Handy-Bedrohungen: 2,67 Millionen Schadsoftware-Angriffe in Q1 2026

Kaspersky-Studie zeigt: Viele Nutzer speichern Ausweise auf dem Handy. Apple aktualisiert Schutz vor Raub und Datenverlust.

Handynutzer stehen vor wachsenden Gefahren – sowohl digital als auch physisch. Sicherheitsexperten und Technologiekonzerne haben ihre Schutzempfehlungen angesichts massiv steigender Bedrohungen aktualisiert. Der Grund: Smartphones sind längst zur zentralen Schaltstelle des digitalen Lebens geworden.

Kaspersky-Studie: Jeder Zweite speichert Ausweise auf dem Handy

Eine Untersuchung des Sicherheitsunternehmens Kaspersky aus dem März 2026 zeigt das ganze Ausmaß der Datenkonzentration auf mobilen Geräten. Rund 7.200 Teilnehmer aus 18 Ländern wurden befragt – mit alarmierenden Ergebnissen. Fast 60 Prozent der Nutzer greifen inzwischen primär über ihr Smartphone auf das Internet zu. Besonders die Generation Z – 18- bis 28-Jährige – treibt diesen Trend mit 67 Prozent an.

Die Studie offenbart, wie viel sensible Daten auf den Geräten lagern: Knapp zwei Drittel der Befragten speichern persönliche Fotos und Videos, mehr als die Hälfte verwaltet Kontaktlisten. Besonders brisant: Zwischen 41 und 43 Prozent der Nutzer haben digitale Kopien von Ausweisdokumenten oder Reisepässen auf dem Handy.

Auch beruflich sind die Geräte längst unverzichtbar. Rund 40 Prozent der Befragten speichern Finanzdaten, fast 39 Prozent greifen über ihr Smartphone auf Arbeitsmails zu. Die Bedrohungslage ist entsprechend aggressiv: Allein im ersten Quartal 2026 blockierten Sicherheitssysteme 2,67 Millionen mobile Schadsoftware-Angriffe und identifizierten 306.000 schädliche Programme.

Apple verschärft Schutzmaßnahmen gegen Handyraub

Die zunehmenden Diebstähle – insbesondere in Touristenzentren – haben auch Apple auf den Plan gerufen. Der Konzern hat seine Anweisungen für den Verlust von Geräten aktualisiert. Die wichtigste Regel: Nutzer sollten sich sofort über den „Wo ist?“-Dienst anmelden und das Gerät als verloren markieren. Das sperrt das Handy und aktiviert die Ortungsfunktion.

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Apple rät davon ab, das Gerät vorschnell aus der Ferne zu löschen. Die Fernlöschung sollte nur als letzte Option dienen, wenn eine Wiederbeschaffung unwahrscheinlich ist. Entscheidend: Entfernt man das gestohlene Gerät nach dem Löschbefehl aus dem „Wo ist?“-Netzwerk, wird die Aktivierungssperre deaktiviert – und Unbefugte können das Gerät möglicherweise neu einrichten.

Sicherheitsexperten empfehlen daher mehrere Vorsichtsmaßnahmen:
* Aktivierung von „Wo ist?“ und der Zwei-Faktor-Authentifizierung
* Einrichtung eines starken Codes mit mindestens sechs Ziffern
* Nutzung biometrischer Sicherheit wie Face ID oder Touch ID
* Notieren der IMEI-Nummer zur Unterstützung der Polizei bei Anzeigen

Grundlegende Schutzmaßnahmen für alle Nutzer

Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC und andere Sicherheitsorganisationen betonen die Bedeutung digitaler Hygiene. Dazu gehören regelmäßige Betriebssystem-Updates für aktuelle Sicherheitspatches sowie automatische Cloud-Backups über Dienste wie iCloud oder Google Drive.

In Unternehmen vergleichen Sicherheitsberater den Schutz mobiler Geräte längst mit dem physischer Ausrüstung. Bei einer Schulung der Sicherheitsbehörde im nigerianischen Lagos betonte Desmond Nnebue von The Encrypse Limited drei Grundprinzipien: Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Sein Rat an Fachleute: Passwörter niemals wiederverwenden, Einmalcodes nie weitergeben und keine operativen Details in sozialen Netzwerken teilen.

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Wer befürchtet, überwacht zu werden, sollte auf Warnsignale achten. Dazu gehören unerwarteter Akkuverbrauch, ungewöhnlich hohe Datennutzung oder ein warmes Gerät im Leerlauf. Experten raten, App-Berechtigungen regelmäßig zu prüfen und nach unbekannten Geräten in den eigenen Konten zu suchen. Besonders wichtig: sensible Aktivitäten wie Online-Banking niemals über öffentliches WLAN durchführen – dafür ausschließlich sichere, private Netzwerke nutzen.