinter zurückblieb.
Aggressive Preisstrategie und massives Finanzierungsvolumen
Ein wesentlicher Aspekt der Markteinführung ist die Preisstruktur, mit der Hark die etablierten Anbieter herausfordert. Das Unternehmen veranschlagt für Handoff Kosten in Höhe von 0,18 US-Dollar pro einer Million Input-Token sowie 2,37 US-Dollar pro einer Million Output-Token. Im Vergleich dazu werden die Kosten für GPT-5.5 auf etwa 5 US-Dollar für den Input und 30 US-Dollar für den Output pro Million Token geschätzt.
Die Entwicklung neuer KI-Anwendungen stellt Unternehmen nicht nur vor technische, sondern auch vor komplexe regulatorische Herausforderungen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Risikoklassen die EU-KI-Verordnung definiert und was für die Compliance jetzt wichtig ist. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum AI Act sichern
Diese Strategie wird durch eine erst kürzlich bekannt gewordene Kapitalerhöhung gestützt. Bereits im Mai konnte Hark eine Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 700 Millionen US-Dollar abschließen. Die Finanzierung wurde von der Investmentgesellschaft Parkway angeführt und resultierte in einer Unternehmensbewertung von 6 Milliarden US-Dollar. Mit diesem Kapitalpuffer scheint das Unternehmen gerüstet, den Wettbewerb im Bereich der KI-Agenten über den Preis und eine spezialisierte Web-Integration zu forcieren.

